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Unerwartete Urlaubstrends 2026: Was jetzt von Luxus bis KI boomt

Das Reisen wird immer vielfältiger und bunter – die Formate und Trends reichen von Solo Travel über maßgeschneiderte Touren bis Luxus und Kreuzfahrt.

  • Alle wollen Luxus – zumindest ein bisschen davon

Es wirkt auf den ersten Blick eigenartig: Trotz wirtschaftlicher Schieflage geben Menschen mehr Geld fürs Reisen aus – teils deutlich mehr. Aber seit den Corona-Lockdowns ist Urlaub wieder etwas wert, da will man eher nicht aufs Geld schauen. Im Mittelstand bedeutet das: Neben hochwertigen (und damit teuren) Kurztrips von Spatempel bis Luxus-Citytrip boomen auch High-End-Hotels in Destinationen wie Dubai, Oman, Marokko und Griechenland. Aber nicht nur im „Adults-only“-Segment, sondern auch bei Familien werden die Quartiere nobler: Die Kette Falkensteiner etwa, ursprünglich aus dem guten 4-Stern-Bereich kommend, errichtet und renoviert Häuser auf 5-Stern-Niveau, auch Urlaubsclubs wie Robinson ziehen in Qualität (und Preis) nach oben. Eine Liga darüber entstehen zunehmend Luxusresorts, die traditionellen Küstendörfern nachempfunden sind – halt mit Nobelboutiquen drin, Beispiel Portopiccolo nahe Triest. Bei Kreuzfahrten ergibt sich der Luxus aus kleineren Schiffen (rund 50 Gäste), beim Fliegen boomt die Businessclass.
Aber: Oft wird zwar pro Tag mehr ausgegeben, die Aufenthaltsdauer dafür jedoch verkürzt.

  • Kreuzfahrtsboom: die größten Zuwächse

Egal, wen man in der Branche fragt: Das Top-Buchungsplus haben Kreuzfahrten – bis zu 30 Prozent. Aus drei Gründen: 1. Es gibt mehr Angebot, fast monatlich werden neue Schiffe in Dienst gestellt (die zumindest auch immer umweltfreundlicher werden). 2. Kreuzfahrt ist mittlerweile als Pauschale oft günstiger als Cluburlaub. Und 3. auch attraktiver: jeden Tag eine neue Stadt/ein Ausflug, das finden viele besser als reines Strandliegen. 

  • Maßgeschneidert statt Einheitsgröße

Der Fokus auf Individualität  hat auch in der Reisebranche Einzug gehalten. Statt zu buchen, wo der Nachbar oder die Kollegin im vergangenen Jahr waren, wollen viele ein Reiseprogramm, das  auf ihre hyperindividuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Viele Veranstalter bieten daher an, sich mit persönlicher Beratung vom Reisebüro individuelle Reiserouten und Programm „schneidern“ zu lassen. Egal, wie nischig die Wünsche sind.

  • Themenreisen: Es gibt nichts,  was es nicht gibt 

Egal, in welcher Lebenslage man sich befindet, es gibt immer einen Reiseveranstalter, der  Ihre Bedürfnisse abdeckt. Natürlich: Reisen für Senioren, Singles, Sportler oder Hobby-Fotografen gibt’s schon seit Langem. Aber 2026 lautet das Motto: Die Nische sind wir alle. Sie sind geschieden oder trauern um jemanden? Es gibt divorce retreats und grief reatreats. Auch Racketsportler, Insekten-Enthusiasten oder Frauen in der Menopause werden mit Gruppenreisen umschwärmt. Ein großer Brocken bei Themenreisen ist seit Jahren das Set-Jetting: Dorthin reisen, wo der Lieblingsfilm oder die neueste Netflixserie gedreht wurde. Eine junge Sparte davon sind Romantasy-Holidays, die von Fantasy-Büchern inspiriert sind – Burgen, Wälder und magische Erlebnisse stehen im Fokus des Trips. Anders gelagert ist der Trend Mystery Travel: Hier möchte man den Buchungsstress vermeiden, das Organisieren auslagern und sich bei der Destination überraschen lassen. Bei Mystery Cruises kennen Passagiere die Routen und Häfen bis kurz vor dem Ablegen nicht  oder erfahren diese erst unterwegs. Wer es ruhig mag: Readaways boomen. Bücher einpacken, Handy weg, gemeinsam lesen!

  • KI-unterstütztes Reisen

Schon mal eine Reise mit ChatGPT geplant? Immer öfter lassen sich Menschen bei Planung und Buchung von KI helfen. Sollte man aber  doppelt kontrollieren, sonst wird man mitunter nach Tunis geschickt statt to Nice. 

  • Second Citys

Weil die großen, bekannten Städte wie Rom, Paris oder Barcelona unter den Touristenmassen ächzen, nutzen die sogenannten „Second Citys“ (original: Second Cities) ihre Chance. Wer bisher in der zweiten Reihe stand, rückt 2026 in der Wahrnehmung mitunter nach vorne. Second Citys sind dabei nicht unbedingt   völlig unbekannte Geheimtipps. Nur eben nicht so stark im Vordergrund wie ihre großen Schwestern. Beispiele gefällig? Delft statt Amsterdam. Manchester und York statt London. Brünn und Krumau statt Prag. Cork statt Dublin. Bilbao statt Barcelona. Man könnte mal der Kleinstadt Riquewihr an der Elsässer Weinstraße im Osten Frankreichs einen Besuch abstatten. In Österreich wären das die „Kleinen Historischen Städte“ von Gmunden bis Bludenz. Es muss auch hier nicht immer Salzburg sein. 

  • Snack Packing  

Foodies, Wanderkulinariker ... es gibt dafür viele Namen. Wesentlich: Kulinarik ist der alleinige Anreiz für eine Reise. Man entdeckt eine Stadt bei Food-Touren, probiert flavours und packt  statt Souvenirs snacks (Gewürze etc.) in den Koffer.

  • Solo Travel

Alleine zu verreisen  boomt, viele sind heute bewusst ohne Begleitung  unterwegs. Wo, das ist dabei eher zweitrangig  – von Selbstfindung auf dem Jakobsweg bis zum Strandurlaub auf Kreta, einige Veranstalter bieten schon Packages.

Über Lea Moser

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