Top view of mushroom latte with Shiitake powder and unsweetened coconut-almond blend milk. Healthy useful vegan drink, flat lay.
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Warum Pilzkaffee gefährlich sein kann: Ernährungsexpertin erkärt

Mushroom Coffee wird auf Social Media und von den Herstellern als gesündere Alternative zu Espresso und Co. angepriesen. Was verschwiegen wird, sind die potenziellen Gefahren.

Pulverisierte Pilze im Kaffee sollen zu mehr Fokus und weniger Stress verhelfen sowie das Immunsystem stärken, tönen die Lobpreisungen auf Instagram, Tiktok und Co.. Viel gesünder als Kaffee sei er, heißt es. 

Die wissenschaftliche Datenlage bestätigt die Versprechungen laut Ernährungswissenschafterin Susanne Lindenthal jedoch nicht. „Pilze, etwa Hericium, Reishi, Chaga oder Cordyceps, enthalten durchaus interessante bioaktive Substanzen“, sagt sie. Zu einzelnen Pilzen seien auch schon erste Studien an Menschen durchgeführt worden, diese Studien seien aber klein. Außerdem wurden definierte Extrakte oder Nahrungsergänzungsmittel untersucht, jedoch nicht Pilzkaffee-Produkte, die auf Social Media beworben werden.

Inhaltsstoffe oft unklar

Lindenthal warnt: „Aus einer möglichen Wirkung eines bestimmten Pilzextrakts kann man nicht automatisch ableiten, dass ein Instantkaffee mit Pilzpulver denselben Effekt hat.“ Bei den Kaffees ist oft nicht erkennbar, welcher Bestandteil des Pilzes verarbeitet wurde, wie hoch die Dosierung ist und welche Pilzqualität verarbeitet wurde. 

Für wen Pilzkaffee gefährlich werden kann

Gesunden Erwachsenen droht vermutlich wenig Gefahr, wenn das Produkt qualitativ einwandfrei ist; das sei aber für den Konsumenten schwer zu beurteilen. Lindenthal warnt jedoch vor regelmäßiger Einnahme, vor allem in hohen Mengen.

Vor allem Menschen mit Vorerkrankungen, Nierenproblemen, Schwangere und Stillende sollten beim Konsum von Pilzkaffee aufpassen. Außerdem könne es zu Wechselwirkungen kommen, wenn Medikamente eingenommen werden, die den Blutzucker oder die Blutgerinnung beeinflussen.

Verbraucherschützer warnen vor möglichen Verunreinigungen durch Schimmelpilze im Pilzpulver. Das solle man laut der Ernährungswissenschafterin ernst nehmen: Oft sei nicht ersichtlich, woher die Extrakte kommen, und nicht klar, ob die Qualität der Rohstoffe stimmt und deren Verarbeitung, Lagerung und Qualitätskontrolle sauber erfolgen. "Mykotoxine lassen sich durch heißes Aufgießen nicht unschädlich machen."

Besser heimische Pilze essen

„Wer von den Nähr- und Ballaststoffen von Pilzen profitieren möchte, ist mit Speisepilzen in der normalen Ernährung wesentlich besser beraten als mit teuren Pulvermischungen mit unklarer Wirkstoffmenge.“  

Über Marianne Lampl

Redakteurin und Digital Producer bei KURIER und freizeit.at, dem Digitalformat der KURIER freizeit. Geboren im Burgenland, für den Besuch einer Kunstschule mit 13 Jahren nach Wien gekommen. Studierte dann später in Graz Journalismus und arbeitete anschließend in Wien beim ORF, bei Heute und PULS24.at, unter anderem als Ressortleiterin für Szene, Lifestyle, Entertainment und Kultur. Seit 2024 bei KURIER und freizeit.at.

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