Wohnen
05.12.2011

Werkbundsiedlung: Sanierung noch 2010

Die 1932 eröffnete Wiener Wohnanlage wurde von weltberühmte Architekten entworfen. Eine 10 Millionen Euro teure Sanierung soll die Siedlung retten.

Neuer Glanz für einen Architektur-Klassiker: Die Sanierung der desolaten Werkbundsiedlung in Wien-Hietzing ist auf Schiene. Das hat Wohnbaustadtrat Michael Ludwig am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Häupl verkündet. Die Werkbundsiedlung entstand in den Jahren 1930 bis 1932 unter der Leitung des Architekten Josef Frank. Die Objekte stammen von namhaften Architekten - unter anderem von Adolf Loos, Josef Hoffmann oder Clemens Holzmeister. Ihre Siedlungshäuser mit Mustereinrichtungen sollten als Modell für leistbares Wohnen dienen. Die Siedlung gilt heute als eines der bedeutenden Beispiele moderner Architektur in Wien.

Die bis dato letzte Revitalisierung wurde in den Jahren 1982 bis 1985 durchgeführt. Aufgrund des in den 1930er Jahren verwendeten Baumaterials besteht nun erneuter Sanierungsbedarf. Vorarbeiten für die geplante Revitalisierung der Siedlung wurde bereits in den letzten Jahren durchgeführt. Auch die erforderlichen finanziellen Mittel sind gesichert. Ein Großteil der Gesamtkosten von rund 10 Millionen Euro wird von Wiener Wohnen gezahlt.

Die eigens gegründete Gesellschaft WISEG (Wiener Substanzerhaltungsgesellschaft & Co KG) soll ab September alle Sanierungsagenden übernehmen, um sicherzustellen, dass die Erneuerung des architektonischen Kulturerbes den hohen Anforderungen entspreche und die Mieter umfassend betreut werden.

Am Besitzverhältnis ändert sich nichts: Jene knapp 50 Häuser, die nun revitalisiert werden, befinden sich weiterhin im Eigentum der Stadt. Die Eigentümer der 22 im Privatbesitz stehenden Objekte können bei einer Renovierung ebenfalls mit Mittel aus dem Fördertopf der Stadt rechnen. Mit den Arbeiten wird voraussichtlich Ende diesen Jahres begonnen.

Künftig will die Stadt, falls in der Werkbundsiedlung Wohnungen frei werden, diese jedenfalls an Personen vergeben, die eine Affinität zur Architektur vorweisen können.