Ein tätowierter Koch in schwarzer Arbeitskleidung präsentiert drei rechteckige, farblich unterschiedliche Geleestücke, sogenannte Flüssigkeitstropfen auf einem kleinen Teller.
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Wiener Forschungsküche serviert Patienten Getränke zum Essen

Für Senioren mit Schluckbeschwerden sind gerade die immer heißer werdenden Sommer gefährlich. In Wien-Donaustadt kocht man dagegen mit essbaren Getränken und 3-D-Druckerschnitzel an.

Es gibt sie in mehreren Farben, sie sehen spacig aus und werden auch in exotischen Geschmacksrichtungen wie Cranberry oder Ananas produziert: die Flüssigkeitstropfen. Da sie in einer Forschungsküche entworfen wurden, liegt der Schluss nahe, dass es sich um Astronautennahrung oder um extravagante Haubengerichte handelt. Tatsächlich dienen sie jedoch dazu, ältere Menschen zu versorgen - nicht zuletzt in den immer heißer werdenden Sommern.

Entwickelt wurden die bunten Kugeln in einer futuristisch anmutenden Kochstube im Haus Tamariske, einer Senioreneinrichtung der „Häuser zum Leben“ in Wien-Donaustadt. Man könne damit jedes beliebige Getränk und jede Geschmacksrichtung herstellen, erläuterte Forschungsküchenchef Michael Zoufal im Gespräch mit der APA. Waren zunächst klassische Fruchtsäfte im Angebot, gibt es sie inzwischen sogar mit Gemüsegeschmack. In der Weihnachtszeit wurde auch bereits mit - antialkoholischen - Punsch-Kreationen experimentiert.

Für Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden

Gedacht sind die Tropfen vor allem für Palliativpatienten mit Kau- und Schluckbeschwerden. Wer annimmt, dass die Betroffenen möglichst flüssige Nahrung essen bzw. trinken sollten, irrt. Diese könne von den Betroffenen oft nicht richtig aufgenommen werden, erläuterte Diätologin Julia Frittum. Der Flüssigkeitstropfen hingegen schmelze langsam im Mund. Dies komme Menschen zugute, die nicht mehr schnell schlucken könnten.

Geeignet sind sie auch für Bewohnerinnen und Bewohner, die an Demenz leiden. Diese können die Tropfen einfach mit der Hand greifen. Es besteht dabei keine Gefahr, etwas zu verschütten. Der Durstlöscher zergeht erst im Mund. Die Kugelform ist beliebt, aber nicht zwingend, betont man. Möglich sind viele Form-Varianten, also etwa auch Würfel oder größere Portionen, von denen kleine Bissen abgeschnitten werden können.

Eingedickt wird der Flüssigkeitstropfen durch Erhitzen mit einem pflanzlichen Geliermittel samt anschließender Abkühlung. Im Sommer kommt die innovative Kost häufiger zum Einsatz, ergänzend zu anderen Maßnahmen, die der Dehydrierung vorbeugen sollen - wie etwa das Führen von Trinkprotokollen.

Schnitzel aus dem 3-D-Drucker

In der 2024 eröffneten Forschungsküche werden - wie der Name bereits sagt - Produkte entwickelt, die später den Bewohnerinnen und Bewohnern der Senioreneinrichtungen kredenzt werden. Zubereitet werden diese dann meist in einer der 30 Großküchen der „Häuser zum Leben“. Auch gaumenweicher Kuchen, leicht genießbares Brot sowie eigene Shakes gehören zum Portfolio.

Sogar ein 3-D-Lebensmitteldrucker steht in der Forschungsküche zur Produktentwicklung zur Verfügung. Damit werden etwa täuschend echt aussehende Schnitzel oder gefüllte Paprika aus pürierten Massen geformt. Bewohnerinnen und Bewohner, die die Originale nicht mehr essen können, soll damit erspart werden, ständig nur Brei vorgesetzt zu bekommen.

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