Überraschende Entdeckung: Gibt es den männlichen G-Punkt?
Der Penis wird gerne überschätzt und zugleich unterschätzt: als Machtsymbol groß, als empfindliches Organ oft grob behandelt. Neue anatomische Erkenntnisse zeigen, wie fein seine Lust tatsächlich verdrahtet ist.
Es gibt Männer, die fühlen ihr bestes Stück, als wäre es ein mächtiger multinationaler Konzern mit starker Führungsriege, andere wiederum behandeln es wie ein schlichtes Haushaltsgerät: einschalten, nutzen, fertig.
Kein Wunder, dass es so wahnsinnig viele (schlechte) Penis-Witze gibt. Oder Gedanken wie diese: „Der Penis ist wie ein Polier: Er gibt die Befehle, alle anderen müssen mit“, wie es bei Douglas Vigliotti in Tom Collins: A „Slightly Crooked Novel“ heißt.
Genauer betrachtet ist es allerdings um einiges komplizierter. Das zeigt nun eine spannende neue Untersuchung. Diese hat sich nicht mit den üblichen Performancefragen beschäftigt – Sie wissen schon: größer, länger, härter, ausdauernder – sondern mit der Penis-Anatomie.
Heißt: Sie hat das männliche Genital unter die Lupe genommen und unter dem Mikroskop nachgesehen, wie fein es verdrahtet ist. Faszinierend, denn siehe da: Der Penis ist ein ziemlich ausgeklügeltes Sinnesorgan – und das könnte sein „Image“ dann doch ein wenig verändern.
Besonders interessant ist eine Zone, die eher selten beim Smalltalk auftaucht, aus Sicht der Anatomie aber scheinbar eine Hauptrolle spielt: das frenuläre Delta, also der Bereich rund um das Vorhautbändchen. Damit Sie sich was vorstellen können: Es liegt an der Unterseite der Eichel, dort, wo die Vorhaut und das Vorhautbändchen bei zurückgezogener Vorhaut eine Art V oder umgekehrtes Y bilden.
Stimmt, d as klingt jetzt ein bissl nach Geometrieunterricht, ist aber deshalb nicht langweilig, im Gegenteil. Weil in diesem Bereich Nervenäste aus mehreren Richtungen zusammenlaufen. Die Forschenden fanden dort ganze Cluster sensorischer Körperchen, also kleine Rezeptor-Pakete, die auf Berührung, Druck und Vibration reagieren. In manchen davon lagen bis zu 17 solcher Sinneskörperchen ganz dicht beieinander.
Das alles mag zwar auch eine Rolle spielen, doch die Lust ist eben auch Sensorik und Empfindsamkeit. Und ja: das frenuläre Delta könnte man in diesem Sinne durchaus salopp als äußeren männlichen G-Punkt bezeichnen.
Als ginge es nur um Blutfluss, Größe, Ausdauer
Wow. Ich finde, das sollten mehr Menschen wissen, weil die Sexualität des Mannes meist sehr mechanisch beschrieben wird – so, als ginge es immer nur um Blutfluss, Größe, Standfestigkeit, Ausdauer. Das alles mag zwar auch eine Rolle spielen, doch die Lust ist eben auch Sensorik und Empfindsamkeit. Und ja: das frenuläre Delta könnte man in diesem Sinne durchaus salopp als äußeren männlichen G-Punkt bezeichnen.
Natürlich wird daraus keine simple Bedienungsanleitung für Paare und niemand wird jetzt beim Sonntagsfrühstück sagen: „Hey, Schatzl, wir müssen endlich mal über dein frenuläres Delta reden.“ Obwohl?
Vielleicht wäre das mal eine gute Alternative zu der Frage, ob noch genug Milch da ist und die Erdbeermarmelade schmeckt. Weil es vielleicht auch darum geht, das männliche Genital weniger grob und simpel zu denken und folglich dann auch variantenreicher zu berühren.
Es ist halt nicht nur ein simpel g’strickter „Monolith“, sondern doch auch ein empfindliches und komplexes Organ. Eines also, das nicht nur performt, sondern auch ganz viel fühlen kann (und will). Und das, wie viele Penisbesitzer vermutlich bestätigen werden, auf schlechte Behandlung eher humorlos reagiert.
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