Jumpboard Reformer Pilates: Was dieser Trendsport wirklich bringt
„Jumpboard Reformer Pilates“ kombiniert kontrollierte Bewegungen mit Cardio‑Elementen und bringt so Bewegung in den Klassiker.
Auf einem beweglichen Schlitten arbeiten Arme, Beine und der Rumpf gegen den Widerstand der Federn. Die Übungen sind dynamisch, kontrolliert und intensiv.
Seit gut zwei Jahren erlebt das sogenannte Reformer Pilates einen regelrechten Boom – mit Kursen, die schnell ausgebucht sind. Jetzt bekommt der Fitness-Klassiker mit dem Jumpboard Reformer Pilates ein Upgrade.
Bei dieser Variante kommt das sogenannte Jumpboard am Ende des Reformers zum Einsatz. Die Trainierenden liegen dabei in Rückenlage und stoßen sich mit den Füßen ab, wobei die Bewegung ruhig und kontrolliert ausgeführt wird.
Wie beim Reformer Pilates lässt sich auch hier der Federwiderstand individuell einstellen und ermöglicht so unterschiedliche Intensitätslevel.
Mit Cardio-Effekt
„Es handelt sich um eine im Kraft- und Ausdauerbereich angesiedelte Belastung, die die Rumpf- und Bauchmuskulatur stärkt“, sagt der Wiener Sportmediziner Alexander Mildner. Durch die Sprungelemente ist die Jumpboard-Variante „anstrengender als das klassische Reformer Pilates“, ergänzt Pilates-Trainerin Stephanie Schellerer.
Sie bietet ab März 2026 entsprechende Kurse im PY-Studio in der Wiener Innenstadt an. Eine Einheit dauert rund 55 Minuten und kostet zwischen 25 und 30 Euro pro Stunde.
In Österreich sind Jumpboard-Reformer-Kurse noch rar. „Weil es nur wenige Trainer gibt, die dafür ausgebildet sind“, sagt die Pilates-Trainerin. In der Vergangenheit habe es immer wieder Angebote gegeben, „aber leider hat es nicht funktioniert“. Das Training richtet sich „an eine Zielgruppe, die diese zusätzliche Anstrengung haben will. Da fürchten sich wahrscheinlich manche Leute davor.“ Grundsätzlich ist Jumpboard Reformer Pilates für jeden geeignet, der keine körperlichen Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule oder Lendenwirbelsäule hat. Es ist zudem ratsam, vorher einen klassischen Reformer-Pilates-Kurs besucht zu haben.
Wie effektiv ist es?
Erste Fortschritte am Körper sind schon recht bald sichtbar – vorausgesetzt, es wird mindestens ein bis zwei Mal die Woche konstant trainiert. Aber: „Es gibt einen Plateau-Effekt – wie bei jedem Eigengewichtstraining, wo sich an Kraft und Körperdefiniton nichts ändert“, sagt Sportmediziner Mildner.
Mit einer Cardio-Aktivität wie Laufen lasse sich Jumpboard Reformer Pilates ebenso nicht vergleichen. „Das Herz-Kreislauf-System wird mehr beansprucht und der Kalorienverbrauch ist höher, aber es gibt keinen Nachbrenner-Effekt“, erläutert der Experte. Ein klassisches Cardio- oder Krafttraining könne es daher nicht ersetzen.
Wo alles begann
Reformer Pilates an sich gibt es schon lange. Bereits Anfang der 1920er-Jahre entwickelte der gelernte Bierbrauer Joseph Hubertus Pilates aus Mönchengladbach das Trainingsgerät „Reformer“, das er sich patentieren ließ.
1926 eröffnete er gemeinsam mit seiner Ehefrau Clara ein Studio in einer alten Fabrikhalle in New York. Die dort angebotenen Reformer-Pilates-Kurse richteten sich vor allem an Tänzerinnen und Tänzer und wurden zugleich gezielt zur Rehabilitation genutzt, wenn sie sich verletzt hatten.
Sein Ansatz: mehr Flexibilität, den Körper ganzheitlich kräftigen und die Tiefenmuskulatur stärken – Prinzipien, die bis heute Bestand haben und sich in modernen Varianten wie dem Jumpboard Reformer Pilates zeigen.
Die richtige Sportbekleidung und so wird man Schweißgeruch los
Für ein kraftvolles Training wie Jumpboard Reformer Pilates ist eine gut sitzende Kleidung mit Bewegungsfreiheit essenziell.
Am besten eignen sich dehnbare Materialien „wie Lycra oder Spandex, um den Körper optimal zu unterstützen und die Bewegungen präzise auszuführen“, sagt Eva Miglbauer, die bei Tchibo für die Sport-Kollektionen zuständig ist.
Wichtig ist auch, dass die Bekleidung feuchtigkeitsregulierend ist, damit der Körper bei Anstrengung angenehm trocken und kühl bleibt. Außerdem sind Socken mit Anti-Rutsch-Noppen ideal, da sie auf dem Reformer einen festen Stand bieten, ohne die Bewegungsfreiheit zu beeinträchtigen.
- Richtig waschen
Damit die Kleidung lange funktional und geruchlos bleibt, kommt es auf die richtige Pflege an. Miglbauer rät, Sporttextilien direkt nach dem Work-out an der frischen Luft zu trocken und sie zunächst per Handwäsche kurz auszuwaschen. Bei starkem Schweißgeruch ist es empfehlenswert, die Bekleidung mit Kernseife zu behandeln. Anschließend wird sie in der Waschmaschine bei nicht zu heißer Temperatur schonend gewaschen – das heißt, bei niedriger Drehzahl und flüssigem Waschmittel. Auf Weichspüler soll unbedingt verzichtet werden, „da dieser die Stofffasern verklebt“.
- Ab ins Eisfach
Sollte die Wäsche danach noch immer von Schweißgeruch betroffen, kann es helfen, die Bekleidung im Gefrierbeutel für zwei Tage ins Eisfach zu geben: „Minusgrade töten die Bakterien ab“, erklärt die Expertin. Übel riechende Turnschuhen rät sie, an der frischen Luft zu lüften und getrocknete Teebeutel hineinzulegen.
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