Die schönsten Orte für Ballonfahrten zwischen Österreich und der Türkei
Unendliche Stille, atemberaubende Ausblicke und viel Adrenalin. Tipps von Piloten zur Fahrt ins Blaue von Salzburg bis zur Serengeti – und welche Rolle „Erdferkel“ spielen.
Dieses Zischen vergisst man nie, wenn der Pilot den Propangasbrenner entzündet und die Flamme entfacht: ein aufregender und unvergesslicher Moment für alle Ballonfahrer. Vor allem ist es faszinierend, gemeinsam mit dem Piloten im engen Korb zu warten, bis sich der Stoffballon langsam mit heißer Luft füllt, bis er sachte und in Zeitlupe, wie von Zauberhand, vom Boden abhebt und langsam in die Höhe gleitet. Dann fängt das Abenteuer erst richtig an. Egal, wo man im Himmel treibt, ob man über schneebedeckte Alpen blickt oder über Giraffenherden unter sich, das Gefühl über der Welt zu schweben ist unbeschreiblich. Ballonfahrer schätzen dabei vor allem das hautnahe Naturerleben und die Stille. Und nirgendwo fühlt man sich freier als in einem Korb, der über der Erde schwebt.
Aeronaut Peter Flaggl bringt seine Passagiere auch in Filzmoos hoch in die Lüfte bis über den Großglockner, (auf dem Foto oben)
©thomas wirnsperger/filzmoos tourismuKein Wunder also, dass Ballonfahren zu den gefragten Freizeitaktivitäten zählt und es auch in Österreich unzählige Möglichkeiten dafür gibt. Und wer hätte gedacht, dass es zwei österreichischen Ballonfahrern zu verdanken ist, die vor zwei Jahren die 67. Gasballon-Weltmeisterschaft gewonnen haben, dass der 69. Coupe Aéronautique Gordon Bennett heuer in Filzmoos stattfindet? Die beiden Wiener, Christian Wagner und Stefanie Liller, fuhren über 2.111 Kilometer von Münster bis nach Sagres in Portugal. Die legendäre Coupe Aéronautique Gordon Bennett wird daher Ende August im Ballondorf Filzmoos starten.
Ballonglühen in Filzmoos: Nacht der Ballone mit Klangfeuerwerk im Jänner
©Coen WeesjesSeit seiner ersten Austragung vor 120 Jahren gilt die Weltmeisterschaft im Langstrecken-Gasballonfahren als gefeierte Ballonsportveranstaltung und zieht die besten Ballonfahrer der Welt an. Benannt ist der Wettbewerb nach dem amerikanischen Journalisten und Verleger des New York Herald, James Gordon Bennett, der 1906 den Coupe Aéronautique stiftete, bei dem das Team gewinnt, das die größte Distanz vom Startpunkt zurücklegt.
Von Piloten und Erdferkeln
Aeronautik-Fans, die gerne einmal abheben möchten, um bei gutem Wetter- und Windverhältnissen die Alpen zu überqueren oder um sogar bis nach Grado zu fahren, haben bereits ab 10. Jänner Gelegenheit dazu, wenn der Himmel über Filzmoos wieder zur farbenprächtigen Kulisse wird: das nächtliche, romantische Ballonglühen ist Auftakt der Internationalen Heißluftballonwochen. Bis 24. Jänner treffen sich über 50 Teams aus mehr als 15 Nationen in Salzburg. Dass Ballone aber überhaupt Passagiere mitnehmen dürfen, ist beherzten und vor allem gut ausgebildeten Piloten zu verdanken. Sie sind am Himmel zu Hause.
Ballonfahren macht Spaß, mit Christian Muth von Alpensafari
©AlpensafariSo etwa Andy Nairz aus Hall in Tirol. „Sicherheit steht an erster Stelle“, ist das Motto des Fluglehrers und Piloten, der mit über 1.000 Fahrten in den Alpen als Pilot in Command zu den erfahrensten Piloten zählt. In seinem Unternehmen alpineballooning – austria/tirol ist aber auch das Team rund um die Piloten enorm wichtig. Denn wo der Ballon landet, liegt meist nicht in den Händen der Ballonpiloten, sondern hängt vom Wind ab. „Wir nennen sie liebevoll die Erdferkel, denn sie müssen uns am Boden verfolgen und aufspüren. Wie eben Ferkel die Trüffel“, lacht Nairz, dessen Firmenstandort am Achensee liegt. „Freiwillige Helfer sind beim Auf- und Abbau essenziell, sie holen uns auch mit dem Auto wieder ab, egal ob vom Acker oder von der Wiese.“
Stubenberg am See gilt wiederum wegen seines stabilen Wetters als ideale Location für Ballonfahrten. Auch dort werden die Ballone von Aeronaut Andreas Flaggl laufend durch die Luftfahrtbehörde kontrolliert. „Der Weg ist das Ziel, deshalb ist Ballonfahren immer ein Abenteuer, eine Fahrt ins Blaue, und bei den Passagieren so beliebt“, so der Apfelwirt-Pilot.
