Eine ungeöffnete Konservendose steht neben einer Schale mit Thunfisch, Limette, Schalotten, Tomaten und roten Chilischoten.

Vegane Fisch-Alternativen im Test: Nur diese zwei Produkte überzeugen

Der Verein für Konsumentenschutz (VKI) ließ elf Thunfisch- und Lachs-Ersatzprodukte verkosten. Das Urteil wird die Hersteller nicht freuen.

58 Personen versuchten sich fünf Thunfisch-, fünf Lachs- und eine Kaviaralternative auf der Zunge zergehen zu lassen. Das gelang nur meist nicht, denn nachher fanden die Verkoster, es sei noch "Luft nach oben".

Nur eine Lachs- und eine Thunfisch-Alternative schafften ein "gut", ein "sehr gut" gab es überhaupt nicht. Der Großteil wurde mit "durchschnittlich", ein Produkt mit "weniger zufriedenstellend" bewertet.

Bewertet wurden 

  • Aussehen
  • Geruch
  • Mundgefühl bzw. Konsistenz
  • Geschmack
  • Ähnlichkeit zum "echten" Fischprodukt

Alle Erzeugnisse stammten aus EU-Ländern, eines davon aus einem heimischen 3-D-Drucker.

Verkoster bunt gemischt

Die Laien-Verkoster waren bunt gemischt: 14 Prozent ernähren sich vegan, 17 Prozent vegetarisch. Der Rest lebt flexitarisch - isst nur selten Fleisch und Fisch - oder omnivor, also ohne bewusste Einschränkung.

"Gut": Das sind die Gewinner

 Auf den Teller kamen im österreichischen Handel erhältliche vegane Alternativen. Getestet wurden

  • Thunfischkonserven
  • Fischaufstriche
  • Räucherlachs
  • Lachsfilets zum Braten
  • Kaviar

Zwei Produkte wurden als geschmacklich "gut" gelobt: "BettaF!sh Tu-Nah", eine Thunfischalternative, die stark an echten, gewürzten Thunfisch aus der Dose erinnerte, sowie "Vivera Filets Lachs-Art", ein Lachsersatz.

4 Produkte beim Geschmack "ziemlich ähnlich"

Die große Mehrheit wurde "durchschnittlich" bewertet, nur ein Lachsaufstrich "weniger zufriedenstellend". Bei vier Produkten wurde der Geschmack mehrheitlich als "ziemlich ähnlich" oder "komplett gleich" zum echten Fischprodukt eingestuft: "BettaF!sh Tu-Nah", "Garden Gourmet Thun-Visch", "VegaVita Räucherlaxx" und "Revo The Filet", das Produkt aus dem 3-D-Drucker.

Nährstoffe: Echter Fisch besser

Fisch punktet neben dem Eiweißgehalt mit Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Jod. "Vegane Alternativen können bei diesen Nährstoffen nicht in allen Bereichen mithalten", sagte VKI-Ernährungswissenschafterin Teresa Bauer. "Der Eiweißgehalt der veganen Nachbauten liegt im Schnitt unter dem der tierischen Produkte. Um den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zu erhöhen, werden manchen veganen Produkten jedoch Leinöl, Rapsöl oder Mikroalgenöle zugesetzt." Zwei vegane Lachsfilets waren zudem mit Vitaminen angereichert.

Die verkosteten Fischalternativen erreichen Nutri-Scores von A bis D - abhängig von Eiweiß-, Salz- und Fettgehalt. "Im direkten Vergleich schneiden Thunfisch in Öl bzw. eigenem Saft und frische Lachsfilets nährwerttechnisch meist etwas besser ab als die verkosteten veganen Nachbauten", berichtete Bauer. "Bei Thunfischaufstrichen und Räucherlachs liegen Fisch und verkosteter pflanzlicher Fischersatz oft gleichauf bei Nutri-Score C bzw. D."

Meist hochverarbeitet

Vegane Fischalternativen sind allerdings meist hochverarbeitet, denn sie enthalten häufig Aromen, Verdickungsmittel oder andere Zusatzstoffe. Allerdings weisen auch klassische Thunfischkonserven, Fischaufstriche und Räucherlachs oft einen hohen Verarbeitungsgrad auf - im Gegensatz zu frischen oder tiefgekühlten Natur-Fischfilets. 

"In der täglichen veganen Ernährung sollten natürliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte, Tofu, Sojadrinks und Nüsse bevorzugt werden", empfiehlt die Fachfrau. Pflanzliche Ersatzprodukte könnten aber "gelegentlich für Abwechslung sorgen".

VKI-Ergebnisse HIER online

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