Hotel-Duell in Oslo: Zwischen Art-Déco und Minimalismus
Zwei Hotels für unterschiedliche Ansprüche in Oslo. Das zeichnet die Häuser in der norwegischen Hauptstadt aus. Das erwartet beim Besuch.
Die norwegische Hauptstadt Oslo war lange Zeit nicht dafür bekannt, besonders aufregend zu sein. Das hat sich geändert, die Stadt wird immer beliebter. Und sie hat coole Hotels. Die freizeit schickt zwei ins Hotel-Duell: Sommerro House gegen Scandic Holberg.
Sommero House
Oslo hat sich in den vergangenen Jahren – wegen prall gefüllter Staatskassen aus dem Ölgeschäft – zum spektakulären City-Trip-Hotspot gemausert. Opernhaus, Munch-Museum, Bibliothek, Nationalmuseum – alles architektonisch vom Feinsten. Das Sommerro House im ehemaligen Hauptquartier der Stadtelektrizitätswerke passt da perfekt dazu. Ein alter Backstein-Schönling, aufgefrischt mit Neoklassizismus, Funktionalismus und Art-Déco-Elementen. Bei der Eröffnung vor gut vier Jahren überschlugen sich die lokalen Medien vor Begeisterung. Und das zu Recht.
Herzstück ist der große Art-Déco-Saal mit eleganter Bar und riesigem Wandgemälde. Abends spielen hier Bands, denen auch viele Einheimische lauschen. Morgens wird hier gefrühstückt. Das Buffet setzt auf regionale Spezialitäten wie Brunost (brauner Käse) und bleibt wohltuend unaufgeregt. Nichts ist überladen, vieles steht nämlich auf der Karte und wird frisch serviert.
Der große Art-Déco-Saal mit eleganter Bar und riesigem Wandgemälde im Sommerro House Oslo.
©BeigestelltOben wartet das nordisch-japanische Restaurant TAK Oslo – die Schwester des gefeierten TAK in Stockholm – mit Aussicht. Noch ein Highlight: der ganzjährig geöffnete Rooftop-Pool, der selbst an kühlen Tagen angenehm dampft. Für das richtige Skandinavien-Feeling sorgt eine Bäckerei in der Lobby. Traditionell gekleidete Verkäuferinnen bieten hier frische Zimtschnecken feil.
Scandic Holberg
Eines vorweg: Groß – oder gar opulent – ist hier gar nichts. Dafür kommen Fans des nordischen Minimalismus voll auf ihre Kosten. Im Scandic Holberg regiert jenes skandinavische Design, für das die Hotelkette insgesamt bekannt ist.
In den Zimmern beweisen die Inneneinrichter eindrucksvoll, wie man aus ein paar Metallstangen eine praktikable Kleiderablage zimmern kann (und in der Konstruktion irgendwie noch Platz für ein Bügelbrett findet); einen Kasten sucht man dafür vergebens. Auch das Bett glänzt eher mit Gemütlichkeit als mit Überbreite. Zwischenfazit: Perfekt fürs verlängerte Wochenende, auch dank moderater Preise – sein Geld wird man in Oslo ohnehin anderweitig los.
Das Scandic Holber muss natürlich, wie es sich für skandinavisch im Namen gehört, minimalistisch eingerichtet sein.
©BeigestelltDas Frühstücksbuffet kann sich sehen lassen. Wer Lust auf die Stadt hat, der sollte dennoch auswärts brunchen. Die gute Lage ist eines der großen Assets des Scandic Holberg. Nicht nur das Königliche Schloss, Museen und die klassischen City-Einkaufsstraßen sind fußläufig erreichbar.
Das Hotel ist auch der perfekte Ausgangspunkt für einen Abstecher in den Stadtteil Grünerløkka. Rund um die Einkaufsstraße Markveien ist hier der wahre Hotspot für Design-, Vintage- und Secondhand-Fans, der auch eine erstaunliche Dichte an gemütlichen Cafés, Lokalen und Bars abseits der großen Ketten aufweist. Für den abendlichen Longdrink kann man dann jedenfalls zurück an die Hotelbar.
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