Ein junger Schauspieler im Harry-Potter-Kostüm hält eine Filmklappe mit der Aufschrift "Harry Potter, Episode 101".

Harry Potter in Serie: Kann HBO den Zauber neu entfachen?

25 Jahre nach dem ersten „Harry Potter“-Film wagt HBO die Serien-Neuauflage. Fans und Ex-Macher sind gespalten: Wird es magisch oder nur mehr vom Gleichen?

Auch Zauberlehrlinge altern. Im Herbst feiert „Harry Potter und der Stein der Weisen“ sein 25-jähriges Jubiläum. Die Verfilmung des ersten Bandes war so, wie sich viele Fans ihre Helden und die Zauberschule Hogwarts vorgestellt haben. Sieben weitere folgten.

Gerade wagt sich HBO an eine Neuauflage als Serie, die ab 2027 laufen soll. Braucht die Welt wirklich denselben Zaubertrick noch einmal, nur in Episodenlänge? Oder kommt ein neuer Zauberspruch, der alles verändert?

Film-Regisseur Chris Columbus ist etwas skeptisch

Chris Columbus, Regisseur der ersten beiden Potter-Filme, zeigt sich skeptisch. Nach den ersten Setfotos von Nick Frost als Hogwarts-Wärter Hagrid sagte er im Podcast The Rest is Entertainment: „Ich dachte, die Kostüme und alles andere würden anders sein, aber es ist mehr vom Gleichen. Es wird alles gleich bleiben.“

Ein Mann mit sehr langem, buschigem Bart und langen Haaren trägt einen grünen Mantel und blickt nach vorn.

So soll Nick Frost als Hogwarts-Wärter Hagrid aussehen.

©Aidan Monaghan/HBO

Und doch kann er der Neuverfilmung einiges abgewinnen. Er nannte sie in einem Interview eine „spektakuläre Idee“. Denn in einer Serie ist mehr Platz als in einem Film: „Wir wollten aus den Büchern alles umsetzen und auf die Leinwand bringen. Aber wir hatten dazu nicht die Gelegenheit“, sagte er zu Variety. „Die Serie hat die Chance, all diese Szenen zum Leben zu erwecken.“

Harry Potter als Serie soll zehn Jahre dauern

Das klingt auf jeden Fall nach einem Mammut-Projekt. Casey Bloys, Chef von HBO, verspricht laut Deadline eine getreue Adaption, geplant als Langzeitserie über rund zehn Jahre hinweg. Gemunkelt wird, dass jede Staffel einen der sieben Bände behandeln soll. Die Produktion läuft seit Sommer. Während die erste Staffel noch produziert wird, arbeiten die Autoren schon an der zweiten. „Wir werden alles daransetzen, eine große Lücke zu vermeiden“, sagte Bloys.

Die kreative Leitung haben Francesca Gardiner und Mark Mylod übernommen. Sie haben Erfahrungen mit Machtkämpfen, schrägen Figuren und dunklen Abgründen. 

Erfolgreich mit Succession

Die beiden drückten schon der Erfolgsserie „Succession“ über eine verkommene Milliardärsfamilie ihren Stempel auf. Bei Gardiner werden als Showrunnerin alle Fäden zusammenlaufen. Mylod wird bei mehreren Folgen Regie führen. Vor der Kamera treten neue Gesichter auf: Dominic McLaughlin als Harry Potter, Alastair Stout als Ron Weasley, Arabella Stanton als Hermine Granger.

Drei Kinder hocken lachend im hohen Gras einer grünen Wiese mit Bäumen im Hintergrund.

Das sind die Neuen: Arabella Stanton als Hermine Granger, Dominic McLaughlin als Harry Potter und Alastair Stout als Ron Weasley.

©Aidan Monaghan/HBO

Die Chancen stehen gut, dass das zündet: Die acht Filme brachten zusammen rund sieben Milliarden Euro ein. Joanne K. Rowlings Romane gingen über 600 Millionen Mal über die Ladentische und sind in 85 Sprachen übersetzt.

Die Autorin selbst, die zuletzt vor allem wegen ihrer Kritik an Gesetzesänderungen zugunsten von Transpersonen Schlagzeilen machte, ist hinter den Kulissen als ausführende Produzentin dabei. Dazu war sie bei den Drehbuch- und Besetzungsentscheidungen der Serie beteiligt.

Daniel Voglhuber

Über Daniel Voglhuber

ist Redakteur bei der KURIER Freizeit. Seit Dezember 2020 schreibt er über Reisen, Kultur, Essen und Lifestyle. Kurz: über alles, was Freude macht. 2011 startete er in der KURIER-Chronik als Mitarbeiter für Oberösterreich, später produzierte er lange verschiedene Regionalausgaben.

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