Erstklassige Erstlinge: Zwölf Debütromane, die es zu lesen lohnt
Neue Stimmen, spannende Geschichten. Denn es muss nicht immer J. K. Rowling oder Sebastian Fitzek sein.
Seitenweise literarischer Anspruch und gute Unterhaltung. Zwölf Debütromane, die überzeugen und ein Versprechen auf eine spannende Lese-Zukunft sind.
Martin Piekar: „Vom Fällen eines Stammbaums“
Marcin pflegt seine schwerkranke Mutter, früher Altenpflegerin, sie verbindet eine konfliktreiche Beziehung. Einst ist sie aus Polen nach Deutschland ausgewandert. Prämierte Aufarbeitung einer Familiengeschichte. (Rowohlt, 464 S.)
Susanne Kaiser: „Riot Girl“
Kommissarin Obalski ermittelt undercover unter einer Gruppe radikaler junger Frauen, die sich gegen Frauenhass wehren. Wer ist hier Täter, wer Opfer? Fesselnder Auftakt der Krimireihe, belohnt mit dem Glauser-Debütpreis. (Rowohlt, 416 S.)
Betty Boras: „Das schönste aller Leben“
Ceauşescu ist gestürzt und die sechsjährige Vio und ihre Familie fliehen aus Rumänien. Der Roman erzählt einfühlsam und poetisch vom Anpassen und Dazugehören – und Schönheit als geheimer Währung. (hanserblau, 240 S.)
Julia Bähr: „Hustle“
Als Leonie das Geld für München ausgeht, verdient sie an Racheaktionen für Menschen mit Liebeskummer. Dann schließt sie sich drei Frauen mit krimineller Energie an. Sarkastische Kapitalismuskritik, witzig und kurzweilig. (pola, 320 S.)
Clara Leinemann: „Gelbe Monster“
Mathematikstudentin Charlie nimmt nach einer gewalttätigen Beziehung an einem Antiaggressionstraining teil und geht ihrer Wut auf den Grund. Roman über weibliche Gewalt in Beziehungen, mitreißend geschrieben. (Suhrkamp, 192 S.)
Son Lewandowski: „Routinen“
Die Geschichte der Leistungsturnerin Amik zeigt die Gnadenlosigkeit des Spitzensports auf, von Diäten bis zum mentalen Druck. Eindringlich, berührend, meisterhaft erzählt. Nominiert für den Harbour Front Debütpreis. (Klett-Cotta, 272 S.)
Lidija Hilje: „Dem Meer entgegen“
Ivona kehrt nach dem Scheitern ihrer Ehe in ihre Heimatstadt Zadar an der kroatischen Küste zurück. Bald muss sie sich zwischen alten Gefühlen und einem Neustart entscheiden. Poetischer Sommerroman. (Hanser, 400 S.)
Joana June: „Bestie“
Social Media und Selbstfindung: Die unscheinbare Delia zieht in die WG der Influencerin Anouk, um ihrem alten Leben zu entkommen. Eine Freundschaft entsteht. Oder ist das bloß Inszenierung? Die Autorin ist selbst YouTuberin. (pola, 336 S.)
Cora Wucherer: „All die Farben, all das Licht“
Zwei Geschwister raufen sich zusammen: Martha, 13, und ihre 17-jährige Schwester. Die will Malerin werden, doch ihr Augenlicht schwindet.Ein Story über Hoffnung, Kunst und einen besonderen Roadtrip. (Klett-Cotta, 320 S.)
Jehona Kicaj: „ë“
Die Erzählerin ist als Kind mit ihrer Familie aus dem Kosovo nach Deutschland geflohen. Ein Roman über Heimatverlust und die Suche nach Verständnis. Stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. (Wallstein, 176 S.)
Ozan Zakariya Keskinkılıç:„Hundesohn“
Zeko lebt in Berlin, aber denkt immer an ihn zurück: den Nachbarsbuben aus Adana. Als sein Großvater stirbt, bereitet er sich auf ein Wiedersehen vor. Dates, Migration, Poesie: ein vielgelobtes Debüt. (Suhrkamp, 219 S.)
Oliwia Hälterlein: „Wir Töchter“
Als Waleria erfährt, dass sie keine Kinder bekommen kann, setzt sie sich mit ihrer Familiengeschichte auseinander. Feministischer Roman über drei Frauen dreier Generationen, und wie Herkunft ihr Leben bestimmt. (C.H. Beck, 357 S.)
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