Verschiedene Gemüsescheiben, eine Feige und ein Spargel liegen dekorativ auf einem weißen Teller mit einer kleinen Gabel.

2026: Große Themen, kleine Portionen – Was das neue Jahr bringt

2026 wird ein Jahr der Comebacks – und persönlich: Von analogem Dating zu eleganter Mode, von kulinarischer Nostalgie bis zu neu interpretierten Traditionen und kleinen Portionen.

Welche Modetrends werden im neuen Jahr vorherrschend sein? Wer zeigt auf in der Fashion-Welt? Und wie wirken sich Abnehmmedikamente auf die Speisengestaltung in Restaurants aus? Sechs Szenarien und Events, die das kommende Lifestyle-Jahr prägen werden.

1. Dating wie Damals statt „Herumgewische“


Das viel beschriebene „Dating-Burn-out“ erreicht die Gen Z: Immer mehr junge Menschen kehren Dating-Apps den Rücken und versuchen, Partner wieder offline kennenzulernen. App-Müdigkeit, endloses Swipen und das Gefühl algorithmischer Fremdbestimmung verstärken die Sehnsucht nach echten Begegnungen. Gleichzeitig empfinden viele analoges Dating als ungewohnt und emotional herausfordernd, berichtet unter anderem die New York Times.

Expertinnen betonen die Bedeutung von Gemeinschaften – Freundeskreise, Hobbys und soziale Aktivitäten – als zentrale Orte des Kennenlernens. Unternehmen wie „We Met IRL“ organisieren Speed-Dating-Events und Treffen für junge Singles. Offline-Dating bedeutet dabei weniger gezielte Partnersuche als Offenheit für neue Kontakte. Empfohlen wird ein bewusster, hybrider Umgang mit Apps und mehr Präsenz im realen Leben.

Auf einer Parkbank überreicht ein Mann einer lächelnden Frau einen Rosenstrauß.
©Getty Images/stockphotodirectors/Istockphoto.com

2. Maria Grazia Chiuri will Kritiker Lügen strafen 

Wird 2026 das Jahr von Maria Grazia Chiuri? Nach ihrer viel diskutierten (und von Modebeobachtern auf Instagram hart kritisierten) Amtszeit bei Dior wurde die Italienerin von Jonathan Anderson ersetzt. Zur Überraschung vieler geht die 61-Jährige aber nicht in Pension, Maria Chiuri wird Kreativchefin bei Fendi. Sie will sich noch einmal beweisen. Die Fendi-Kollektionen gehören damit zu den spannendsten 2026.

Eine Frau in dunkler Kleidung geht vor mehreren Models in hautfarbenen Outfits auf einem kunstvoll gestalteten Laufsteg.
©APA/AFP/JULIEN DE ROSA

3. Mehr Frauen und mehr Eleganz, auch für Männer

Zig Luxuslabels präsentierten ihre neuen männlichen Kreativchefs 2025. 2026 zeigen endlich auch Meryll Rogge bei Marni und Grace Wales Bonner bei Hermès ihr Können. Sie stehen nicht für laute Gesten, sondern setzen auf langfristige Wirkung. Ein vielversprechender Ansatz in der immer schnelllebigeren Fashionwelt, die sich neu finden muss.

Und die Mode selbst? Sie wird wieder erwachsen. Street Style verliert an Relevanz, der Anzug kehrt zurück – allerdings neu gedacht: weich, geschichtet, oft oversized, gerne dreiteilig, aber ohne Steifheit. Blazer ersetzen Hoodies, Loafer Sneakers. Krawatte und Fliege kehren für Männer zurück.

4. Mode-Spektakel mit neuen Drahtziehern

Die Met Gala 2026 findet am 4. Mai 2026 im Metropolitan Museum of Art in New York statt und steht dieses Mal unter dem Motto „Costume Art“, das die Beziehung zwischen Kleidung, Körper und Kunst in den Mittelpunkt rückt. Die dazugehörige Ausstellung eröffnet am 10. Mai. Zu den Co-Chairs der Gala zählen Stars wie Beyoncé, Nicole Kidman und Venus Williams und natürlich Mode-Ikone Anna Wintour. Viel mehr Aufsehen erregten aber zwei andere Namen: Jeff Bezos und seine Ehefrau Lauren Sánchez Bezos fungieren erstmals als Hauptsponsoren des Events sowie der begleitenden Ausstellung – eine Rolle, die in der Modewelt für Diskussionen gesorgt hat, da traditionelle Unterstützer meist große Modehäuser sind.

5. „Snackification“ und echte Geschichten 

Der durch die Abnehmspritze Ozempic im Vorjahr in den USA angestoßene Trend zu Mini-Portionen weitet sich 2026 auch auf normale Portionen aus: „Snackifikation“ bei Speisen und Drinks weiten sich laut dem weltweit agierenden Trendprognoseunternehmen WGSN 2026 weiter aus. Die Kleinigkeiten schauen am Teller nicht nur herzig aus und kommen jenen entgegen, die weniger essen möchten. Sie ermöglichen zudem ganzheitliche Gastronomieerlebnisse – ein weiterer Trend, den Hanni Rützler „Showgourmet“ nennt: Jedes Gericht erzählt dabei eine Geschichte, die Verbindung zum Essen schafft.

6. „Grandmacore“ und „Redesign“ der Klassiker

Die Rückbesinnung auf die kulinarische Identität und traditionelle Kocharten ist ein Megatrend, der sich 2026 stark zeigen wird. Speisen, die Magen und Seele wärmen, wie einst bei der Oma – „Grandmacore“ eben, wie die New York Times es nennt. Die Welt werde auch im neuen Jahr nicht sicherer, auf Bewährtes zurückzugreifen gebe Sicherheit. In der Gastronomie ortet das Zukunftsinstituts zudem ein „Zelebrieren von Handarbeit“ und traditionellen Techniken. Hanni Rützler erwähnt in den aktuellen Gastrotrends etwa das Arrosieren, also das Übergießen von Bratgut mit Fett oder anderen Flüssigkeiten, um es saftig zu halten. Bedeutender wird ebenso das aus der klassischen französischen Küche bekannte Spiel mit Soßen. Aber: Ein zeitgemäßes „Redesign“ in Form globaler Zutaten und eine Reduktion auf das Wesentliche setzen neue Geschmacksakzente.

Christina Michlits

Über Christina Michlits

Hat Theater-, Film- und Medienwissenschaften studiert. Nach Kennenlernen des Redaktionsalltags bei Profil und IQ Style, ging es unter anderem zu Volume und dem BKF. Seit 2010 bei KURIER für die Ressorts Lebensart und Freizeit tätig. Schwerpunkte: Mode, Design und Lifestyle-Trends.

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