Ketchup-Test: Schimmelpilzgift in Österreichs beliebtester Marke
Stiftung Warentest deckt große Qualitätsunterschiede beim Ketchup auf – und Schadstoffbelastungen. Besonders schlecht schneidet Österreichs Marktführer ab.
Beim Zucker ist Ketchup nicht immer der Übeltäter
Der Test zeigt auch: Das Bild von der generellen Zuckerbombe stimmt nur teilweise. Laut frei zugänglicher Berichterstattung lagen die Zuckerwerte meist zwischen 3,6 und 19,3 Gramm pro 100 Milliliter, im Schnitt bei 16 Gramm. Zwei Produkte fielen jedoch klar nach oben aus – mit 26,6 Gramm und 21 Gramm pro 100 Milliliter.
Besonders viel Zucker steckte laut Meldungen im Heinz Tomato Ketchup: 26,6 Gramm pro 100 Milliliter. Schon ein Esslöffel davon liefert einem Vorschulkind fast elf Prozent der von der WHO empfohlenen täglichen Höchstmenge an Zucker.
Interessant: Ein Ketchup kam laut Test ganz ohne Zucker oder Süßstoff aus und erhielt trotzdem ein „Gut“. Tomaten bringen schließlich selbst schon natürlichen Zucker mit.
Weniger Zucker heißt oft: mehr Süßstoff
Bei Aussagen wie „weniger Zucker“ lohnt sich ein genauer Blick auf die Zutatenliste. Denn in einigen Produkten wurde Zucker durch Süßstoffe ersetzt. Das spart zwar Kalorien, kann laut Stiftung Warentest aber geschmacklich nach hinten losgehen. Die Tester störten sich teils an Süßstoffnoten oder an übertriebener Süße.
Kritisch gesehen wird dabei vor allem Sucralose. Der Süßstoff gilt als Umweltproblem, weil er biologisch schwer abbaubar ist und in Kläranlagen nicht vollständig aus dem Wasser entfernt wird.
Heikel wurde es bei Schimmelpilzgiften
Besonders kritisch war der Befund bei möglichen Schadstoffen. In drei Ketchups wurden Richtwerte für Alternaria-Toxine überschritten. Diese Stoffe werden von Schimmelpilzen gebildet und können mit spät geernteten oder feucht gelagerten Tomaten in Verbindung stehen. Gemeint ist dabei nicht sichtbarer Schimmel im Ketchup selbst, sondern eine Belastung mit entsprechenden Toxinen.
Stiftung Warentest weist darauf hin, dass diese Toxine strukturell Ähnlichkeiten mit erbgutschädigenden und krebserregenden Stoffen haben. Ob sie für Menschen konkret kritisch sind, ist nach aktuellem Stand aber noch nicht abschließend geklärt. Die Empfehlung lautet dennoch, davon möglichst wenig aufzunehmen.
Schimmelpilzgift in Felix-Ketchup
Besonders auffällig war Felix Tomaten Ketchup. Der Marktführer in Österreich fiel im Test mit ‚mangelhaft‘ durch.“ Laut Bericht überschritt das Produkt den unverbindlichen EU-Richtwert für das Schimmelpilzgift Alternariol um das Achtfache. Dieser Wert sei laut so hoch, dass der Hersteller hätte reagieren müssen, zitiert "zdfheute" Stiftung Warentest.
Nicht nur der Inhalt spielte im Test eine Rolle, sondern auch die Verpackung. Stiftung Warentest rät laut dpa eher zu Glasflaschen. Der Grund: Glas lasse sich nach Einschätzung der Tester besser wieder zu neuem Glas verarbeiten, während nicht alle Kunststoffflaschen recyclingfähig seien.
Große Unterschiede
Der Test zeigt ziemlich deutlich: Ketchup ist nicht gleich Ketchup. Unterschiede gibt es nicht nur beim Geschmack, sondern auch bei Zucker, Süßstoffen, Verpackung und möglichen Schadstoffbelastungen. Wer regelmäßig zugreift, sollte deshalb nicht nur auf Marke oder Preis schauen. Ein Blick auf Zutatenliste und Qualität lohnt sich – gerade dann, wenn Ketchup oft auf dem Tisch steht.
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