Haus mit blühendem Garten, sattgrünem Rasen und in der Mitte des Bildes rennt ein Hund über die Wiese

Schluss mit Chaos: So blüht der Garten heuer richtig auf

Drei Experten zeigen, worauf es jetzt beim Pflanzen, Pflegen und Planen im Grünen wirklich ankommt.

Der Garten startet in eine neue Saison. Jetzt entscheidet sich, ob aus Beeten ein harmonisches Gesamtbild wird oder ein Sammelsurium aus Einzelpflanzen. Wer jetzt klug plant, pflegt und pflanzt, erntet später die schönsten Gartenmomente.

 „Wenn Sie Ihren Garten in vollen Zügen genießen wollen, dann ist jetzt die richtige Zeit, um ihn darauf vorzubereiten“, sagt Johannes Praskac von Praskac Pflanzenland. Er warnt vor allem vor dem planlosen Setzen. „Besonders wichtig ist, dass man nicht überstürzt handelt und wild zusammengewürfelte Blumen, Gräser oder Sträucher nebeneinandersetzt, sondern ein strukturiertes Vorgehen bewahrt.“

Von groß nach klein 

Ein gutes Beet entsteht nicht zufällig. Praskac empfiehlt, konsequent „von groß nach klein“ zu planen: zuerst höhere Stauden, Gräser oder kleinere Sträucher, danach Begleitstauden, idealerweise in Gruppen von drei bis neun Pflanzen, und schließlich Bodendecker, die die Lücken schließen. 

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Farben, Formen, Höhen: Ein gelungenes Staudenbeet lebt vom Zusammenspiel. Inspiration und passende Pflanzen gibt es etwa bei Praskac Pflanzenland, praskac.at

©Praskac Pflanzenland


Ebenso entscheidend ist die richtige Dichte: Acht bis zwölf Stauden pro Quadratmeter sorgen dafür, dass sich die Fläche rasch schließt und Unkraut kaum Chancen hat. Jetzt könnte kein besserer Zeitpunkt sein. „Jeder Tag zählt“, sagt Praskac mit Blick auf die Frühjahrspflanzung. Die steigenden Temperaturen helfen den Pflanzen beim Einwurzeln und legen die Basis für kräftiges Wachstum.

„Beete immer von groß nach klein aufbauen und ausreichend dicht pflanzen (8–12 Stauden/m²), damit sich Lücken schnell schließen.“
 

Johannes Praskac, Praskac Pflanzenland

Pflege ist kein Nebenschauplatz 

Parallel zur Gestaltung läuft jetzt das Pflichtprogramm: Rasen vertikutieren, düngen, nachsäen und vor allem gründlich wässern. Auch Stauden und Gehölze brauchen Aufmerksamkeit. 
Für Gartenplaner Peter Baumgarten von „Begründer“ steht der Boden im Mittelpunkt: „Wenn der Standort es zulässt, den Boden oberflächlich lockern und biologischen Dünger oder Kompost einarbeiten. Nicht umgraben.“

Architekturfotos Projekt BER

Moderne Gartengestaltung setzt auf Struktur, Raumwirkung und klimaresistente Arten. Von Begründer, begruender.at

©Die Begründer/MW-Architekturfotografie

Kein Rindenmulch

Ein Punkt, bei dem sich die Experten einig sind, sorgt oft für Überraschung: Rindenmulch ist im Staudenbeet fehl am Platz. „Ich rate davon ausdrücklich ab. Dieser bremst das Wachstum der Pflanzen sehr stark ein“, so Praskac. Stattdessen empfiehlt sich eine Gartenfaser. Rindenmulch bleibt laut Baumgarten besser größeren Gehölzen und Hecken vorbehalten, idealerweise in stickstoffstabilisierter Form. Noch wichtiger als Dünger ist für Baumgarten jedoch das Unsichtbare: das Bodenleben. Mikroorganismen und Mykorrhiza stärken die Wurzeln, verbessern die Nährstoffaufnahme und machen Pflanzen widerstandsfähiger, ein entscheidender Faktor in zunehmend trockenen Sommern.

„Rasenfläche reduzieren und  mehr Stauden, Gehölze oder Blumenwiesen setzen. Das bringt Struktur und Leben in den Garten.“
 

Peter Baumgarten, Begründer

Der Garten als Gesamtkonzept 

Dass der Garten mehr ist als die Summe einzelner Pflanzen, betont Landschaftsarchitekt Stefan Hinterhölzl von Kramer & Kramer: „Wichtig ist hier eine übergeordnete Planung in Abstimmung mit den jeweiligen Wünschen und Bedürfnissen, dem Standort, der Umgebung und der Gebäudearchitektur.“

Jetzt sollten auch Installationen erledigt werden: Bewässerungsleitungen, Beleuchtungskabel oder technische Infrastruktur lassen sich leichter verlegen, solange die Gartenfläche noch nicht zugewachsen ist.

„Gestaltung, Architektur, Standort und Nutzung müssen zusammenpassen – Einzelmaßnahmen führen selten zum stimmigen Ergebnis.“
 

Stefan Hinterhölzl, Kramer & Kramer

Das sind die Garten-Trends 2026 

Der Garten wird heuer wieder grüner, dichter, lebendiger. „Das Thema Pflanze steht wieder ganz klar im Vordergrund, vor allem Bäume“, sagt Hinterhölzl. Gefragt sind charakterstarke Solitärgehölze ebenso wie klimafitte Arten, die mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen. Auch die Bepflanzung verändert sich: weniger monotone Rasenflächen, mehr strukturierte Beete, mehr Vielfalt. Gleichzeitig boomen nachhaltige Lösungen, wie effiziente Bewässerungssysteme bis hin zu Dach- und Fassadenbegrünungen, die kühlen und Energie sparen.

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Garten als Lebensraum: Zwischen Lounge, Baum und Blüten entsteht ein rundes Gesamtbild. Von  Kramer & Kramer.
kramerundkramer.at

©Kramer&Kramer

Trotz aller Trends bleibt der Garten individuell. Was funktioniert, hängt von Lage, Boden und Nutzung ab. Um hier den Überblick zu bewahren, kann die Erfahrung von Profis wertvolle Orientierung bieten. Und mit ein wenig Planung und Wissen wird der Traum vom blühenden Garten schon bald Wirklichkeit.

Über Sandra Rabalder

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