Wohnen 28.02.2015

Was macht eigentlich ein Landschaftsarchitekt?

Gartenplanung - handgezeichneter Entwurf eines kleinen Stadtgartens © Bild: krappweis - Fotolia/Andreas Krappweis/Fotolia

Landschaftsarchitekten planen und gestalten Freiräume, Gärten und Parkanlagen.

Innenhöfe, Balkone, öffentlichen Freiraum, Erholungsgebiete und Naturschutzgebiete fallen in den Aufgabenbereich von Landschaftsarchitekten. „Unser Berufsbild umfasst auch Umweltverträglichkeitsprüfungen, Gartendenkmalpflege und den Hochwasserschutz“, betont Brigitte Mang, Präsidentin der Österreichische Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur (ÖGLA). „Viele Kollegen spezialisieren sich auf die Planung oder auf die Gestaltung, aber es ist auch gut, breit aufgestellt zu sein.“ Gearbeitet wird interdisziplinär, mit Architekten, Raum- und Verkehrsplanern. Der Beruf ist sehr kommunikativ.

Freiräume schaffen, die auf den Nutzer abgestimmt sind

Mang…
Mang © Bild: /Landschaftsplanung
„Der erste Schritt für ein konkretes Projekt ist die Bestandsanalyse“, schildert die ÖGLA-Präsidentin. Das bedeutet, die Bedürfnisse und Wünsche aller Beteiligten werden abgefragt. „Das Interesse der Nutzer steht dabei im Vordergrund“, sagt Mang. Wird zum Beispiel der Freiraum einer Schule geplant, werden die Wünsche von Schülern, Lehrern und der Schulleitung berücksichtigt. „Auch der Schulwart, der die Pflanzen betreuen muss, wird miteinbezogen“, nennt Mang ein Beispiel. Bei der Planung geht es um die Fragen: „Wie gestalte ich mit Altbaumbestand? Wie arbeite ich mit dem Niveau? Woher kommt der Wind? In welche Himmelsrichtung ist das Projekt geplant? Welche Pflanzen gedeihen dort?“, zählt Mang auf. Bei vielen Projekten steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund. „Es geht meist darum, mit limitiertem Budgetmitteln den Freiraum zu schaffen und zu erhalten“, schildert Mang.

Spannende Transformation vom PC in die Realität

Der Dialog mit den Behörden, konkret der Baubehörde, dem Stadtgartenamt, der Flächenwidmung und der Umweltschutzabteilung zählt ebenso zu den Aufgaben wie das Vergabeverfahren, die Ausschreibung und das Einholen von Angeboten. Sind die Professionisten gefunden, geht es auf die Baustelle – meist in Gummistiefeln. Viele Landschaftsarchitekten haben auch die örtliche Bauaufsicht. Mang: „Die Transformation vom Computer in die Realität ist oft sehr spannend.“ Das Wachsen des von Landschaftsplanern geschaffenen Grünraums beginnt mit der fertigen Baustelle. In 20 und mehr Jahren werden dann Gärten und Landschaften gewachsen sein. Die Arbeit mit der Materie Pflanze zeichnet den Beruf aus. Verständnis für die Natur und ihre Nutzer ist Basis der Freiraumgestaltung. In einem einfachen Werkvertrag werden die Leistungen, die erbracht werden sollen, geregelt. Die Höhe des Entgelts orientiert sich an der Honorarleitlinie. www.oegla.at

Erstellt am 28.02.2015