Ein schwarzer Hund hat sich am Meeresstrand in den Sand eingegraben.
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Reisekrankheiten: Warum Hunde auch daheim bedroht sind

Von Durchfall bis Tollwut: KURIER-Tiercoach Katharina Reitl erklärt, wie Hunde gesund aus dem Urlaub heimkehren.

Ein Urlaub mit Vierbeiner will gut vorbereitet sein – insbesondere in medizinischer Hinsicht. Denn Durchfall, Parasiten oder Infektionen können die Ferien rasch trüben. Hinzu kommt: Manche Erkrankungen, die früher als klassische „Souvenirs“ aus dem Ausland galten, sind keine reinen Mitbringsel mehr.

Reisekrankheiten sind teilweise heimisch geworden

„Wir reden oft noch von Reisekrankheiten, dabei sind einige davon bereits bei uns heimisch geworden“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Klimawandel, Tierimporte und die zunehmende Reisetätigkeit begünstigen die Ausbreitung verschiedener Erreger. Der KURIER-Tiercoach erklärt die häufigsten Risiken für Hunde und die wichtigsten Schutzmaßnahmen:

Durchfall zählt bei Hunden zu den häufigsten Urlaubserkrankungen, er hat meist harmlose Ursachen. Ungewohntes Futter, Stress, Hitze, verunreinigtes Wasser bzw. Bakterien bringen den Darm aus dem Gleichgewicht. 

Durchfall zählt zu den häufigsten Problemen auf Urlaub

„Hält der Durchfall länger als zwei Tage an oder kommen Fieber, Erbrechen oder Blut im Kot hinzu, sollte der Hund zum Tierarzt“, sagt Reitl. Wichtig ist, dass der Patient ausreichend Flüssigkeit aufnimmt.

Durchfall kann jedoch auch durch einzellige Darmparasiten ausgelöst werden. Hunde infizieren sich über verseuchtes Wasser, Futter oder Kot. Typisch für die Giardiose sind wässriger bis schleimiger Stuhl, Gewichtsverlust und Mattigkeit. Vor allem Welpen und geschwächte Tiere erkranken schwer. Konsequente Hygiene und eine gezielte Therapie helfen, Neuinfektionen zu verhindern.

Leishmaniose kann durch Sandmücken übertragen werden

Leishmaniose bedroht die Gesundheit von Vierbeinern. Die Erkrankung wird durch dämmerungsaktive Sandmücken übertragen und kommt vor allem im Mittelmeerraum vor. 

Müdigkeit, Gewichtsverlust, Hautprobleme oder geschwollene Lymphknoten können erst Monate oder gar Jahre nach dem Stich auftreten.

„Die Diagnose kann herausfordernd sein“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Auslandsaufenthalte sollten dem Veterinärmediziner daher unbedingt mitgeteilt werden.

Da sich die Parasiten nicht vollständig beseitigen lassen, benötigen Patienten meist eine lebenslange Therapie. „Der Vierbeiner kann geschützt werden“, betont Reitl. Repellents, Schutzhalsbänder, Moskitonetze und – je nach Reiseziel – eine Impfung senken das Risiko deutlich.

Auch Zecken übertragen lebensgefährliche Erreger auf Hunde

Auch Babesiose und Ehrlichiose setzen den Haustieren stark zu. Beide Erkrankungen werden durch Zecken übertragen und breiten sich aus.

Babesien zerstören die roten Blutkörperchen, Ehrlichien befallen bestimmte Immunzellen. Fieber, Mattigkeit, Blutarmut oder Blutungsneigung sind Warnsignale. Unbehandelt können beide Infektionen chronisch verlaufen oder sogar tödlich enden.

Ein konsequenter Schutz vor Zecken ist daher unverzichtbar. Der Tierarzt des Vertrauens berät über individuelle Vorsorgemaßnahmen.

Schutz vor Würmern ist bei Reisen in Risikogebiete unabdingbar 

Herz-, Haut- oder Augenwürmer bedrohen die Gesundheit von Vierbeinern in erster Linie in Risikogebieten. Sie gelangen meist über Stechmücken in den Hund. Vor allem der Herzwurm kann lebensgefährlich werden. „Eine Behandlung, bevor die erwachsenen Würmer das Herz besiedeln, ist die beste Option“, sagt der Zoodoc. 

Vor Reisen in Risikogebiete ist daher ein maßgeschneiderter Schutz gefragt. Je früher ein Befall erkannt wird, desto eher hat die Wer mit Hund ins Ausland reist, sollte sich rechtzeitig über die Einreisebestimmungen informieren. 

Tollwut ist auch für Hundehalter eine Gefahr 

Für Grenzübertritte ist eine gültige Tollwutimpfung verpflichtend. Sie schützt den Hund vor der tödlichen Infektion. Und bewahrt so auch den Menschen vor dem Virus.

„Was die Reisekrankheiten betrifft, verschieben sich die Grenzen laufend“, schließt der KURIER-Tiercoach. „Dessen müssen sich auch niedergelassene Veterinärmediziner bewusst sein.“

KURIER Tiercoach

Der KURIER-Tiercoach Frau Dr. Katharina Reitl aus der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn gibt exklusiv für den KURIER regelmäßig Tipps zur Haustierhaltung.

Hedwig Derka

Über Hedwig Derka

Hedwig Derka, geboren 1966 in Wien, seit 1996 Redakteurin beim KURIER. Spezialgebiet: Tiere. Lieblingsthemen: Wissenschaft und nutzloses Wissen. Lieblingsbeschäftigung außer Dienst: Meine kleine und große Familie. Noch Fragen? Interessante Geschichten? Nutzloses Wissen? eMail an mich: hedwig.derka@kurier.at

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