Sean Connery lehnt lässig an einem silbernen Aston Martin DB5 mit dem Kennzeichen BMT 216A.

Die legendärsten Fahrzeuge von James Bond

Vom Aston Martin DB5 bis zum fliegenden Korkenzieher. Das sind die spektakulärsten Bond-Fahrzeuge. Einblicke in die Geschichten der Kultautos.

Wer ist der wahre James Bond? Was für eine Frage! Sean Connery, rufen die einen. Aber hallo, Daniel Craig, kontern die anderen. Und ja, manche schwören sogar auf Roger Moore – erstaunlicherweise.

Beim ultimativen James-Bond-Auto jedoch herrscht wohl traute Einigkeit: der silberne Aston Martin DB5 von 1964. Seine erste Ausfahrt hatte er in „Goldfinger“. Seitdem ist der DB5 das rollende Markenzeichen des Agenten. Kein Wunder, ist er doch cooler als ein herausgeschüttelter Kalauer des Agenten an der Hotelbar. Und wahrscheinlich ist er das berühmteste Filmauto der Welt. Sogar der alte Rolls-Royce des Schurken Auric Goldfinger wirkt daneben blass.

Vier verschiedene Aston Martin Sportwagen aus verschiedenen Jahrzehnten stehen auf einem asphaltierten Platz.

In den James-Bond-Filmen kommen die verschiedenen Modelle von Aston Martin zum Einsatz. 

©max earey

Für den Film „Goldfinger“ stellte Aston Martin zwei Prototypen zur Verfügung: einen für die Fahrszenen, einen für die Tricks. Die Extras baute Effektmeister John Stears ein: drehbares Kennzeichen, zwei Maschinengewehre, Ölsprühvorrichtung, Rauchgenerator, Reifenschneider – und natürlich der berühmte Schleudersitz für den Beifahrer.

Ein Loch in James Bonds Aston Martin DB5

Stears erinnert sich an den Moment, in dem er sich ans makellose Dach machte: „Ich markierte die Stelle und klebte das Dach dieses wunderschönen Autos mit Klebeband ab. Ich schaute es mir an, ging weg, trank eine Tasse Kaffee, kam zurück, holte den Bohrer und bohrte das Loch. Es war erschreckend.“

Der DB5 musste im Laufe der Jahrzehnte viel wegstecken. In „Skyfall“ wird er im großen Finale in den schottischen Highlands regelrecht zerlegt. Zum Glück nimmt Q sich in „Spectre“ seiner an und setzt den Klassiker in seiner unterirdischen Werkstatt wieder zusammen. Kaum zurück auf der Straße, dient er in „Keine Zeit zu sterben“ bei einer Verfolgungsjagd durch die italienische Bergstadt Matera erneut als rollender Schutzschild und kassiert dabei ordentlich Blech-Blessuren.

Der Sprung mit dem Korkenzieher

Diese und viele weitere Auto-Anekdoten stehen im Buch „James Bond Cars“ des Verlags Assouline. Darin darf auch auf keinen Fall der rote Hornet X Hatchback, Jahrgang 1974, von AMC fehlen. Er spielt in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ kleine, aber markante Rolle – im wahrsten Sinn des Wortes. Das Coupé liefert einen der kühnsten Bond-Momente: den „Astro Spiral“ über eine zerstörte thailändische Brücke. Von einer Rampe vollführt Bond mit dem Gefährt eine perfekte 360-Grad-Korkenzieher-Drehung.

Ein rotes Auto fliegt kopfüber über einen Fluss zwischen zwei zerstörten Brückenabschnitten.

In „Der Mann mit dem goldenen Colt“ macht der rote Hornet einen Korkenzieher. 

©1974 danjaq, llc and metro-goldwyn-mayer studios inc. all rights reserved.

Die Choreografie entwarf Stunt-Architekt Raymond McHenry am Reißbrett. Das speziell gebaute Rampensystem war sogar durch das US-Patent 3.814.021 geschützt. Die Vorgabe war gnadenlos: exakt 75,6 km/h Anlauf – nicht mehr, nicht weniger. Erstmals testete man den Stunt per Computersimulation und filmte ihn dann in einem Take.

Am Steuer saß Stuntman Loren „Bumps“ Willert. Er schaffte den Sprung beim ersten Versuch und erhielt dafür spontan einen Bonus von 30.000 Dollar. Der Stunt mit der Korkenzieher-Drehung schaffte es ins Guinness-Buch der Rekorde als erster „Astro-Spiralsprung“ auf Film. Und der Hornet wurde zur Legende, auch weil er für seine Größe überraschend wendig in den engen Straßen Bangkoks war. Roger Moore sagte danach trocken zur Crew: „Ihr Jungs lasst mich gut aussehen.“

Bond verwandelte den Lotus in ein U-Boot

Aber nicht nur in der Luft, auch unter Wasser machen sich Bond-Autos gut, etwa in „Der Spion, der mich liebte“ aus dem Jahr 1977. Der kantige, futuristische Lotus Esprit S1 ist nicht nur rasant unterwegs, er verwandelt sich per Knopfdruck in ein U-Boot und schießt einen Hubschrauber mit einer Rakete ab. Lotus-Gründer Colin Chapman fuhr den Prototyp persönlich zu den Pinewood Studios – Produzent Albert Broccoli sagte zu und vergab die Rollen an den Sportwagen.

Zwei Taucher schwimmen unter Wasser neben einem weißen Auto, das wie ein U-Boot aussieht.

Der Lotus Esprit S1 kann per Knopfdruck in ein U-Boot verwandelt werden. 

©2021 danjaq, llc, metro-goldwyn-mayer studios inc. all rights reserved.

Manchmal fährt Bond sogar ein Boot an Land: In „Die Welt ist nicht genug“ jagt Pierce Brosnan im schneidigen Q-Boat vom Fluss bis auf die Straße. Und ja, er mochte auch schweres Gerät: In „GoldenEye“ pflügt er mit dem Panzer durch St. Petersburg. Denkwürdige Geräte gibt’s genug: 

Das Jetpack in „Thunderball“ war kein Trick, sondern das echte Bell Rocket Belt. Auch der Schleudersitz im Aston Martin DB5 war real. Was für ein Kerl, dieser James Bond. Er strahlt, die harte Arbeit leisten die Stuntleute.

Buchtipp: James Bond. Cars, von Chris Corbould, englische Sprache, 312 Seiten, ca. 120 Euro, Assouline. Auch Teil der James Bond Trilogy, 360 Euro   

Daniel Voglhuber

Über Daniel Voglhuber

ist Redakteur bei der KURIER Freizeit. Seit Dezember 2020 schreibt er über Reisen, Kultur, Essen und Lifestyle. Kurz: über alles, was Freude macht. 2011 startete er in der KURIER-Chronik als Mitarbeiter für Oberösterreich, später produzierte er lange verschiedene Regionalausgaben.

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