Barchef Heinz Kaiser lächelt hinter seiner Bar mit drei seiner Mocktails und vollen Spirituosenregalen.

Top-Mixologe tüftelte monatelang an Mocktails: 2 alkoholfreie Rezepte

Heinz Kaiser von der legendären Dino's Apothecary Bar, arbeitete Monate an seinen alkoholfreien Cocktail-Rezepten - und verrät für den KURIER zwei davon.

Früher seien alkoholfreie Trinker in den Bars immer „das 5. Rad am Wagen“ gewesen und mit „Safteln, Smoothies oder Ginger Ale“ abgespeist worden, erinnert sich Heinz Kaiser, studierter Pharmazeut, begeisterter Mixologe und Barchef von Dino’s Apothecary Bar.

Er wollte beim zunehmend erfolgreichen Trend zu Alkoholfreiem vorn mit dabei sein, statt ihm hinterherzulaufen, und stellte sich schon vor zwei Jahren den Anspruch, „klassische Cocktails alkoholfrei so nachzubauen, dass die Leute dasselbe Feeling in der Bar haben“.

Er experimentierte über drei Monate mit Alkohol-Ersatzprodukten. Das Ergebnis: Eine Karte mit allem von Martini-Cocktails über Whisky Sour, Old Fashioned, Manhattan, Margarita bis Gin Basil Smash – alles alkoholfrei. Zu Ehren des Dry January sind die Drinks wieder auf der Karte.

Mocktails von Dino's Apothecary Bar - v.l.n.r.: Niña Colada, Dirty Brutus, Vibrante Smash

Mocktails von Dino's Apothecary Bar - v.l.n.r.: Niña Colada, Dirty Brutus, Vibrante Smash

©Yelizavieta Baranovska

Sein alkoholfreier Dirty Martini, der Dirty Brutus (siehe Foto), mit Olivenlake für den Geschmack und ätherischem Wacholderöl als Gin-Ersatz, sei ein Erfolgsrezept. „Und du sitzt mit einem Martiniglas mit einer Olive drinnen, da kommt keiner auf die Idee, du trinkst alkoholfrei“, ist Kaiser stolz.

Alk-frei teurer als mit Alkohol

Alkoholfreie Alternativprodukte seien allerdings meist teurer als die promillehaltigen Originale. Von der Vorstellung, Mocktails (alkoholfreie Cocktails, mock = nachahmen, vortäuschen) seien günstiger als ihre berauschenden Vorbilder, kann man sich verabschieden. Die zehn Drinks auf der Karte kosten 16 bis 16,50 Euro. Sie sind auch schwieriger herzustellen, urteilt der Tüftler nach seinen monatelangen Mix-Experimenten.

Warum sich Rum und Whisky nicht gut kopieren lassen

„Alle Produkte, die den Hauptcharakter aus dem Zucker beziehen, kann man gut nachbauen, zum Beispiel einen Campari oder einen roten Wermut, einen Amaretto, Liköre.“ Schwieriger hingegen sei es, wenn die Basisspirituose ihren Hauptcharakter aus dem Alkohol bezieht, wie etwa beim Whisky oder Rum, der seinen Geschmack hauptsächlich durch die Fasslagerung erhält.

Nogroni "funktioniert herrlich"

Besonders beliebt seien in Kaisers Bar der Nogroni, die alkoholfreie Variante des Negronis, oder dessen Prosecco-basierter Zwilling, der Nogroni Sbagliato: „Das funktioniert herrlich“. Weil sie einfach zum Mixen und alle Zutaten im Handel erhältlich sind, verrät Kaiser seine Rezepte den KURIER-Lesern (siehe unten.). Er empfiehlt, zu den im Rezept empfohlenen Marken zu greifen. Damit erzielte er die besten Resultate.

Trotz aller Liebe und Arbeit, die in seinen Mocktails steckt, würden sie nie genauso schmecken wie das alkoholische Pendant, sondern stattdessen „ein ähnliches Gefühl vermitteln“. Das brauche Bewusstseinsbildung beim Kunden.

Erfolgs-Mocktails aus der Dino's Apothecary Bar zum selbst Mixen:

Nogroni (alkoholfreier Negroni)

Zutaten: 

  • 3 cl Beefeater Gin  0,0 %
  • 3 cl Ramazzotti Arancia 0,0 %
  • 3 cl Martini Vibrante

Zubereitung:

  1. Eiswüfel in ein Glas füllen.
  2. Die drei "Schnäpse" dazugeben und im Glas mischen.
  3. Mit Orangenscheibe garnieren und servieren.

Nogroni Sbagliato

Zutaten: 

  • 3 cl Ramazzotti Arancia 0,0 %
  • 3 cl Martini Vibrante
  • 6–9 cl alkoholfreier Prosecco

Zubereitung: 

  1. Eiswürfel in ein größeres Weinglas geben
  2. Ramazotti und Martini dazugeben und mischen
  3. Je nach Geschmack mit 6 bis 9 cl alkoholfreien Prosecco auffüllen
  4. Mit Orange garnieren und servieren

Über Marianne Lampl

Redakteurin und Digital Producer bei KURIER und freizeit.at, dem Digitalformat der KURIER freizeit. Geboren im Burgenland, für den Besuch einer Kunstschule mit 13 Jahren nach Wien gekommen. Studierte dann später in Graz Journalismus und arbeitete anschließend in Wien beim ORF, bei Heute und PULS24.at, unter anderem als Ressortleiterin für Szene, Lifestyle, Entertainment und Kultur. Seit 2024 bei KURIER und freizeit.at.

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