Heinz Mareceks inspirierende Bibliothek auf Ibiza
Von Russell über Fry bis Torberg und Popper: Heinz Mareceks liebste Bücher. Einen dieser Autoren liest die ganze Familie.
Man kennt ihn von der Bühne oder aus dem Fernsehen, etwa aus „SOKO Kitzbühel“ oder „Die liebe Familie“. Schauspieler und Kabarettist Heinz Marecek hat aber neben seinem Beruf eine weitere große Leidenschaft: Lesen. Denn Lesen sei für ihn wie Atmen.
Seine Bibliothek ist für den beliebten Wiener Schauspieler ein Rückzugsort, in den er immer wieder eintaucht. „Ich könnt’ mir ein Dasein ohne sie gar nicht vorstellen.“ Heinz Mareceks Lebensmittelpunkt ist Ibiza. Hier stehen auch alle Bücher, „außer jenen, die er gerade verliehen hat“, ergänzt seine Ehefrau Christine lachend. In der Bibliothek scheint nicht nur eine Bücherwand gewachsen zu sein, sondern auch ein Baum: Ein Holzstamm verbindet in der jahrhundertealten Finca die spektakuläre Decke aus Wacholderholz mit dem Boden.
Sobald Heinz Marecek Zeit hat, nimmt er ein Buch zur Hand. „Wenn ich drehe, habe ich immer eines dabei. Muss ich warten, setze ich mich damit in eine ruhige Ecke.“ Denn Lesen, so sagt er, sei für ihn wie Atmen.
Die Bücherwand wächst und wächst, aber auch ein Baum scheint hier seine Wurzeln geschlagen zu haben.
©PrivatPapi, du musst das lesen
Bei Gegenwartsliteratur vertraut er auf den Geschmack seiner Tochter Sarah. „Sie sagt zu mir, Papi, du musst das lesen, das ist ein tolles Buch. Und dann besorg ich es mir - und es stimmt immer.“
Die Leidenschaft für Literatur begleitet Marecek seit früher Jugend. Vieles liest er im Original auf Englisch. Der entscheidende Moment kam mit 15, als er in einer Wiener Buchhandlung auf The Conquest of Happiness von Bertrand Russell stieß. „Ich habe es in die Hand genommen, angefangen zu schmökern und in einem Satz durchgelesen. Als ich fertig war, habe ich es sofort ein zweites Mal gelesen.“ Am nächsten Tag kehrte Marecek zurück und kaufte Why I Am Not a Christian vom selben Autor. „Russell hatte eine Tür in eine Welt für mich aufgestoßen, die ich bis dahin nicht kannte. Diese gläserne Klarheit, mit der er formulierte, faszinierte mich.“
"Wie man eine Steuererklärung macht, das kann man wirklich später lernen. Aber das Lesen oder Bilderschauen nur in der Schule."
Unser Family-Autor
Neben Russell und übrigens auch dem Philosophen Karl Popper nennt Marecek auch Stephen Fry als Lieblingsautor. „Was er über Troja schreibt, ist genial. Der ganze Fry ist genial! Gebildet, witzig – eine Freude, ihn in die Hand zu nehmen. Er ist unser Family-Autor.“ Natürlich hat auch die österreichische Literatur ihren festen Platz: von Doderer über H. C. Artmann bis Joseph Roth. Immer wieder greift er besonders gerne zu Friedrich Torberg. „Ich hatte das große Glück, mit ihm wirklich sehr gut befreundet zu sein. Er war das letzte Verbindungsglied zu einer Welt, die es nicht mehr gibt.“
Was die freizeit noch in seinem Regal entdeckte: John Irving, Henry Miller und Salman Rushdie, Biografien, Literarisches aus aller Welt, Historisches und Politisches. Seine Überzeugung ist: "Ich finde es gefährlich, dass die Schulen immer mehr behaupten, man müsse die Menschen fürs praktische Leben ausbilden und bei Kunst und Literatur könne eher gespart wird." Die Gefahr sei, dass man nie den Zugang zu Kunst und Literatur bekomme: "Wie man eine Steuererklärung macht, das kann man wirklich später lernen. Aber das Lesen oder Bilderschauen nur in der Schule."
Heinz Marecek und Erwin Steinhauer
Die beiden Komödianten Heinz Marecek und Erwin Steinhauer bringenihr Erfolgsprogramm "Was lachen Sie?" zurück auf die Bühne.
Vor über 25 Jahren über 120 Mal ausverkauft, kombiniert das Programm klassische Doppelconférence – mit Steinhauer als "Gscheitem" und Marecek als "Blödem" – sowie Solostücke der beiden Schauspiel-Legenden.
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