Zwei Leoparden fressen an einer Beute im trockenen Gras, während Menschen im Safarifahrzeug sie beobachten.
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Diese Lodge hat den Safari-Urlaub komplett verändert

Es begann als Jagdabenteuer und wurde zum Luxus-Tierreservat. Ein neuer Bildband über die südafrikanische Safari-Lodge Londolozi erzählt von ökologischem Umdenken und politischem Aufbruch.

Die Sehnsucht nach Gin Tonics und Großwildjagd: So begann 1926 die Geschichte der berühmten Londolozi-Lodge in Südafrika, die später Maßstäbe beim Safari-Urlaub setzen sollte. Zwei Freunde, Charles Boyd Varty und Frank Unger, kauften ein Stück Land im Lowveld, westlich des heutigen Krüger Nationalparks.

Gesehen hatten sie es nie. Das Gelände war eine ausgelaugte Rinderfarm: überweidet, erodiert, die Flüsse trocken, das Grasland vom Busch verschluckt. Ökologisch am Boden, jagdlich gesehen ein Paradies. Zwei Generationen lang kamen die Familien Varty und Unger dorthin, schlugen Zelte am Sand River auf und lebten zwischen Jagd, Baden und Lagerfeuerromantik.

Als Fotosafaris neu gedacht wurden

In den 1970er-Jahren wagten die Vartys den nächsten Schritt: Safari für Gäste, ohne Strom und fließendes Wasser und mit zwei klapprigen Land Rovers. Sie setzten Maßstäbe, wie der neue Bildband „Londolozi: The Safari That Changed Everything“ mit Texten von Hailey Wist zum 100-jährigen Jubiläum (erschienen bei Assouline) zeigt: Fotosafaris waren damals neu, auch wenn spannende Tiere eher rar waren.

Doch der Busch entfaltete schön langsam seine Wirkung, immer mehr Gäste kamen. Gegen Ende der 1970er-Jahre änderte sich der Ton. Afrika war im Umbruch, revolutionäre Ideen und Entkolonialisierung lagen in der Luft. Auch Londolozi begann, bestehende Regeln zu hinterfragen, vor allem im Naturschutz. In dieser Aufbruchsstimmung trafen die Vartys auf den Ökologen Ken Tinley. Tinley sah die Natur als großes Ganzes: vernetzt, lebendig und voller Geheimnisse. Von ihm stammt auch das Mantra: „Fürsorge für das Land, Fürsorge für die Tierwelt, Fürsorge für die Menschen.“

Erkenntnisse in Londolozi: Naturschutz braucht Menschen

Menschen müssen profitierenTinley zeigte ihnen, wie Wasserlandschaften funktionieren, wo Busch zurückgedrängt werden muss und wie man weite Grasflächen wieder zum Leben erweckt. Und, ganz wichtig: Naturschutz kann nur funktionieren, wenn auch die Menschen profitieren, die rund um das Reservat leben. Sie setzten sich über das Apartheid-System hinweg und traten mit den Bewohnern in ihrer Umgebung in Austausch.

Die Landschaft erholte sich sichtbar, die gefährdeten, mächtigen Wildtiere kehrten zurück. Heute teilen sich in Londolozi die berühmten „Big Five“ das Revier: Löwen, Leoparden, Spitzmaulnashörner, afrikanische Elefanten und Büffel. Kein Wunder also, dass bald auch internationale Gäste anklopften.

Im Jahr 1993 schrieb Londolozi Safari-Geschichte: Als erstes Wildreservat weltweit wurde es in den exklusiven Kreis der Luxusunterkünfte von Relais & Châteaux aufgenommen. 2014 wählten die Leser des Condé Nast Traveller Londolozi zum besten Hotel und Resort der Welt.

Buchtipp

Buchtipp

Londolozi: The Safari that Changed Everything, 188 Seiten, 120 €, Assouline   

Die Savanne und ihre Tiere direkt vor der Nase. Mitten in der Natur, aber mit allen Annehmlichkeiten einer Edel-Unterkunft – so sieht Safari-Urlaub heute aus. Diese Lodges haben gerade eröffnet. 

Ritz-Carlton, Masai Mara Safari Camp, Kenia

Millionen von Gnus und Zebras  wandern zwischen der Serengeti und der Masai Mara auf der Suche nach frischen Weidegründen. Diese Zeltsuiten des edlen Camps liegen in den Baumwipfeln, von wo man einen hervorragenden Ausblick auf das Schauspiel hat. Dazu gibt es Infinitypools und private Terrassen. Man kann schlechter urlauben. 

Zwei Himmelbetten mit Moskitonetzen, Holzmöbel und große Fenster mit Blick auf eine Terrasse und grüne Landschaft.

Ritz-Carlton, Masai Mara Safari Camp

©Hersteller

Chichele Presidental  Lodge, Sambia

Diese Anlage stammt aus den 1970ern und diente in ihrem Kolonialstil als Lodge für Königin Elizabeth. Doch nun ist ein neuer Stil in die Lodge im South Luangwa Nationalpark eingezogen. Bast, handbedruckte Stoffe und Metalle zieren das Interieur. Toll: die Außenbereiche der zehn Zimmer und der kleine Pool auf der Terrasse.    

Eine luxuriöse Terrasse mit kleinem Pool, Holzboden, Esstisch und Blick auf eine grüne Savannenlandschaft bei Sonnenuntergang.

Chichele Presidental  Lodge, Sambia

©Beigestellt

Bupenyu Luxury Boutique Lodge, Simbabwe

Diese Lodge über der Batoka-Schlucht ist ein Musterbeispiel für Architektur in steiler Hanglage. Die Gebäude fügen sich bestens in die Landschaft ein, es gibt einen grandiosen Blick auf die Stromschnelle Nr. 22 des Sambesi. Spa, Weinkeller usw. gibt es natürlich auch. Und die Victoriafälle sind rund 30 Kilometer entfernt.   

Modernes Haus mit großer Terrasse, Pool, Liegestühlen und Feuerstelle inmitten einer natürlichen Landschaft bei Sonnenuntergang.

Bupenyu Luxury Boutique Lodge, Simbabwe

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Laba Grumeti Art Lodge, Tansania

Dem Aufenthalt in der Serengeti setzt diese Unterkunft noch eines drauf. Jedes Zimmer, das mit afrikanischen Elementen versehen ist, öffnet sich zu einer Terrasse mit einem 180-Grad-Panoramablick. Und 30 Prozent des Gewinns gehen in die Ausbildung von Rangern, die Bekämpfung der Wilderei und in karitative Einrichtungen.  
 

Gemütliche Lounge mit modernen Möbeln, Holztischen und Blick auf eine weite Savannenlandschaft durch große Fenster.

Laba Grumeti Art Lodge, Tansania

©Hersteller
Daniel Voglhuber

Über Daniel Voglhuber

ist Redakteur bei der KURIER Freizeit. Seit Dezember 2020 schreibt er über Reisen, Kultur, Essen und Lifestyle. Kurz: über alles, was schön ist und Spaß macht. 2011 startete er in der KURIER-Chronik als Mitarbeiter für Oberösterreich, später produzierte er lange verschiedene Regionalausgaben.

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