Segel, Sonne, Sturm: Abenteuer mit dem Viermaster in der Karibik

Kleine Antillen. Schöne Buchten, traumhafte Strände, endloses Meer: Die Karibik auf einem gediegenen Viermaster zu ersegeln, ist ein feines Abenteuer – selbst wenn das Wetter einmal bockt und es ein bisschen „bewegter “ wird.
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Zusammenfassung

  • Segelabenteuer auf der "Star Flyer" durch die Kleinen Antillen mit Sonne, Sturm und entspanntem Bordleben.
  • Attraktionen wie Mastklettern, Wassersport und familiäre Atmosphäre statt klassischer Kreuzfahrtunterhaltung.
  • Segeltörns mit Vier- und Fünfmastern in Karibik, Mittelmeer und Atlantik, einwöchige Reisen ab 2.000 € p.P.

„Das ist sehr ungewöhnlich“

So lässt sich Karibik leben, auch wenn später die berühmte Passage durch den Sir Francis Drake Kanal überwiegend grau ist. „Das ist sehr ungewöhnlich“, sagt Sergei, der erste Offizier auf der Brücke der „Star Flyer“. „Das ist sehr selten“, sagt der kroatische Kapitän Ante und blickt auf die Prognose für den nächsten Tag. „Das ist Segeln“, sagt Peter ungerührt, der stets eine Erklärung parat hat, für das Bewegte erst recht: „Wenn es in Nordamerika kalt und stürmisch ist, hat das immer Auswirkung auf das Wetter hier“, erklärt er (New York versinkt grad in Schneestürmen), „aber das geht vorbei.“

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Landkarte Kleine Antillen

Bis es vorbei ist, lernt man das Schiff und die Entspanntheit an Bord doppelt schätzen. Ein Restaurant mit Frühstücks- und Mittagsbuffet und gesetztem Essen von Fünf-Sterne-Niveau am Abend, keine Massen, die sich die Teller voll schaufeln, als gäb’s kein Morgen; eine Piano/Tropical-Bar für den Salon innen und das Deck außen; eine getäfelte Bibliothek, in die man sich zurückziehen kann zum Spielen und Lesen, etwa die Geschichten, auf welchen Inseln Kolumbus angeblich gelandet ist, welche Insel wann wem gehört hat und wieder nicht gehört hat (Niederländer, Engländer, Spanier, Franzosen); ein Musiker, der an der Orgel, am Klavier, dann an der Flöte oder am Saxofon Musik macht, dezent im Hintergrund; Bord- und Servierpersonal, bunt zusammengewürfelt aus allen Teilen der Welt, das schnell wie ein Teil der gesamten Familie an Bord wirkt, immer freundlich und mit scheinbar, nein anscheinend Freude an der Arbeit.

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Mastklettern

Hinauf auf den Mast

Mastklettern ist auf der „Star Flyer“ eine der Attraktionen, die bei Schönwetter anstehen. Dann trauen sich die Wagemutigen, mit zwei Karabinern angeleint, die Strickleiter die sechzig Meter hohen Masten hinauf. Es geht bis zur ersten Plattform. Dort hat man einen wunderbaren Blick auf das Deck mit den blauen Liegebetten und den beiden Netzen am Bug, in die man sich legen kann, das Meer unter und den Himmel über sich. Der wieder so strahleblau ist, wie man ihn sich in der Karibik erwartet.

Strahlend blau, so präsentiert sich auch die Frigate Bay auf St. Kitts, dem südlichsten Punkt dieser Reise durch die Kleinen Antillen. Hier packen Serge und Ferguson, die junge Sport-Equipe der „Star Flyer“, die Sportsachen wie Paddelboot, Windsurfbrett und sogar Wakeboard aus, mit dem der Könner ein paar Runden um den Viermaster dreht, während einige andere Passagiere nach einem Inselausflug an einer der kleinen Strandhütten die frischeste Kokosnuss schlürfen, die man nur schlürfen kann.

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Frische Kokosnuss an einer Strandhütte.

Es passiert nicht alle Tage, dass man in der Karibik auf ein Kreuzfahrtschiff steigt und Cruise-Direktor Peter vor dem Ablegen sagt: „Das Schiff wird sich heute Nacht noch etwas bewegen“. Gemeint ist damit, was der Wind im Hafen von Sint Maarten bei strahlender Abendsonne und ein paar fliegenden Wolkenfetzen ahnen lässt: Es könnte schaukelig werden.

„Wir waren die ganze Nacht unter Segeln, kein Motor!“

Das Schaukeln ist dann halb so wild, eine mäßige Brise von 3 bis 4 wiegt in einen wohligen Schlaf in der Kabine. Und Peter kann am nächsten Morgen, als wir die Küste vor Anguilla entlangfahren, stolz verkünden: „Wir waren die ganze Nacht unter Segeln, kein Motor!“

Wir sind nämlich mitnichten auf dem, was man heute unter einer Kreuzfahrt versteht: „All den Nonsens von Las Vegas-Show, Casino, Discos, vierzehn Restaurants und Pools mit Rutschen, den gibt es bei uns nicht“, sagt Peter – „wir sind auf einer Segelreise!“

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Sonnenuntergang.

Aufbruch, wenn es windet

Noch ist es nicht so weit: Vögel, die an Flugsaurier erinnern, kreisen über dem Idyll aus türkisblauem Meer, feinem Strand und sanft wiegenden Palmen. Ein paar Urlauber schnorcheln sich durch die bunte Fischwelt. Andere versuchen sich auf dem Stand-up-Paddel. Aber als würzige Chicken Wings und gebratener Mais am Buffet verzehrt sind, drängt Peter zum vorzeitigen Aufbruch. Es windet. Und weil das Meer tatsächlich schon bewegt ist, schafft es der Tender – das große orangefarbene Beiboot der „Star Flyer“ – nur einmal so an den Strand, dass man auch zusteigen und zum Schiff zurückkehren kann. Der Rest der Passagiere muss in ein nie „ruhig haltendes“ Schlauchboot klettern, das zum weiter draußen schaukelnden Tender fährt, dort umsteigen, ehe es zum Schiff geht. Ein Abenteuer, das sich vier, fünf Mal wiederholt. Als alle wieder an Bord der „Star Flyer“ sind, ist auch die Besatzung spürbar froh.

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