Elisha Cuthbert im Interview: „Die erste Liebe vergisst man nie“
Der Star der Romantik-Serie „Every Year After“ über die Bestseller-Verfilmung, Teenager-Liebe und ihr Comeback nach der Pause.
In Hollywood tat sie etwas Unerhörtes: Ganze vier Jahre Pause legte Elisha Cuthbert von ihrer gut gehenden Schauspielkarriere ein, den Grund dafür verrät sie uns im Interview: um bei ihren Kindern zu sein. Jetzt feiert sie – nach Erfolgen als Kiefer Sutherlands Tochter in der Thriller-Serie „24“, der Teenagerkomödie „The Girl Next Door“ oder in „The Ranch“ mit Ashton Kutcher – ein Comeback: In der Serie „Every Year After“, der Amazon Prime-Adaption des Carley Fortune-Bestsellers, der über TikTok in die Buchcharts gehypt wurde („Fünf Sommer mit dir“). Erzählt wird über die Zeit von sechs Jahren die Story von Percy und Sam, die sich in einer Kanada-Idylle über mehrere Sommer hinweg verlieben, doch dann getrennt werden. Zehn Jahre später kehrt Sam zurück (Cuthbert spielt ihre Mutter) und muss entscheiden, ob sie ihrer ersten Liebe noch eine zweite Chance gibt. Romantik pur.
Carley Fortunes Liebesroman war die Vorlage Ihrer neuen Serie „Every Year After“ und ein internationaler Bestseller. Hatten Sie Lust auf Romantik?
Es gab mehrere gute Gründe für mich, bei dem Projekt mitzumachen. Zum einen habe ich es an diesem Punkt in meiner Karriere sehr reizvoll gefunden, eine Mutter zu spielen. Ich habe selbst zwei Kinder und hatte das Gefühl, dass ich dadurch etwas Persönliches in die Rolle einbringen kann. Und ich wollte die Figur einer Autorin zum Leben erwecken, die aus Kanada kommt – wie ich.
Carley Fortune hat erzählt, dass die Inspiration für ihren Roman aus ihren Tagebüchern als Teenager stammt. Was würden wir wohl finden, wenn wir heute in Ihren Jugend-Tagebüchern blättern würden?
Wahrscheinlich jede Menge Albernheiten! (lacht) Ich hatte in der Highschool zwei sehr enge Freundinnen, Jen und Stephanie, und wir drei waren praktisch unzertrennlich. Vermutlich würden wir viele lustige Geschichten darüber lesen, wie wir uns gemeinsam in Schwierigkeiten gebracht oder welche Abenteuer wir erlebt haben. Und ja, wahrscheinlich würden auch ein paar Boys darin vorkommen ...
Die Geschichte ist voller Nostalgie und Erinnerungen an vergangene Sommer. Gibt es einen Sommer, der Ihnen selbst besonders in Erinnerung geblieben ist?
Einige – besonders erinnere ich mich an die Sommer, in denen wir als Familie auf Roadtrips gegangen sind. Mein Vater hat uns ins Auto gepackt, und dann sind wir entweder campen gegangen oder bis nach Florida gefahren. Das sind einige meiner schönsten Sommer-Erinnerungen.
Ich könnte mir vorstellen, dass zu diesen Sommern auch die erste Jugendliebe dazugehört. Wie erinnern Sie sich an die?
Oje, das ist wirklich sehr lange her. Aber ja, die erste Liebe ist immer etwas ganz Besonderes, die erste Liebe vergisst man nie wirklich. Wenn man dieses wunderbare Erlebnis hat, sich zum ersten Mal zu verlieben, bleibt einem das ewig im Bewusstsein. Die Serie hat wieder alte Erinnerungen bei mir daran geweckt. Wie Percy und Sam erst Freunde werden und daraus letztlich Liebe wird, hat etwas sehr Schönes.
Sie haben vorhin Ihre zwei Kinder erwähnt. Wie hat das Muttersein Ihre Sicht auf das Leben und die Arbeit verändert?
