Eine Frau mit frostbedecktem Gesicht trägt eine Pelzmütze und Handschuhe vor blauem Hintergrund.

Bei Kälte sprengt falsche Creme die Haut: Pflege-Tipps für kalte Winter

Bei frostigen Temperaturen verändern sich die Hautbedürfnisse. Eine Dermatologin gibt Tipps für die richtige Hautpflege im Winter.

Wenn die Kälterekorde purzeln, verlangt der Winter dem Körper viel ab, vor allem unserem größten Organ, der Haut. „Im Winter leidet die Haut grundsätzlich“, bestätigt die Wiener Dermatologin Barbara Franz. „Durch die Heizungsluft innen und die kalte Luft draußen, vor allem bei Minustemperaturen, wird der Haut, vor allem im Gesicht, Feuchtigkeit entzogen.“ Sie beginnt zu spannen, die Lippen werden rissig. 

Frauen haben eine dünnere Haut und sind deshalb davon stärker betroffen als Männer. Am sensibelsten sind Blau- oder Grünäugige.

Warum heiß Duschen und baden die Haut belastet

„Dazu kommt, dass wir tendenziell im Winter gerne lang heiß duschen oder ein heißes Bad nehmen. Das ist gerade für den empfindlichen Hauttyp, der auch zu Neurodermitis oder Ekzemen neigt, sehr schlecht, weil die Hitze die letzte Feuchtigkeit aus der Haut zieht“, warnt die Ärztin. Außerdem würde durch die hohe Temperatur die erste Abwehr-Linie der Haut „regelrecht runtergewaschen“, wodurch sie sich nicht mehr selbst schützen kann. 

Wenn die Gesichtscreme plötzlich schadet statt nützt

Sobald sich die Temperatur dem Gefrierpunkt nähert, rät die Dermatologin, Cremen mit leichten, wasserbasierten Texturen oder Gels zu meiden. Denn diese ziehen erst ein und frieren dann. Dadurch dehnen sich die Wassermoleküle aus und sprengen die Haut. „Wir bekommen Risse“, beschreibt Franz, "und die Haut ist entzündet". Stattdessen empfiehlt sie reichhaltige Cold Creams, vor allem abends.

Bei der Pflege sei es wichtig, tagsüber zu schützen und am Abend die Regeneration zu unterstützen. Denn "während wir tagsüber wach sind, schläft die Haut und während wir schlafen, läuft unser Körper auf immunologischer Ebene auf Hochtouren, das heißt, er wird auf zellulärer Ebene repariert". 

Winter-Ersatz für Duschgel

Beim Duschen oder Baden empfiehlt die Expertin rückfettende Duschöle, wie Mandel- oder Sesamöl. „Das muss man gar nicht in der Apotheke kaufen, da ist alles immer doppelt so teuer“, versichert Franz. Produkte aus dem Supermarkt würden reichen. 

Will man trotz Haube und Schal nicht auf Make-up verzichten, solle man auf creme-basierte Varianten umsteigen, weil Puder ebenfalls austrocknend wirkt. 

So pflegt man die Kopfhaut richtig

Hat man das Gefühl, die Kopfhaut wird empfindlich, rät Barbara Franz, ein- bis zweimal in der Woche eine halbe Stunde vor dem Haarewaschen sanft Olivenöl in die Kopfhaut einzumassieren. Dabei sei es völlig ausreichend, das Öl aus der Küche zu nehmen und anschließend die Haare normal zu waschen. „Auch Rosmarinöl ist sehr angenehm und beruhigt, wenn die Kopfhaut ein bisschen entzündet ist.“

Test: So erkennt man, ob die Haut zu trocken ist

Ob die Haut zusätzliche Pflege benötigt, zeigt laut der Dermatologin ein Blick aufs Schienbein. Neben den Fußsohlen sind sie die einzige Stelle des Körpers ohne Talgdrüsen. „Da trocknet die Haut als Erstes aus.“ Auch Risse an den Fußsohlen seien ein Alarmzeichen, dass der restliche Körper ebenfalls leidet.  

Über Marianne Lampl

Redakteurin und Digital Producer bei KURIER und freizeit.at, dem Digitalformat der KURIER freizeit. Geboren im Burgenland, für den Besuch einer Kunstschule mit 13 Jahren nach Wien gekommen. Studierte dann später in Graz Journalismus und arbeitete anschließend in Wien beim ORF, bei Heute und PULS24.at, unter anderem als Ressortleiterin für Szene, Lifestyle, Entertainment und Kultur. Seit 2024 bei KURIER und freizeit.at.

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