Sachertorte mit Schlag

VKI-Test Sachertorte: Das Ergebnis überrascht

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 10 Sachertorten blind verkosten lassen und gefragt: Welche schmeckt am besten?

68 Laien-Verkosterinnen und Verkoster probierten 10 verschiedene Sachertorten - ohne zu wissen, welche Marke sich hinter welcher Nummer verbarg. Serviert wurden kleine, senkrecht abgeschnittene Stücke.

Bewertet wurden: 

  • Aussehen
  • Geruch
  • Konsistenz mit Saftigkeit und Luftigkeit
  • Geschmack der Glasur und der Marmelade

Anschließend musste die Tester ein Gesamturteil vergeben und angeben, ob sie das Produkt kaufen würden. Zur Neutralisierung des Geschmacks erhielten die Verkoster zwischen den Proben Apfelspalten und Wasser.

Billige Torte gewinnt

Der überraschende Gewinner: die Sachertorte der Spar-Eigenmarke S-Budget. Sie erreichte 64 von 100 möglichen Punkten. Nur beim Marmeladengeschmack gibt es ein „durchschnittlich“. 

Mit 25 Prozent hat sie den höchsten Marmeladenanteil aller verkosteten Produkte und gehört mit einem Kilopreis von 10,98 Euro zu den vier billigsten Torten im Vergleich.  60 Prozent der Testerinnen und Tester gaben an, dass Produkt kaufen zu wollen. 

Original-Sachertorte weit hinten

Auf Platz 2 folgt die tiefgekühlte Finest Bakery Sachertorte von Hofer (62 von 100 Punkten). Erst auf Platz 5 landet die Original Sachertorte von Sacher mit einem insgesamt "durchschnittlichen" Verkostungsergebnis von 54 Punkten. Aussehen, Geruch und Konsistenz konnten zwar überzeugen, geschmacklich wurde die Süße der Glasur und die zu geringe Marmeladenmenge kritisiert. Mit einem Kilopreis von 68,38 Euro ist die originale Torte mit Abstand das teuerste Produkt der Verkostung. Immerhin: 40 Prozent der Verkosterinnen und Verkoster würden das Original kaufen. 

Am unteren Ende des Ranking landet die Tiefkühltorte von Clever (Billa), die wie das Penny-Produkt Bäckerkrönung in Kroatien hergestellt wird. Der Geschmack wird als künstlich beschrieben, der Teig als trocken und die Marmelade wird auch nicht als gut empfunden. 

Bei der veganen Torte von Billa Plus war man sich nicht einig. Die Glasur wird oft als zu hart beschrieben, während Geschmack und Konsistenz unterschiedlich bewertet werden. Am Ende steht ein durchschnittliches Ergebnis, das zeigt, dass sie mit den anderen Torten mithalten kann.

Nährwerte und Zusatzstoffe

Ein Blick auf die Nährwerte zeigt, dass die Sachertorte mehr ein Genussmittel ist. Mit ihrem höheren Fettgehalt und einem Zuckeranteil von rund 40 Prozent landet sie beim Nutri-Score bei E. Das verwundert nicht: Zucker steckt im Teig, in der Schokolade und natürlich in der Marmelade.

Die Zahl der Zusatzstoffe schwankt stark – von 3 bis 23. Darunter findet man Backpulver für den Teig, Citronensäure in der Marmelade – und manche Emulgatoren sind bereits in der Kuvertüre enthalten. Die Torte der Interspar Bäckerei hatte zudem gleich neun Farbstoffe angeführt. 

Aromen findet man in der Zutatenliste mehrmals. So wird für den Teig etwa gerne Vanille-Aroma verwendet. Bei einer Torte wurde eine alkoholische Note wahrgenommen, obwohl kein Alkohol angeführt war. Es wird angenommen, dass es sich um alkoholfreies Rum-Aroma handelt.

Als Angabe am Etikett reicht grundsätzlich „Aroma“. Bei der veganen Torte war Rum in der Zutatenliste aufgelistet. Emulgatoren und Stabilisatoren sind ebenfalls häufig dabei, sie sollen den Teig locker halten und länger saftig machen. Die gute Nachricht: Palmöl steckte in keiner der Torten.

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