Met Gala 2026: Viel Kritik und wenige Highlights
Stars wie Rihanna oder Margot Robbie kamen trotz Kritik an Jeff Bezos als Sponsor. Auf der Met Gala gibt es wohl auch Werbeverträge einzuhalten.
Offiziell stand der Abend im Metropolitan Museum of Art unter dem Motto „Fashion Is Art“. Die dazugehörige Ausstellung rückt Mode als Objekt und Skulptur ins Zentrum. Viele Gäste inszenierten sich entsprechend – als Figuren aus Gemälden oder mit deutlichen Anleihen an klassische Statuen.
Die Entwürfe zum Thema, die Kim Kardashian oder Co-Gastgeberin Beyoncé präsentierten, gerieten jedoch fast zur Nebensache. Der Protest gegen die Geldgeber der Gala, Amazon-Gründer Jeff und dessen Frau Lauren Bezos, sorgte in New York für deutlich mehr Aufmerksamkeit.
Anna Wintour mit Co-Host Lauren Sanchez Bezos und Stargast Nicole Kidman
©APA/AFP/ANGELA WEISSPlakate und Slogans gegen den Einfluss des Milliardär-Paares waren allgegenwärtig. Tenor: Jetzt kann man sich mit Geld auch den Zugang zu einer Modeparty kaufen, bei der es früher einmal um Kreativität und Mode als Kunst gegangen war.
Tatsächlich galt die Gästeliste lange als nicht ausschließlich von Promi-Status oder wirtschaftlicher Schlagkraft abhängig. Heute dominieren internationale Celebritys und die großen Luxushäuser.
Boykott-Aufruf
Die Schauspielerinnen Taraji P. Henson und Cynthia Nixon unterstützten den Boykott, der in New York schon vorab durch Poster mit Titeln wie „You Can’t Buy Cool“ (Cool kann man nicht kaufen) oder „Labor Is Art“ (Arbeit ist Kunst) sichtbar war. Bemängelt wird die schlechte Bezahlung bei Amazon, während Bezos zehn Millionen Dollar für die Mode-Ausstellung ausgegeben haben soll.
Jeff Bezos blieb dem roten Teppich fern, Lauren Bezos aber präsentierte sich mit Anna Wintour. Von der Kritik ließen sich die Gäste nichts anmerken.
Lauren Sanchez Bezos gab Millionen, um die Met Gala zu fördern - und vielleicht auch, um eingeladen zu werden.
©APA/AFP/ANGELA WEISSNur noch ein Werbe-Event für Luxuslabels?
Wohl auch, weil Stars wie Anne Hathaway oder ASAP Rocky fürstlich entlohnte Werbeverträge mit Marken einzuhalten haben – und auf dem roten Teppich des Museums in maßgeschneiderten Kleidern maximale Aufmerksamkeit in den Medien zu erzeugen sollen.
100.000 US-Dollar kostete ein Ticket für die Gala, um 25.000 mehr als im Vorjahr. Wie Insider berichten, zahlen die Karten in der Regel jedoch nicht Stars wie Katy Perry, Rihanna oder Nicole Kidman, sondern die Fashionmarken, von denen sie dazu eingeladen und ausgestattet werden.
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