Parikia town, Paros island, Greece

Höhlen, Kirchen, Strände: Warum Paros die Paradeinsel der Kykladen ist

Wer Ruhe möchte und keine Infrastruktur braucht, findet an der Westküste von Paros lange Sandstrände fast ohne Menschen.

Es gibt keinen Vulkan auf Paros. Aber sonst findet man auf dieser kleinen Insel alles, was die Gruppe der Kykladen zu bieten hat und ausmacht: einige der architektonisch schönsten Dörfer, einsame Bergstraßen, auf denen Ziegen Vorrang haben und natürlich traumhafte Strände. Dass man die Insel mit dem Mietauto in zwei Stunden locker umrunden kann, macht es natürlich einfacher, das alles in kurzer Zeit zu erleben.

Stichwort Dörfer: die steilen, engen Gassen von Lefkes auf der Ostseite werden genau von jenen schön renovierten weißen Häuschen gerahmt, für die die Kykladen berühmt sind. Authentische Kafenions und Tavernen gibt es für alle Ansprüche, umgeben ist das Gesamtkunstwerk von Pinien, Olivenbäumen und natürlich Windmühlen. Dazu kommt eine herrliche Aussicht auf die Strände der Ostküste sowie die nahe Nachbarinsel Naxos. Architektonisch überragt wird das alles noch von der Marmor-Kirche Agia Triada. Tipp: die Taverne Flora an der Straße oberhalb des Dorfs. Tolle Aussicht, nicht so überfüllt.

Die Kirche Agia Triada überragt das malerische Dorf Lefkes.

Die Kirche Agia Triada überragt das malerische Dorf Lefkes.

©Wolfgang Godai

Wer dem Touristenansturm im Hochsommer hier entgehen will, findet fast ebenso idyllische, aber ursprünglichere Dörfer ein Stück weiter unten Richtung Meer. Etwa Prodromos oder Marpissa, wo Traditionen noch richtig gelebt und Besucher nicht nur aus kommerziellen Gründen neugierig beäugt werden.

Das heimliche Zentrum der Kykladen ist die Hauptstadt von Paros, Parikia, auch wegen seiner zahlreichen Fährverbindungen zu den anderen Inseln des Archipels. Rund um den Hafen ist abends so richtig Party angesagt, wie man es sonst nur in Naoussa ganz im Norden findet. Die quirligen, engen Gassen der Fußgängerzone sind stylish, ebenso wie die Boutiquen und Lokale. Kaum zu glauben, dass es nahe der Discos rund vierzig Kirchen gibt, darunter eine der angeblich berühmtesten Griechenlands, die Panagia Ekatontapyliani.

enge Gasse in Parikia auf Paros mit Lokalen

In Parikia, der Hauptstadt der Insel Paros, flaniert man in den engen Gassen oder gustiert in den Boutiquen.

©Wolfgang Godai

Zum Baden sollte man eher in den Osten von Paros fahren, dort gibt es die gewünschten Traumstrände, vom einsamen Voutakos oder Molos Beach bis zum schönsten Sandstrand der Insel, Chrisi Akti, gern auch „Golden Beach“ genannt.

Oder ein wenig weiter nördlich Piso Livadi, mit einem kleinen, aber belebten Strand. Wenn man Liegestühle mit Sonnenschirm mietet, gehört leider auch ganztägige Musikbeschallung dazu, was ein wenig die tolle Atmosphäre mit Aussicht auf Naxos und Ios stört.

Info

Anreise
Avantiair (buchbar bei Springer-Reisen) fliegt Paros im Sommer direkt von Graz und Klagenfurt an, je 1x wöchentlich. Von Wien mit Austrian (über Athen) erreichbar. CO2-Kompensation via atmosfair.de: 19 €

Island Hopping
Der Hafen von Paros ist ein Verkehrsknoten. Mykonos, Naxos und Ios sind mit Schnellfähren perfekt erreichbar.

Auskunft
visitgreece.gr

Sensation in der Höhle

Ruhe pur findet man hingegen in der größten Attraktion der Nachbarinsel Antiparos, die nur eine kurze Fährfahrt entfernt liegt. Denn mitten in der kahlen Berglandschaft verbirgt sich eine Sensation: die Tropfsteinhöhle des Heiligen Johannes birgt den ältesten Stalaktiten Europas, der bis zu fünfundvierzig Millionen Jahre alt sein soll.

Europas ältester Stalaktit: in der Tropfsteinhöhle auf Antiparos.

Europas ältester Stalaktit: in der Tropfsteinhöhle auf Antiparos.

©Wolfgang Godai

Die Schönheit des Abstiegs entlang meterdicker, beleuchteter Stalagmiten ist einmalig, mit zwei Abstrichen: Dass sich wenig originelle Kulturbanausen auf fast allen Tropfsteinen per Filzstift verewigt haben, ist traurig. Und man muss sich das alles erkämpfen: 411 Stufen führen von der kleinen Kirche am Eingang bis zum unteren Ende, und natürlich leider wieder hinauf. Es lohnt sich aber, außerdem ist die Höhle eine angenehme Abkühlung vorm nächsten Sprung ins Meer.

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