Der Weg verläuft links und rechts der Tiroler Ache – wo sich früher die Schmuggler durchschlugen.
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Was diesen Herbst auf dem berühmten Schmugglerweg passiert

Der Tiroler Schmugglerweg ist zwar nicht mehr aktiv, aber es ist jetzt einiges dort los.

Es gibt viele Motive, warum man von einem „Schmugglerweg“ fasziniert sein kann: Manchmal wegen den historischen, oft traurigen Episoden, manchmal schwingen abenteuerliche Wildererlegenden mit, oft steckt auch die interessante Entwicklung von Wirtschaftsräumen dahinter. Was aber allen Schmugglerwegen gemein ist: Sie sind immer Pfade, die naturbelassen wirken, versteckt eben, und dadurch so nachvollziehbar authentisch. Werden sie dann für touristische Zwecke verwendet, birgt das die Gefahr, dass sie doch zur Wander-Autobahn verkommen.

Irgendwie hat man das beim Tiroler Schmugglerweg Klobenstein, einem der bekanntesten seiner Art, zu verhindern gewusst.

Menschen in traditioneller Tracht bei einem Alpenumzug, vorne eine Frau mit Akkordeon und ein Kind, daneben ein Mann mit Stock.

Kaiserwinkl Schmugglerfest: Alles zum Schmuggeln, von Erlebnis-Zeitreise bis Kostümierung und Genuss-Markt lokaler Produzenten.

©© Tourismusverband Kaiserwinkl

Viel zu sehen

Der Weg fügt sich in die Nord-Süd-Route, die für Europas Geschichte so wichtig war und das Land Tirol einst reich und mächtig gemacht hat: Hier waren die deutschen Kaiser, dort das heilige Rom, irgendwie musste man ständig über die Alpen. Und wo sich da eine Schlucht auftat, ging man durch. So kamen hier schon die Kelten immer wieder durch, dann die mittelalterlichen Händler und so weiter bis zu Schmugglern, die bis zum EU-Beitritt Österreichs alltägliche Waren zwischen dem bayrischen Schleching und dem Tiroler Kössen in der Region Kaiserwinkl am Zoll vorbeitrugen. Fast alle Kaiserwinklerinnen und Kaiserwinkler über vierzig haben irgendeine Anekdote dazu.

Richtig charmant ist der meist eben dahinlaufende Schmugglerweg aber, weil auf seinen 8,2 Kilometern ein Wow dem nächsten folgt: die kitschig schöne Wallfahrtskirche Maria Klobenstein hier, zwei mächtige Hängebrücken über die fesche Tiroler Ache und die „Entenlochklamm“ da. Der Name kommt übrigens nicht von Enten, sondern aus dem Dialekt: entan Loch, also „hinter dem Loch“, lag und liegt das fremde Land. Dazu Kiesstrände zum Baden, Aussichtsplattformen zum Fürchten, Wälder zum Staunen – wer (auch perfekt mit Kids) von Kössen mit dem Bus nach Schleching fährt und samt Proviant und Badezeug zurückschlendert, kann einen kostenfreien Urlaubstag allerhöchster Güte daraus machen.

Der Name „Entenlochklamm“ kommt nicht von Enten, sondern aus dem Dialekt: entan Loch, also „hinter dem Loch“, lag und liegt das fremde Land.

Der Name „Entenlochklamm“ kommt nicht von Enten, sondern aus dem Dialekt: entan Loch, also „hinter dem Loch“, lag und liegt das fremde Land. 

©Halbhuber Axel

Und wer das im Herbst tut, sieht neben der pittoresken Blattfärbung in diesem Canyon auch noch das Kaiserwinkler Schmugglerfest. Dabei wird die alte Geschichte mit einem Dorffest verbunden – mit Kostümen, Musik, Essen, Programm und einer Hetz, wie man so sagt.

Info

Schmugglerweg Klobenstein Der 8,2 Kilometer lange Weg hat nur 250 Höhenmeter, aber kurze Steilstücke und Stufen, ca. drei Stunden (o. Pausen). Von Kössen nach Schleching verkehren Busse (15 Min.)

Kaiserwinkl Schmugglerfest Alles zum Schmuggeln, von Erlebnis-Zeitreise bis Kostümierung und Genuss-Markt lokaler Produzenten: Dorfplatz Kössen, 19. Sept., 11–19 Uhr.

Region Quartiere, Events, Bus-Infos etc.: kaiserwinkl.com

Axel Halbhuber

Über Axel Halbhuber

Ich habe mir unter den Zweigen des Schreibens den Journalismus ausgesucht, um nicht über mich schreiben zu müssen. Und jetzt schreibe ich hier Zeilen zu meiner Vita. Es gibt im Leben Wichtigeres, das es zu beschreiben gilt. Eben das macht diesen Job spannend: gestern ein Interview mit den Klitschko-Brüdern, heute eine Reportage in einem Dorf für Demenzpatienten, morgen das Porträt über die wahre Biene Maja. Leben ist Vielfalt, auch das Berufsleben. Daher habe ich im Journalismus vieles gemacht: Wirtschaftszeitung bis Männermagazin, Online-Ressortleitung bis Gratismedium-Chefredaktion, Sportressort bis Societymagazin, Österreichwanderung bis Weltreise. Und bei aller Vielfalt ist das Reisen doch zu einem Steckenpferd geworden, auch durch meine Bücher „Ich geh dann mal heim“, „Einfach eine Weltreise“ und "Reisen ist ein Kinderspiel". Aber am wichtigsten war die Biografie über Helmut Kutin: "Wie aus einer zerstörten Kindheit ein gutes Leben wurde." Das muss wirklich jeder lesen!!!!

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