Von der Nacht zum Tag: Der Pyjama als neuer Modetrend
Der Pyjama verlässt das Schlafzimmer und wird zum selbstverständlichen Teil moderner Alltagsmode.
Von Barbara Zach
Was früher dem Privaten vorbehalten war, tritt heute selbstbewusst ins öffentliche Bild: Der Pyjamastil zählt zu den spannendsten Stilverlagerungen unserer Zeit. Seine Ursprünge liegen in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, als Loungewear erstmals als modisches Statement verstanden wurde und die Grenze zwischen Nacht- und Tageskleidung zu verschwimmen begann. Immer wieder griff die Modegeschichte diese Idee auf, von seidenen Salonpyjamas bis hin zu minimalistischen Looks der 1990er-Jahre.
Bequemlichkeit wird zum neuen Luxus
Dass der Pyjamastil gerade jetzt an Bedeutung gewinnt, ist Ausdruck eines veränderten Lebensgefühls. Arbeitswelt, Alltag und private Sphäre verschmelzen zunehmend, Bequemlichkeit wird zum neuen Luxus. Mode reagiert mit weniger Inszenierung und mehr Authentizität. Der Pyjamastil steht genau für diese Haltung, weil er Entspannung nicht als Nachlässigkeit, sondern als bewusste Stilentscheidung interpretiert. Er vermittelt Ruhe, Leichtigkeit und eine neue Form von Eleganz.
Der Pyjamastil: das Spiel mit Gegensätzen
2026 führen Designer den Trend konsequent weiter. Klassische Pyjama-Elemente wie Hemdkragen, Paspeln oder Kordelzüge bleiben erhalten, werden jedoch durch hochwertige Materialien, präzise Schnitte und modische Kontraste neu definiert. Fließende Seiden- und Satinsets treffen auf Tailoring, weite Hosen auf strukturierte Blazer, Farben und Prints reichen von dezent bis ausdrucksstark. Prägend ist das Spiel mit Gegensätzen: privat und öffentlich, weich und klar, luxuriös und lässig. Der Pyjamastil wird so zum Sinnbild einer Mode, die Komfort und Anspruch selbstverständlich vereint.
Wie vermeide ich Schweißflecken auf Seide?
Unsichtbare Achselpads oder ultradünne Unterhemden aus Seide oder Viskose absorbieren Feuchtigkeit, ohne dass es aufträgt. Weiters hilft ein Antitranspirant-Deo – am effektivsten, wenn es abends aufgetragen wird. Vor dem Anziehen der Seidenbluse am Morgen sollte die Haut nämlich komplett trocken sein.
Stilspiel
Wie trägt man diesen Trend im Alltag? Diese drei Möglichkeiten bieten Inspiration dazu.
Look: Dolce & Gabbana
©isidore montag/gorunway.comZeitgeist
Der Pyjama-Look funktioniert am besten, wenn er bewusst gebrochen wird. Weiche, fließende Materialien treffen auf klare Schnitte und genau daraus entsteht Spannung. Ein gut geschnittener Blazer bringt Struktur in die Lässigkeit des Pyjamas und hebt ihn aus dem Privaten heraus. Das Outfit wirkt dadurch modern entspannt, ohne schlampig zu sein und kontrolliert, ohne steif zu wirken.
Look: By Marlene Birger
©HerstellerIntimität
Besonders nah am Ursprung bleibt der Trend in Form von Slipdresses aus Satin oder mit Spitze. Diese Looks spielen nicht mit Inszenierung, sondern mit Zurückhaltung. Erdige Elemente wie schwere Stoffe, flache Schuhe oder schlichte Accessoires holen die Nachtwäsche - Ästhetik in den Alltag. Das Ergebnis wirkt leise und modern.
Look: Max Mara
©HerstellerSelbstverständlichkeit
Wird der Pyjama als komplettes Set getragen, steht er für sich. Statt Kontrasten geht es hier um Haltung und Styling. Gürtel oder gezielt eingesetzte Accessoires geben Form und lenken den Blick. So entsteht ein ruhiger, selbstbewusster Look, der den Pyjama nicht erklärt oder rechtfertigt, sondern ihn ganz selbstverständlich als Tagesmode zeigt.
Stylebar
Einkleiden wie die französische Kreativunternehmerin Leia Sfez: Wir haben ihren Look bei verschiedenen Marken nachgeshoppt.
Der Look der Unternehmerin Leia Sfez wirkt lässig, aber durchdacht. Das Pyjama-inspirierte Hemd bringt eine entspannte, fast private Note ins Outfit, während Rock und Pumps ihm eine klare, selbstbewusste Richtung geben.
Einkleiden wie die französische Kreativunternehmerin Leia Sfez
So geht’s
Entscheidend ist das ausgewogene Styling: Ein lockeres Oberteil trifft auf präzise Formen und spitze Schuhe, die dem Look Struktur verleihen und ihn eindeutig im Alltag verankern.
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