2026 Mode-Trend: Colourblocking als kraftvolles Stilmittel
Kräftige Kontraste, klare Flächen und bewusste Kombinationen machen Colourblocking im Jahr 2026 zu einer Stilentscheidung, die Mode wieder als visuelles Statement versteht.
Von Barbara Zach
Farbe bekennen
Colourblocking setzt in den Frühjahrs- und Sommerkollektionen den sichtbarsten Akzent der Mode. Nach Jahren der Zurückhaltung, gedeckter Farbpaletten und bewusst reduzierter Ästhetik rückt Farbe wieder ins Zentrum. Statt harmonischer Übergänge dominieren scharf abgegrenzte Farbflächen, die nebeneinanderstehen und Spannung erzeugen. Colourblocking wirkt grafisch und unmittelbar.
Diese Klarheit ist kein neues Phänomen, sondern tief in der Kunstgeschichte verankert. Der niederländische Maler Piet Mondrian prägte mit seinen geometrischen Kompositionen aus Primärfarben eine Bildsprache, die Struktur und Reduktion in den Mittelpunkt stellte. In den 1960er-Jahren fand diese Ästhetik ihren Weg in die Mode – maßgeblich durch Yves Saint Laurent, der Kunst erstmals konsequent in tragbare Ikonen übersetzte. Seither kehrt Colourblocking immer dann zurück, wenn Mode nach Klarheit, Selbstbewusstsein und visueller Neuausrichtung sucht. Genau hier setzt das Jahr 2026 an.
Klare Bildsprache
Mode bewegt sich zunehmend zwischen Individualisierung und Wiedererkennbarkeit, zwischen persönlichem Ausdruck und klarer Bildsprache. Colourblocking bedient dieses Spannungsfeld, indem es Farbe gezielt einsetzt – nicht als Dekoration, sondern als bewusstes Stilmittel. Die klar voneinander getrennten Farbflächen schaffen Präzision, lenken den Blick und verleihen dem Look eine eindeutige visuelle Identität. Diese Wirkung entfaltet sich nicht nur ästhetisch, sondern auch psychologisch. Kräftige Farben stimulieren, Kontraste strukturieren, klare Flächen vermitteln Souveränität. Colourblocking ist keine Spielerei, sondern eine gezielte Inszenierung.
Life Hack
Wie verändere ich mit Farben meine Stimmung?
Farben wirken direkt auf unsere Wahrnehmung und Emotionen. Kleidung kann deshalb bewusst als Stimmungsregler genutzt werden. Entscheidend ist ein kurzer Check-in: Was möchte ich fühlen oder ausstrahlen? Energie, Ruhe oder Selbstvertrauen? Gelb oder Orange beleben, Blau und Grün wirken beruhigend, Rot oder Pink aktivieren. Ein gezielter Farbakzent reicht oft schon aus, um dem Gehirn ein positives Signal zu senden und die Stimmung bewusst zu beeinflussen.
Stilspiel
Wie stylt man den Trend "Colourblocking" alltagstauglich? Wir bieten drei Möglichkeiten:
Zurückhaltend
Colourblocking lässt sich besonders elegant über Accessoires spielen. Ein ruhiger, monochromer Look bildet die perfekte Bühne für eine Tasche, Schuhe oder Schmuck in kräftigen Farben. Wichtig ist, den Rest bewusst zurückhaltend zu stylen, damit die Akzente wirken können. So entsteht ein Look, der Farbe zeigt und dennoch eine ruhige, stilvolle Wirkung behält.
Bei Ferragamo wird der Colourblocking-Trend zurückhaltend mit Accessoires eingesetzt.
©Alessandro Lucioni/gorunway.comEffektiv
Einsteiger können Colourblocking am besten umsetzen, indem sie einen kräftigen Farbton in Kombination mit einer neutralen Basisfarbe (Schwarz, Weiß, Beige, Grau, Dunkelblau) tragen. Alternativ Farben aus der gleichen Familie wählen. Wichtig ist, die Farben großflächig einzusetzen und nicht nur als Mini-Accessoire.
Max Mara setzt Farben großflächig und effektiv ein
©Daniele Oberrauch/gorunway.comLebendig
Mehrfarbiges Colourblocking wirkt am stärksten, wenn Farben bewusst kombiniert und klar voneinander getrennt werden. Eine dominante Hauptfarbe bildet die Basis, während ein oder zwei weitere Töne gezielt ergänzt werden. Ruhige Schnitte und reduzierte Silhouetten sorgen dafür, dass die Farbvielfalt harmonisch bleibt. So entsteht ein moderner Look, der lebendig wirkt, ohne überladen zu sein.
Loewe kombiniert mehrere Farben für einen lebendigen Look
©Alessandro Lucioni/gorunway.comGuter Stoff
Style Bar
Einkleiden wie Elizabeth Olsen: Wir haben ihren Look bei verschiedenen Marken nachgeshoppt.
Die Schauspielerin Elizabeth Olsen trug in New York einen Colourblocking-Look von Fendi
©GC Images/MEGA/getty imagesDie amerikanische Schauspielerin Elizabeth Olsen trug in New York einen Look von Fendi und präsentierte sich darin souverän, modern und stilbewusst. Das Colourblocking wirkt dabei bewusst eingesetzt und unterstreicht eine ruhige, selbstverständliche Eleganz ohne Überinszenierung.
So geht's
Setze auf eine starke Hauptfarbe, eine verwandte Nuance und einen warmen Erdton als Ausgleich. Strukturierte Schnitte verleihen dem Look Klarheit, während Accessoires in Cognac für Ruhe und Eleganz sorgen.
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