Fahrt über die Loire-Schlösser in Frankreich
©Raul RIVASWer die Alpen in der Luft überqueren möchte, ist wiederum bei Ballonfahren in Steyr richtig. „Als Pilot muss man das technische Gerät beherrschen und vor allem die Wettersituation richtig erkennen. Man ist dem Wind ausgeliefert, nur mit einem „Stoffsackerl“ unterwegs und muss das Wetter richtig lesen können“, so Aeronaut Christian Muth von Ballonfahren macht Spaß. „Glück ab, gut Land ist der richtige Gruß für eine sichere Landung. Ballonfahren ist die beste Möglichkeit, um die Schönheit der Landschaft zu erkunden.“
Tausende antike Tempel, Stupas und Pagoden von oben: Bagans, Myanmar
©Getty Images/lkunl/istockphotoDass bemannte Ballonfahrten überhaupt erlaubt wurden, geht auf ein königliches Experiment zurück: Die Brüder Montgolfier ließen 1783 in Anwesenheit des Königs vom Schloss Versailles aus einen Heißluftballon mit drei Tieren, einem Hammel, einer Ente und einem Hahn aufsteigen. Der Flug dauerte etwa acht Minuten und da alle Tiere das Experiment überlebten, gab der König die Erlaubnis zu einem Aufstieg mit Passagieren.
Serengetis Weite und ziehende Giraffenherden lassen sich am besten von oben beobachten
©Getty Images/iStockphoto/Rocket k/iStockphotoDoch der Vater der beiden Brüder verbot ihnen, selbst mitzufliegen. Also startete Jean-François Pilâtre de Rozier den ersten bemannten Montgolfier-Ballon vom Pariser Marsfeld aus, mit dem Marquis François d’Arlandes als ersten Passagier an Bord. Eine Sensation, die damals Tausende Schaulustige anlockte, ein wahres Ballonfieber auslöste und die Rock- und Hutformen der Damenmode beeinflusste.
Heißluftballon-Tour bei Sonnenaufgang im Göreme-Tal, Kappadokien, Türkei: Feenkamine und Hunderte Ballons in der Luft
©Getty Images/MediaProduction/istockphotoDie Welt unter sich
Abenteurer finden heute weltweit Angebote für Ballonfahrten bei Sonnenauf- oder -untergängen, über faszinierende Landschaften, spektakuläre Naturphänomene oder historische Stätten. Wie Heißluftballon-Touren über das Göreme-Tal in Kappadokien mit seinen Feenkaminen und hunderten Ballonen in der Luft. Zu Fahrten mit Blick auf Giraffenherden in Kenias Serengeti, das Reich der tausend Tempel in Bagan oder auf die herrlichen Schlösser im Loire-Tal und die orientalische Stadt Marrakesch.
TIPPS
Ballooning in Österreich
Filzmoos Ballon-Event : Zweistündige Ballonfahrt ab 298 €, pro Person. Infos
©coen weesjes/filzmoos tourismusFilzmoos Ballon-Event : Zweistündige Ballonfahrt ab 298 €, pro Person. Infos
Ballonweltmeisterschaft: Gasballon Weltmeisterschaft, im Ballondorf Filzmoos vom 27. August bis 5. September
Hall in Tirol, alpenballooning – austria/tirol: Andy Nairz
Steyr: Ballonfahren macht Spaß, Christian Muth
Stubenberg am See, Flaggl Ballooning: A. Flaggl, https://apfelwirt.at
Weltweites Ballooning
Bagan,Myanmar: https://natuerlich.reisen
Kappadokien, Türkei, Göreme-Tal: https://hotairballoons-cappadocia.com
Serengeti, Kenia/Tanzania: https://balloonsafaris.com
Loire-Schlösser: https://loiretal-frankreich.de
Marrakesch: https://comingmorocco.com
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