Warum in der Haute Couture eine neue Sanftheit herrscht
Die neuen Luxusroben der Pariser Haute Couture Woche vermitteln zarte Zeiten in Rosa und Weiß.
Ob Kate Hudson sich während der Armani-Privé-Show schon eine Robe für ihren Oscar-Auftritt im März ausgesucht hat? Es darf fast drauf gewettet werden.
Hudson vor der Show bei Armani
©Armani, Anna Stokland_Bureau Future
KURIER-Journalistin Brigitte Winkler mit Silvana Armani
©privatDie Schauspielerin zeigte sich neben anderen Stargästen wie Michelle Pfeiffer begeistert von Silvana Armanis erster alleiniger Kollektion nach dem Tod von Giorgio Armani. 45 Jahre lang hat sie bereits an der Seite des Onkels gearbeitet.
Armani
©APA/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELTDie Vorlieben der 70-Jährigen waren nicht zu übersehen. Filigrane, perfekt sitzende Hosenanzüge, transparente Stoffe – sogar die Krawatten – in Jadegrün und Zartrosa. „Ich trage nie Röcke, ich trage nur Hosen“, verriet Mrs. Armani nach der Show im Gespräch.
Rosa, Weiß, Türkis
Überhaupt war Zartheit das leitende Motiv dieser Couture-Woche. Rosatöne beherrschten die Farbpalette neben viel Weiß, etwas Rot, dazu gab es türkise Akzente. Stofflich wurden vermehrt auf transparente, schwebende Materialien wie Seide gesetzt, die sich erst in der Bewegung voll entfalten. Diese neue, bewusste Weiblichkeit und Sanftheit wirkt wie ein Gegenentwurf zu einer Welt, die von Dauerkrisen und aggressiven Bildern geprägt ist.
Bei Chanel setzte Matthieu Blazy ebenfalls auf Zurückhaltung im Auftritt – kein großer Bombast, doch im Detail offenbarte sich die eigentliche Haute Couture: feine Stickereien und viel leiser Luxus, der erst auf den zweiten Blick sichtbar wurde.
Tamara Ralph
©Courtesy of Tamara Ralph
Zuhair Murad
©APA/AFP/SEBASTIEN DUPUY
Schiaparelli
©Courtesy of Schiaparelli
Georges Hobeika
©APA/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT
Dior
©APA/AFP/JULIEN DE ROSAWeniger geschlossen wirkte Dior unter Jonathan Anderson. Die Kollektion zeigte spannenden Einzelideen ohne klare Gesamtlinie. Anders bei Elie Saab oder Zuhair Murad: Sie blieben ihrer Handschrift treu, mit viel Glanz und aufsehenerregenden Kleidern. Feinste Luxusroben für Auftritte von Amal Clooney oder Angelina Jolie gab es erneut bei Tamara Ralph zu sehen.
Dior
©REUTERS/Benoit TessierBesonders aufmerksam verfolgt wurde Valentino. Nach dem kürzlichen Tod des Gründers gelang dem neuen Kreativchef Alessandro Michele seine bislang überzeugendste Kollektion für das Haus. Die Kritiken seiner ersten Saison für das Haus fielen verhalten aus, nun scheint er die Balance zwischen eigener Handschrift und dem Erbe Valentinos gefunden zu haben: romantisch, detailverliebt, aber kontrolliert.
Valentino
©Courtesy of Valentino
Valentino
©Valentino
Kommentare