Für Agatha Christie Fans: Spurensuche am Tatort

Georgianisches englisches Landhaus
Der vielleicht verspielteste Poirot-Fall wird 80. Den Schauplatz zur Buchvorlage kann man in Südengland erkunden.

Kaum ein Agatha-Christie-Roman passt so gut zum aktuellen Zeitgeist der Murder -Mystery-Spiele, wie ihr 31. Roman „Wiedersehen mit Mrs Oliver“ (orig. "Dead Man's Folly"). Findet hier doch der Mord im Zuge eines investigativen Rollenspiels statt, das die fiktive Krimiautorin Ariadne Oliver für den reichen George Snubbs auf dessen südenglischer Sommerresidenz Nasse House realisieren soll.

Wer im echten Südengland – konkret am südwestlichsten Zipfel von Torquay in der Grafschaft Devon – der einspurigen, in Hecken gefassten Greenway Road folgt, kommt „durch große Eisentore und entlang einer Auffahrt, die schließlich vor einem großen weißen georgianischen Haus mit Blick auf den Fluss endet“ – genauso wie Hercule Poirot, den Mrs. Oliver am Beginn des Romans in hektischer Dringlichkeit zu sich ruft.

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"Wiedersehen mit Mrs Oliver" ist Agatha Christies 31. Roman. 

Denn für ihren 1956 erstmals erschienenen Roman hat die Krimiautorin ihre eigene Sommerresidenz als Vorlage genommen. Einzig der Blick auf den Fluss ist heute verstellt, hat Agatha Christie doch Magnolien pflanzen lassen. Zum Schutz vor neugierigen Paparazzi, die versuchten, von Booten auf dem River Dart aus, Einblick ins Leben der Schriftstellerin zu erhaschen.

In Wirklichkeit heißt das Anwesen nicht Nasse, sondern Greenway House und wird heute vom National Trust als Museum geführt.

Agathas Giftgarten

So kann man durch die eleganten Räumlichkeiten des Haupthauses schreiten, etwa das Gesellschaftszimmer, in dem Agatha Christie ihre Manuskripte bearbeitete und ihrem Mann Max vorlas. Oder das Bootshaus erkunden, in dem die 14-jährige Marlene Tucker im Buch nur eine Leiche spielen soll und dann tot aufgefunden wird.

Unbedingt sollte man nach dem Greenway House zur nahen Torre Abbey fahren. In dem früheren Kloster hat Hauptgärtnerin Ali Marshall zu Ehren der Autorin einen Giftgarten angelegt. Hier steht auch jene Weide, dessen Inhaltsstoff in „Wiedersehen mit Mrs. Oliver“ als Kopfwehmittel verwendet wird. Denn den Schriftsteller-Ratschlag, über Dinge zu schreiben, die man kennt, hat sich Agatha Christie auf besondere Weise zu Herzen genommen. Als gelernte Pharmazeutin wusste sie um die Heil bringende Wirkung der verschiedenen Medikamente. Aber auch, ab wann diese tödlich sein können.

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