Modeschau in einer Kirche von Georges Hobeika mit rosa Kleidern

Warum in der Haute Couture eine neue Sanftheit herrscht

Die neuen Luxusroben der Pariser Haute Couture Woche vermitteln zarte Zeiten in Rosa und Weiß.

Ob Kate Hudson sich während der Armani-Privé-Show schon eine Robe für ihren Oscar-Auftritt im März ausgesucht hat? Es darf fast drauf gewettet werden. 

46-222109927

Hudson vor der Show bei Armani

©Armani, Anna Stokland_Bureau Future
Winkler und Silvana Armani

KURIER-Journalistin Brigitte Winkler mit Silvana Armani

©privat

Die Schauspielerin zeigte sich neben anderen Stargästen wie Michelle Pfeiffer begeistert von Silvana Armanis erster alleiniger Kollektion nach dem Tod von Giorgio Armani. 45 Jahre lang hat sie bereits an der Seite des Onkels gearbeitet.

FASHION-FRANCE-WOMEN-ARMANI

Armani

©APA/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT

Die Vorlieben der 70-Jährigen waren nicht zu übersehen. Filigrane, perfekt sitzende Hosenanzüge, transparente Stoffe – sogar die Krawatten – in Jadegrün und Zartrosa. „Ich trage nie Röcke, ich trage nur Hosen“, verriet Mrs. Armani nach der Show im Gespräch.

Giorgio Armani Prive Haute Couture Spring/Summer 2026 in Paris
©REUTERS/Sarah Meyssonnier

Rosa, Weiß, Türkis

Überhaupt war Zartheit das leitende Motiv dieser Couture-Woche. Rosatöne beherrschten die Farbpalette neben viel Weiß, etwas Rot, dazu gab es türkise Akzente. Stofflich wurden vermehrt auf transparente, schwebende Materialien wie Seide gesetzt, die sich erst in der Bewegung voll entfalten. Diese neue, bewusste Weiblichkeit und Sanftheit wirkt wie ein Gegenentwurf zu einer Welt, die von Dauerkrisen und aggressiven Bildern geprägt ist.

Bei Chanel setzte Matthieu Blazy ebenfalls auf Zurückhaltung im Auftritt – kein großer Bombast, doch im Detail offenbarte sich die eigentliche Haute Couture: feine Stickereien und viel leiser Luxus, der erst auf den zweiten Blick sichtbar wurde.

FASHION-FRANCE-WOMEN-CHANEL
©APA/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT
46-222075128

Tamara Ralph

©Courtesy of Tamara Ralph
FASHION-FRANCE-WOMEN-ZUHAIR MURAD

Zuhair Murad

©APA/AFP/SEBASTIEN DUPUY
46-222075136

Schiaparelli

©Courtesy of Schiaparelli
FASHION-FRANCE-WOMEN-HOBEIKA

Georges Hobeika

©APA/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT
FASHION-FRANCE-WOMEN-DIOR

Dior

©APA/AFP/JULIEN DE ROSA

Weniger geschlossen wirkte Dior unter Jonathan Anderson. Die Kollektion zeigte spannenden Einzelideen ohne klare Gesamtlinie. Anders bei Elie Saab oder Zuhair Murad: Sie blieben ihrer Handschrift treu, mit viel Glanz und aufsehenerregenden Kleidern. Feinste Luxusroben für Auftritte von Amal Clooney oder Angelina Jolie gab es erneut bei Tamara Ralph zu sehen.

Dior Haute Couture Spring/Summer 2026 show in Paris

Dior

©REUTERS/Benoit Tessier

Besonders aufmerksam verfolgt wurde Valentino. Nach dem kürzlichen Tod des Gründers gelang dem neuen Kreativchef Alessandro Michele seine bislang überzeugendste Kollektion für das Haus. Die Kritiken seiner ersten Saison für das Haus fielen verhalten aus, nun scheint er die Balance zwischen eigener Handschrift und dem Erbe Valentinos gefunden zu haben: romantisch, detailverliebt, aber kontrolliert.

Frau in einer Gucklock Kammer, Valentino Show

Valentino

©Courtesy of Valentino
Model bei Valentino

Valentino

©Valentino

Kommentare