Eine Hand hält einen Strauß aus bunten Blumen mit einer leeren Sprechblase darüber.

Die geheime Sprache der Blumen - Was Rosen, Tulpen und Co verraten

Bewunderung, Anbetung oder Eifersucht: Blumen können Bände sprechen, man kann sie aber auch missverstehen. Eine kleine Schenk-Hilfe.

Als Reisende im 18. Jahrhundert das Wissen um die orientalische Blumensprache Selam mit zurück nach Europa brachten, lösten sie eine wahre Euphorie aus. Herzensdinge konnten zwischen Mann und Frau nicht direkt angesprochen werden. Voller Begeisterung stürzte man sich deshalb auf die verschlüsselte Kommunikation, mit der man durch Auswahl, Anordnung und Farbe der Blüten Botschaften übermittelte. 

Das System war regional unterschiedlich und kompliziert. Es gab sogar eigene Wörterbücher, um keine Feinheit zu verpassen. Per Bouquet wurde geflirtet, brennende Leidenschaft bekannt oder der Kavalier diskret auf Abstand gehalten.

Weshalb gelbe Rosen zum Beziehungskrach führen könnten

Wollen Sie ihrem Partner zum Valentinstag gelbe Rosen schenken, sollten Sie vielleicht nochmal überlegen. Sie stehen nämlich für Eifersucht, Neid und Untreue. Realistisch gesehen ist es wohl unwahrscheinlich, dass der oder die Beschenkte heutzutage die Botschaft versteht. Die Begeisterung des 18. Jahrhunderts hallt sprachlich jedoch mit Wörtern wie „unverblümt“ oder „Sag’s durch die Blume“ bis heute in unserer Sprache nach.  

Die Floriographie, wie die Sprache der Blumen genannt wird, ist beinah in Vergessenheit geraten. Auch Floristen wird sie nicht mehr im Detail gelehrt. Die klassischen Bedeutungen, wie die der roten Rose jedoch schon, erklärt Julia Erber, Floristik-Meisterin und Praxis-Lehrerin an der HBLFA für Gartenbau in Schönbrunn.  

Bei der Auswahl des Straußes für den Valentinstag ist die Sprache der Blumen nur rudimentär ein Thema. „Die Leute gehen einfach nach ihrem Geschmack und den Vorlieben der Person, die sie beschenken wollen“, sagt Erber.

So halten die Blumen länger frisch - Tipps vom Floristen

  • Alle Schnittblumen brauchen ausreichend Wasser. Vor allem Rosen sollten am besten tief im Wasser stehen – deshalb die Vase groß genug wählen und möglichst nicht neben die Heizung stellen.
  • Am besten stellt man Blumen in lauwarmes Wasser, weil dann die Poren weiter aufgehen und die Pflanze besser Wasser saugen kann.
  • Ist es zu warm in der Wohnung, können auch Blätter abgezupft werden, um die Verdunstungsfläche zu verringern.
  • Sollten Rosen welken, schlapp wirken oder die Blüte zusammengehen, ist das meistens ein Versorgungsproblem. In dem Fall kann man sie anschneiden, eng in Zeitungspapier eindrehen und über Nacht in heißes Wasser stellen. Am nächsten Morgen wirken sie dann wie neu.
  • Je öfter man das Wasser wechselt, desto dankbarer ist die Blume und hält sich länger.
  • Beim Anschnitt sollten Messer oder Schere wirklich scharf sein, damit die Poren nicht gequetscht werden, sonst können sie das Wasser nicht mehr aufnehmen. 

Deshalb ist die Rose die Königin unter den Valentinstagsblumen

Die großen Klassiker halten sich jedoch bis heute. Keine Blume sagt Liebe so deutlich wie die rote Rose, der Dauerbrenner zum Valentinstag. Sie steht auch für Leidenschaft, Bewunderung und Romantik

Auch die Tulpe ist eine Blume der Liebe und neben den Rosen der zweite Bestseller, erklärt Florist Johann Anton Obendrauf aus Graz. Die Frühlingsbotin symbolisiert Zuneigung, Hoffnung und zeigt, dass man jemandem nahe steht.  

Die vorher erwähnte gelbe Rose hingegen ist laut dem Steirer „ein Produkt, das man zu Valentin nicht braucht“. Gekauft wird sie nur, wenn Gelb die Lieblingsfarbe des Beschenkten ist. 

Warum Ältere Nelken oft nicht mögen

Laut Obendrauf erleben auch Nelken ein Revival. Historisch gesehen stehen sie für Liebe, Leidenschaft, Bewunderung und Hingabe. Praktisch gibt es sie in fast allen Farben und sie erfreuen sich auch deshalb wieder größerer Beliebtheit.

Die Sprache der Blumen zu verstehen ist laut Erber auch immer auch Auslegungssache. Gerade bei der weißen Nelke bemerkt sie ein Gefälle beim Alter der Kunden. Ältere Semester verbinden mit ihr oft Begräbnisse, während Jüngere der Blume unbedarfter gegenüberstehen.

Sie habe in ihrer Ausbildung noch gelernt, dass das Blütenblatt der Nelke wie ein Nagel aussehe. Früher sei das religiös ausgelegt worden, als Zeichen für die Nägel am Kreuze Jesu. Die Nelke stand für Reinheit und Würde und hatte einen starken kirchlichen Aspekt. 

Ein Blumenstrauß mit Tulpen und blauen Blüten steht in einer türkisfarbenen Vase auf einem Tisch.

Bei Tulpen zahlt es sich aus, nach der Herkunft zu fragen: Sie sind bereits aus heimischem Anbau erhältlich.

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Warum Frühlingsblumen die bessere Wahl sind

Will man beim Schenken auf Nummer sicher gehen, ist man mit Frühlingsblumen jedenfalls auf der richtigen Seite. Sie stehen laut Obendrauf für Feinheit und Zärtlichkeit und werden gern gekauft. „Wenn das Wetter so lange schlecht ist, sehnen sich die Leute nach Farbe und einem bunten Frühlingsstrauß. Das merkt man.“ 

Die Farbwahl sieht er nicht so eng: „Geht nicht, gibt's nicht.“ Farbe sei subjektiv. Erlaubt ist, was gefällt. 

Julia Erber ist ebenfalls ein Fan von Frühblühern wie Tulpen und Narzissen, auch wegen der Nachhaltigkeit. Rosen aus Ecuador etwa seien oft schadstoffbelastet und haben einen langen Weg hinter sich, während Frühlingsblumen bereits aus Österreich bezogen werden können. Erber empfiehlt, im Geschäft nachzufragen, woher der Valentinsstrauß stammt. Dann klappt's nicht nur mit den blumigen Liebesgrüßen, sondern man kann sie auch mit gutem Gewissen schenken.

Über Marianne Lampl

Redakteurin und Digital Producer bei KURIER und freizeit.at, dem Digitalformat der KURIER freizeit. Geboren im Burgenland, für den Besuch einer Kunstschule mit 13 Jahren nach Wien gekommen. Studierte dann später in Graz Journalismus und arbeitete anschließend in Wien beim ORF, bei Heute und PULS24.at, unter anderem als Ressortleiterin für Szene, Lifestyle, Entertainment und Kultur. Seit 2024 bei KURIER und freizeit.at.

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