Körbchen oder Bett: Was für Halter, was für Hund gefährlich sein kann
Hollywood-Schauspieler Orlando Bloom freut sich über tierischen Besuch im Schlafzimmer. Worauf dabei zu achten ist.
Orlando Bloom macht aus seinem Herzen für Tiere keine Mördergrube. Als sein Hund 2020 verschwand, engagierte der Hollywoodstar – bekannt aus „Fluch der Karibik“ und „Herr der Ringe“ – zwei Spürhunde, um Mighty zu finden. Nachdem nur das Halsband auftauchte, weinte Bloom „häufiger, als ich es für möglich hielt“. Er ließ sich den Namen seines Vierbeiners auf die Brust tätowieren.
Vergangene Woche sorgte der US-Schauspieler erneut für tierische Schlagzeilen. Bloom verriet der deutschen Illustrierten Bunte, dass er nichts gegen den Besuch seines Zwergpudels Biggie Smalls im Schlafzimmer habe: „Meine Hunde schlafen im Bett. Gerade bei kleineren Hunden gehört das für mich einfach dazu“, zitierte die Deutsche Presseagentur den 49-jährigen Ex von Pop-Größe Katy Perry.
Hund im Bett ist mehr als ein emotionales Thema
„Die Wissenschaft hat bis jetzt keine eindeutige Antwort darauf, wie Schlafqualität und tierische Begleiter zusammenhängen. Es ist eine persönliche Vorliebe, ob man Hunde ins Bett lässt“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt den medizinischen Aspekt des nächtlichen Naheverhältnisses.
„Hunde ziehen ihr Tagesgewand am Abend nicht aus“, sagt Reitl. An Fell und Pfoten gelangen Schmutz, Haare und Keime auf Polster und Decken. Bei gesunden Menschen bleibt das meist ohne Folgen. Allergiker und Personen mit Vorerkrankungen sollten jedoch besonders auf Hygiene achten.
Bakterien, die sonst nur beim Streicheln auf die Haut gelangen, sind im Bett von abends bis morgens eine ständige Belastung.
Haustiere können Flöhe, Pilze und Würmer auf den Menschen übertragen
„Parasitenschutz ist für Halter, die ihren Schlafplatz mit dem Hund teilen, besonders wichtig“, verweist die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn auf Krankheiten, die von Vierbeiner auf Mensch übertragbar sind.
Das betrifft Flöhe und Pilze, aber auch den seltenen Fuchsbandwurm, der bei infizierten Besitzern Zysten in Leber und Gehirn verursachen kann.
Beim Parasitenschutz ist der Tierarzt dringend gefragt
Individuelle Entwurmungen in Absprache mit dem Veterinärmediziner des Vertrauens bieten den besten Schutz. Spot-On-Präparate haben eine Depotwirkung, Pasten lassen sich mitunter einfacher verabreichen als Tabletten.
Für Babys und Kleinkinder besteht zusätzlich Verletzungsgefahr durch schwergewichtige Vierbeiner.
Auch Menschen können Hunde am geteilten Schlafplatz verletzen
Doch nicht nur für Menschen, auch für Hunde kann das geteilte Bett problematisch sein. „Unruhige Schläfer sollten ihr Haustier nicht ins Bett nehmen“, sagt Reitl. Im Schlaf könnten Vierbeiner versehentlich arg bedrängt bzw. aus dem Bett gedrängt werden. Es drohen Quetschungen oder gar Knochenbrüche.
Nur konsequente Erziehung hält Vierbeiner im eigenen Körbchen
„Für die allermeisten Hunde sind eigene Schlafplätze gleichwertig mit dem Bett; für sie ist es nur eine Sache der Gewohnheit“, betont der KURIER-Tiercoach. Es könne daher genauso das Körbchen neben das Bett gestellt werden. Klar warnt Reitl: „Wer seinen Hund nicht im Bett haben möchte, sollte das von Beginn an konsequent vermitteln.“
KURIER Tiercoach
Der KURIER-Tiercoach Frau Dr. Katharina Reitl aus der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn gibt exklusiv für den KURIER regelmäßig Tipps zur Haustierhaltung.
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