Nach der Geburt meines zweiten Kindes habe ich vier Jahre lang eine Pause eingelegt. Ich hatte das Gefühl, dass in dieser Zeit nur eines meine wichtigste Aufgabe war: Mutter zu sein. Alles andere ist irgendwie in den Hintergrund gerückt, weil es sich für mich einfach nicht mehr relevant angefühlt hat. Jetzt, da die Kinder voll im Schulalltag angekommen sind und ich wieder mehr arbeiten kann, war es schön, mit dieser Serie zur Schauspielerei zurückzukehren. Kinder verändern einen grundlegend. Man realisiert, dass manches, das einem früher unglaublich wichtig vorgekommen ist, plötzlich gar nicht mehr so bedeutend ist. Meine Kinder bedeuten mir alles. Deshalb stehen sie immer an erster Stelle.
Wie war die Pause, die Sie vom Berufsleben eingelegt haben?
Es war nicht so, dass ich keine Lust mehr gehabt habe zu arbeiten oder eine Pause gebraucht hätte. Meine Gedanken waren wirklich nur bei meinen Kindern. Sie hatten erste Priorität. Als Mutter merkt man, wie schnell die Zeit vergeht, und gerade die ersten Lebensjahre sind so wichtig. Ich hatte das Gefühl, dass ich in dieser Zeit bei ihnen sein wollte. Ich wollte nichts verpassen. Deswegen habe ich mich entschieden, mir diese Zeit zu nehmen.
Comeback im TV: Elisha Cuthbert als Mutter in der Serie "Every Year After"
©Justine Yeung/Prime Video/Amazon Content ServicesHaben Sie schon Angst vor dem Tag, an dem Ihre Kinder ins Teenageralter kommen und ihre ersten Beziehungen mit nach Hause bringen?
Ja! Durch die Rolle der Sue in der Serie ist mir bewusst geworden, dass da als Mutter noch einige beängstigende Herausforderungen auf mich zukommen! (lacht) Im Moment beschäftige ich mich ja noch mit den typischen Themen kleiner Kinder. Aber irgendwann werde ich mich wohl mit jungen Erwachsenen auseinandersetzen müssen – mit Beziehungen, Liebeskummer und all diesen Sachen, die da emotional auf einen einprasseln können. Ich nehme mir jedenfalls vor, eine „coole Mom“ zu sein, so wie Sue. Dann läuft hoffentlich alles reibungslos.
Ist das Ihr Ziel: die coole Mutter bleiben?
Ich hoffe, ich schaffe das! (lacht) Ich wünsche es mir auf jeden Fall, immer die coole Mutter zu sein. Wobei, was lustig ist: Zuhause bin ich eher diejenige, die für Disziplin sorgt und konsequenter ist. Aber ich versuche trotzdem, so cool wie möglich zu sein.
Sie selbst stehen bereits seit sehr jungen Jahren vor der Kamera. Wie schauen Sie heute auf diese Zeit zurück?
Es ist eine lange Zeit seitdem vergangen, alles hat sehr früh begonnen für mich. Ich sehe von heute aus, welche Phasen und Projekte bestimmte Abschnitte meines Lebens geprägt haben. Die frühen Jahre waren vor allem eine Zeit des Lernens. Ich habe versucht, so viel wie möglich aufzusaugen und die beste Schauspielerin zu werden, die ich sein konnte. Später sind dann „24“, „The Girl Next Door“ und „Happy Endings“ gekommen, und mit zunehmendem Alter hat sich auch meine Arbeit weiterentwickelt.
Sind Sie zufrieden damit, wie es für Sie gelaufen ist?
Wenn man etwas so lange macht, erlebt man natürlich Höhen und Tiefen. Insgesamt war es aber eine wunderbare Reise. Ich bin sehr glücklich, dass ich diesen Beruf ausüben darf. Jedes Projekt ist auf seine Weise einzigartig. Bei dieser Serie war vor allem eines schön: Die jungen Schauspieler zu beobachten, wie sie gerade an einem ähnlichen Punkt in ihrer Karriere stehen, wie ich damals. Ich weiß noch gut, wie das war, in ihrem Alter am Set zu stehen.
Verliebt: In „Every Year After“ wird aus Freundschaft Liebe
©Cate Cameron/Prime/Amazon Content ServicesDie Serie „24“ mit Kiefer Sutherland war ein Riesenerfolg. Sie haben die Rolle seiner Tochter, Kim Bauer, gespielt.
