Wiener feiert 80er beim Vespa-Treffen in Rom: Fan ist so alt wie der Kult-Roller
Peter Wirth feiert seinen 80. Geburtstag beim internationalen Vespa-Treffen in Rom.
Die Vespa hat Farbe und Modell gewechselt, Peter Wirth Frisur und Outfit. Aber die Haltung ist geblieben. Sein Leitspruch: „Lebe das Leben!“ Für den am 20. April 1946 Geborenen ist das Leben eng mit Vespas verbunden. Nicht nur, weil auch die italienische Roller-Ikone 80 Jahre alt wird. Zum Jubiläumstreffen im Juni in Rom wird der Wiener natürlich fahren.
Und zwar mit seiner knallig-orangefarbenen Vespa.
Liebhaberstück im Originalzustand
ist selbst ein markanter Vertreter der Vespa-Geschichte: Modell Sprint 125, Baujahr 1975. „Sie ist noch im Originalzustand, hat auch den ,O-Lack‘, also den Originallack. Davon gibt es wenige.“ Am Innenleben wurde Wirth allerdings ausgiebig handgreiflich. „Den Motor hab’ ich komplett zerlegt und alle Teile ausgetauscht“, erzählt er. Er sei eben „ein Schrauber“, der noch immer gern an Motoren bastelt, sagt der ehemalige Flugzeug- und Computertechniker. Und obwohl die orange Supersprint immerhin 50 Jahre am Buckel hat, hat sie erst 21.000 Kilometer am Tachometer. Was nicht heißt, dass Peter Wirth nicht damit fahren würde. Allerdings startet er seinen Roller lieber für kurze Fahrten an.
Seine erste Vespa, die er zwischen 1965 und 1970 besaß – eine 180 Supersprint –, nutzte er noch anders. Oft genug pendelte er zwischen dem Waldviertel, wo er aufwuchs, und Wien. „Sie war damals die modernste Vespa am Markt, ein Topmodell und hatte ein Gepäckfach“, erinnert er sich. „Rückblickend leider“ habe er sie aber verkauft, „weil ich meine Frau kennenlernte und wir ein Auto brauchten.“ Beruflich ab den 1970er-Jahren in den USA tätig, legte er sich zwischenzeitlich noch eine Harley Davidson zu.
Abzeichen der besuchten Vespa-Treffen gehören zu Peter Wirths Sammlung.
©Kurier/Juerg ChristandlWeltweites Netzwerk
Die Liebe zum italienischen Roller und dem damit verbundenen Lebensgefühl blieb: 2003, als Wirth wieder in Wien ansässig war und sich der Malerei widmete, kaufte er sich erneut eine Vespa. Mitglied im „Vespa Club Wien“ (VCW) war er bereits seit den 60er-Jahren, die Reisen zu internationalen Vespa-Treffen kamen nun dazu. 2019 nahm er an den „Vespa World Days“ in Ungarn teil, 2022 in Portugal, 2024 in der Schweiz und im italienischen Pontedera. Dort, nahe Pisa, befindet sich das Vespa-Stammwerk.
„Das Schöne ist: Ich habe durch die Treffen wirklich überall auf der ganzen Welt Vespa-Freunde, sogar in Australien und in Indien“, schwärmt der Vespa-Kenner. Diese weltweite Verbindung habe auch in anderen Belangen ihre Vorteile, gesteht er. „Wenn man beim Schrauben mal wo ansteht, schreibt man sich halt – und sofort kommen Antworten.“ Nachsatz: „Oft ist mein indischer Freund der erste.“
Mit vielen der befreundeten Vespa-Piloten wird er in Rom auf seinen 80er anstoßen. Vielleicht singen so wie 2024 in Pontedera Tausende Vespisti ein „Tante Auguri“ für ihn.
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