Traveler Standing at the Gates of Pura Lempuyang Temple aka Gates of Heaven Bali, Indonesia

Strandverbot auf Bali: Das müssen Reisende zum Neujahrsfest im März wissen

Am Neujahrstag steht in Bali alles still, auch Touristen dürfen nicht auf die Straße oder den Strand.

Von Jochen Müssig

Ruhe. Es herrscht absolute Ruhe – eine Art Totenstille. Kein Fahrzeug ist zu sehen, kein Fußgänger. Alle Restaurants und Geschäfte sind geschlossen, die Straßen leer gefegt: Denpasar, Balis sonst so enge, laute, stickige und hektische Hauptstadt – am Nyepi-Tag ist sie eine Geisterstadt.

Und so sah es am balinesischen Neujahr (heuer ist es am 19. März) auf der ganzen Insel aus: ob in einem einsamen Dorf in den Bergen, am sonst so überlaufenen Kuta-Beach oder eben in der Inselhauptstadt. Auch Wayan ist zu Hause. Wayan heißt der Älteste, aber er ist erst zwölf und es fällt ihm schwer auf sein Fahrrad, die Freunde und Spaß zu verzichten.

An einem Tag ist alles zu

Doch am balinesischen Neujahr sind alle Aktivitäten zu unterbleiben. Niemand darf auf die Straße – nicht einmal die Touristen. Sogar der internationale Flughafen wird für den ganzen Tag dichtgemacht. Bali versinkt in einen tiefen Schlaf. Selbst in den Häusern wird nicht gesprochen. Früher schalteten die Elektrizitätswerke den Strom ab. Aber in Zeiten von Kühlschränken ist zu viel Nahrung verdorben. Die Regel wurde gelockert. Deshalb schließt so manche Familie die Fensterläden und macht ganz leise den Fernsehapparat an. In Wayans Haus aber waren alle Stecker gezogen – bis auf den vom Kühlschrank.

Ein Junge mit Kopfbedeckung spielt ein Musikinstrument mit einem Holzschlägel.

Am Nyepi-Tag darf niemand auf die Straße. Auch Wayan (Bild) darf seine Freunde nicht treffen.

©Jochen Müssig

Am Tag zuvor, am Tawur Kesanga, lärmte Wayan noch mit seinen Freunden durch die Straßen. Sie brannten Knallkörper ab und zogen mit selbst gebastelten Ogoh-Ogoh-Monstern durch Denpasar. An jeder Abzweigung oder Kreuzung wurden die Dämonen – Ogoh-Ogoh genant – hin- und hergezerrt sowie um die eigene Achse gedreht. Mit dem Zweck, die bösen Geister zu verwirren und aus dem Ort zu treiben. Ist das geschehen, hoffen die Balinesen, dass die Dämonen am Nyepi, dem ersten Tag des balinesischen Jahres, nicht wieder zurückkehren, weil sie ja glauben müssen, dass alles ausgestorben ist, wenn keine Menschen mehr auf den Straßen zu sehen sind, nichts zu hören ist, nachts kein Licht leuchtet und auch keine Flugzeuge mehr landen.

Top 3

Einreise Mit EU-Reisepass und Visum – online oder   direkt bei Ankunft  – kann man 30 Tage bleiben (ca. 30 €, visa-online.imigrasi.go.id)

Traditionell Einmal einer Feuerzeremonie auf Bali beiwohnen ist spektakulär und anmutig zugleich.

Übernachten Es gibt kaum einen Platz auf der Welt, wo man günstiger in einer Villa mit eigenem Pool nächtigen kann als in Bali (ab 500 €, anantara.com).

Hotels bereiten ihre Gäste auf Nyepi vor. So liegt bei „Anantara“ in Ubud jeden Abend ein Kärtchen auf dem Kopfpolster, das über balinesische Eigenarten informiert, ob es das Opfersträußchen Kuangen ist oder eben Nyepi. Denn auch den Touristen wird am Nyepi-Tag viel abverlangt: Man darf nicht einmal an den Strand.

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