„24“ war eine bahnbrechende Serie. Teil davon zu sein war eine unglaubliche Erfahrung. Ich war damals die Jüngste der Hauptrollen-Besetzung, das war sehr intensiv für mich. Auch die Handlung der Serie war sehr intensiv, die Arbeit sehr fordernd. Im Beruf hat mich die Rolle enorm vorangebracht. Sie hat mir viele Türen in Hollywood geöffnet. Das war von unschätzbarem Wert. Eine Erfahrung, die ich niemals vergessen werde.
Ich fand Sie auch in „The Girl Next Door“ großartig, oder in lustigen Serien wie „How I Met Your Mother“. Wenn Sie heute zu einer Ihrer früheren Rollen zurückkehren könnten – welche Figur würden Sie gerne noch einmal spielen?
Hm, es wäre bei allen spannend, ihnen noch einmal einen Besuch abzustatten. Aber wahrscheinlich würde ich Alex aus der Serie „Happy Endings“ wählen. Es wäre interessant zu sehen, in welcher Phase ihres Lebens sie heute steht. Außerdem hat die Arbeit an der Serie unglaublich viel Spaß gemacht.
Die Fernsehbranche hat sich seit Ihrem Karrierestart stark verändert. Wie sehen Sie diese Entwicklungen?
Es wird heute einfach viel mehr Content produziert. Und es gibt deutlich mehr Plattformen für Fernsehserien als früher. Dadurch hat sich vieles verändert. Früher hat es klare Strukturen gegeben, aber die alten Regeln sind über Bord geworfen worden. Heute ist alles erlaubt. Bei unserer Serie werden etwa alle acht Folgen gleichzeitig veröffentlicht. Andere Produktionen erscheinen wöchentlich oder alle zwei Wochen. Es gibt viel Spielraum.
Verheiratet: Cuthbert mit Ashton Kutcher in der Netflix-Sitcom „The Ranch“ – um keine Pointe verlegen
©APA-Images / Everett Collection / Greg Gayne/Greg Gayne/Netflix/APA ImagesFinden Sie das gut oder schlecht?
Das Fernsehen hat sich enorm weiterentwickelt. Die Qualität des Storytellings ist heute wirklich brillant. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass Serien inzwischen den Platz einnehmen, den früher große Kinofilme innegehabt haben. Deshalb ist es gerade hochspannend, Fernsehen zu machen. Weil alles möglich ist.
Abgesehen von Ihrer eigenen Serie: Was schauen Sie selbst gern, haben Sie derzeit eine Lieblingsserie?
Ich mag alles, was mit Kochen zu tun hat – vor allem all die Kochwettbewerb-Shows. Generell mag ich Reality-Formate. Eine fiktive Serie, die ich allerdings wirklich sehr gut finde und die sich auch ums Kochen dreht, ist „The Bear“. Echt gut.
Also ist Kochen auch eines Ihrer größten Hobbys?
Eigentlich schaue ich mir einfach gern Essen an. (lacht) Ob ich selber besonders gut kochen kann, weiß ich gar nicht. Aber ich liebe es, anderen dabei zuzusehen, wie sie großartige Gerichte zaubern. Und natürlich bin ich auch eine große kulinarische Genießerin.
Zu einem romantischen Abend gehört dann wahrscheinlich gutes Essen. Oder was bedeutet Romantik für Sie?
Ich bin seit 13 Jahren verheiratet, und es ist etwas Wunderbares, dass die Romantik in einer Beziehung auch nach so langer Zeit noch vorhanden sein kann. Ich glaube, je länger man mit jemandem zusammen ist, desto tiefer wird die Verbindung zwischen zwei Menschen. Ich finde Romantik etwas sehr Schönes. Und zwar nicht nur sie selbst zu erleben, sondern sie auch bei anderen zu beobachten.
Oder darüber zu lesen. Bookstagram und BookTok haben eine wichtige Rolle für den Erfolg des Romans gespielt. Sind Sie selbst eine Vielleserin?
Ich lese tatsächlich ziemlich viel – und bin inzwischen definitiv ein großer Fan von Romantic Novels. Ich bin voll eingetaucht in das Gesamtwerk von Carley Fortune und habe die Bücher alle regelrecht verschlungen. Ich bin ein großer Fan von ihr! Mitglied eines Buchclubs bin ich zwar keiner, aber TikTok versorgt mich zuverlässig mit neuen Empfehlungen. Welche Liebesromane gerade im Trend sind, weiß ich also ganz genau.
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