Geschmacksfrage Restaurant Zimmerl
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Restaurantkritik

Restaurant "Zimmerl": Sind 23 Gänge genug?

€€€ Waidhofen an der Thaya Weltküche

Mit 23 Gängen sorgt das „Zimmerl“ in kurzer Zeit für internationales Aufsehen. Warum Feinschmecker aus ganz Europa anreisen und was das Konzept so besonders macht.

Was ist an dem eigenwilligen Restaurant „Zimmerl“ so besonders?

Bemerkenswert ist hier so gut wie alles. Der 34-jährige Koch Bernhard Zimmerl (er hat sich das Kochen selbst beigebracht) eröffnete vor einem Jahr ein „Gourmet-Zimmerl“ (mit nur fünf Tischen) und erhielt dafür auf Anhieb vier Hauben und einen Michelin-Stern. Die Gäste reisen nicht nur aus Wien (rund zwei Stunden mit dem Auto), sondern mittlerweile aus ganz Europa an. Zimmerls „Chef’s Room Dining“ ist nur abends von Donnerstag bis Samstag geöffnet. Die Show beginnt stets um 18 Uhr. Das Menü mit 23 Gängen kostet 190 Euro.

Beschreibung

Preiskategorie

€€€

Gesamtbewertung

96/100

Geschmacksfrage Restaurant Zimmerl
©Claus Kadrnoschka

Wie schafft man 23 Gänge? Braucht man einen Arzt?

23 Gänge, das klingt nach einer echten Herausforderung. Ist es aber nicht. Zum Glück sind die meisten Gänge winzige Mundhappen könnte man sagen. Doch jeder Gang, ist er auch noch so klein, hat es in sich. Zimmerl verwendet nur Spitzenprodukte und kombiniert sie mit furchtloser Entschlossenheit: Austern mit Karpfenmilch, Foie gras mit Kaiserschmarren, Königskrabbe mit Sanbaizu, Wagyu mit Kampot-Pfeffer oder Vanille mit destillierter Erde.

Gibt es Highlights im Menü?


Ja, ein Highlight ist die Tristan Languste in Champagner Beurre blanc mit einem „Ameisen-Gel“, das mit Kräutern, Blättern und Zitrusfrüchten nachgebildet wurde, weil die ursprünglich verwendeten Ameisen von der Behörde nicht genehmigt wurden. Ebenfalls sensationell gut: der 36 Stunden gegarte und knusprige Bauch vom Duroc-Schwein mit Karpfen-Dashi und Bonito.

Wie hat eigentlich alles begonnen?


Bernhard Zimmerl hat vor einigen Jahren von seiner Familie das Lokal „Foggy Mix“ übernommen, den weltweit einzigen Irish Pub mit zwei Hauben. Doch das genügte ihm nicht, er wollte kochen wie die ganz Großen. Und das macht er jetzt.

Geschmacksfrage Restaurant Zimmerl
©Lukas M. Gross

Bewertung

Essen

48 von 50

Trinken

14 von 15

Service

9 von 10

Ambiente

25 von 25

Kontakt

Adresse

"Restaurant Zimmerl", 3830 Waidhofen an der Thaya, Heidenreichsteiner Straße 28

Öffnungszeiten

Geöffnet von Do-Sa; 18–23 Uhr

Über Herbert Hacker

Herbert Hacker ist österreichischer Journalist, Gourmetkritiker und Buchautor. Er schrieb unter anderem für "News", "Format" und "Die Zeit" und war von 2013 bis 2017 Chefredakteur des "Falstaff-Magazins" sowie des "Falstaff Restaurantguides".