Trondheim: Die letzte Stadt vor der Polarregion
Trondheim eignet sich als Ausgangspunkt für Reisen in den Norden Norwegens. Was man in der Stadt nicht verpassen sollte.
Von Wolfgang Godai
Für alle, die sich mit Auto, Bahn oder Schiff in den rauen, aber traumhaft schönen Norden Norwegens begeben, ist Trondheim ein sehr guter Ausgangspunkt. In der drittgrößten Stadt des Landes kann man in architektonischen, kulturellen und lukullischen Genüssen schwelgen, bevor es tage- oder wochenlang fast nur noch Fjorde, Berge und Elche zu sehen gibt. Und Trolle.
Auch das Wetter ist hier noch verhältnismäßig mild, wenn auch feucht. Wenn es einmal richtig regnet, macht das aber wenig, denn Trondheim ist auch Hauptstadt der Museen und die können hier einiges. Jüngste Errungenschaft ist das erst 2025 eröffnete PoMo, wo man Werke von Edvard Munch und Pablo Picasso bestaunen kann. Viele Museen thematisieren Musik und Instrumente, kein Wunder in der jungen Stadt, denn jeder sechste Einwohner ist Student.
Das merkt man auch überall. Während Kari von „Visit Trondheim“ mit ihren Gästen angesichts der Regenwolken sicherheitshalber zu Fuß unterwegs ist, wurlt es nur so vor Bysykkels, den mietbaren Stadtfahrrädern. Für Touristen werden geführte Touren mit E-Bikes angeboten. Dass die Einheimischen wetterfest sind, wird ihnen sprichwörtlich schon in die Wiege gelegt. „Wir lassen unsere Babys im Winter gern im Kinderwagen richtig warm eingepackt im Freien, vor dem Schlafzimmer, übernachten“, erzählt Kari, „auch bei leichten Minusgraden. Das macht denen Spaß“. Mitten im Zentrum gibt es sogar einen Fahrradlift, mit dem man sich zur imposanten Festung Kristiansten hinaufziehen lassen kann.
Top 3
Hotel: Das Scandic Nidelven liegt perfekt an der Nidelva am Rand der Altstadt und ist berühmt für sein Frühstücksbuffet.
Essen: Sellanraa Bok&Bar – Küche von Bauernhöfen der Umgebung mitten in einem Buchladen. Ein großes Rib-Steak kostete weniger als bei uns.
Ausflug: Trondheim hat die nördlichste Straßenbahn der Welt! Sie fährt vom Zentrum bis zu einem See in Lian.
Buntes Holzhausviertel
Von dort hat man auch den schönsten Ausblick auf die ganze Altstadt bis zum Hafen am Trondheimfjord. Umrahmt wird alles vom Fluss Nidelva, an dem gleich unter der Festung der idyllischste Stadtteil liegt, das bunte Holzhausviertel Bakklandet. Hier findet man die meisten, urigsten und günstigsten Kneipen, eh klar, vor allem für die Studenten.
Überraschung: In prominenter Zentrumslage an der Fußgängerzone führt Kari in die Brasserie des noblen Luxushotels Britannia, wo man für norwegische Verhältnisse leistbar delikat speisen kann. Fast um die Ecke liegt der Torget, der zentrale Markt, wo immer irgendwas los ist. Das alles wird vom architektonischen Highlight Trondheims überragt: dem 102 Meter langen Nidaros-Dom, dem größten Sakralbau Skandinaviens.
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