Ungebetene Gäste: Nacktschnecken verstecken sich gerne unter Mulchschichten

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Service
05/27/2016

So verbannen Sie Schädlinge aus Ihrem Garten

Sie hinterlassen Löcher in Blättern, lassen Blüten verkümmern oder fressen Pflanzen kahl. Schnecken, Blattläuse und Co können großen Schaden anrichten. Zwei Gartenexperten verraten, wie Sie die ungeliebten Plagegeister langfristig aus grünen Oasen verbannen.

Einen Garten ohne Schädlinge gibt es nicht. Doch mit ein paar Tricks kann man sich behutsam gegen sie wehren. "Vorbeugung ist das Um und Auf und diese beginnt bereits bei der Pflanzenauswahl", sagt Martin Jann von der Gärtnerei Starkl. Monokulturen im Nutzgarten etwa sind wesentlich anfälliger als Mischkulturen. Und auch ein falscher Standort der Pflanze kann ausschlaggebend für einen Schädlingsbefall sein. "Ein Oleander zum Beispiel, der an einem schattigen Ort steht, wird geschwächt und dadurch leichter anfällig, als das an einem sonnigen Standort im Freien der Fall ist."

In regelmäßigen Abständen kann den Pflanzen auch mit einem vorbeugenden Schutzmittel unter die Arme gegriffen werden. Diese dürfen seit 2014 nur mehr nach einer persönlichen Beratung im Fachhandel erworben werden. Zudem müssen sie mit dem Hinweis "Für die Verwendung im Haus- und Kleingartenbereich zulässig" gekennzeichnet sein. Alle in Österreich erlaubten Pflanzenschutzmittel können im amtlichen Registerwww.baes.gv.at) eingesehen werden.

Haben die ungebetenen Gäste bereits Einzug im Gemüse- oder Blumenbeet gehalten, braucht es oft spezielle Methoden, um sie wieder los zu werden. Nacktschnecken etwa verstecken sich gerne unter dicken Mulchschichten oder Folienrändern bei Biotopen. Bereits im Frühjahr sollten die Belege, die aus zwei bis drei Millimeter großen kugelrunden Eiern bestehen, entfernt werden. Der herkömmliche Schneckenzaun aus Metall, der rund um das Gemüsebeet aufgestellt wird, bietet zusätzlich Schutz. Barrieren aus Sägespänen, die um das Beet gestreut werden, bilden eine natürliche Alternative. "Sie entziehen den Schnecken die Feuchtigkeit und verhindern dadurch, dass die Tiere an die Ernte gelangen", sagt Manuela Lanzinger von der Umweltberatung Wien.

Und auch bestimmte Pflanzen besitzen einen natürlichen Abwehrmechanismus gegen Nacktschnecken. "Salbei und Knoblauch etwa wirken abschreckend ", sagt die Expertin. Von Schneckenkorn ist dagegen abzuraten. Das häufig darin enthaltene Metaldehyd lässt die Schnecken ausschleimen und ist auch für Säugetiere gefährlich. "Auf biologischer Basis aus Eisenphosphat ist es im Biolandbau zugelassen. Aber auch hier besteht die Gefahr, dass die Körner von Vögel aufgepickt werden.

"Beim Kampf gegen Blattläuse muss nicht sofort die chemische Keule zum Einsatz kommen. "Durch natürliche Fressfeinde wie Marienkäfer oder Florfliegenlarven verschwinden sie häufig von selbst wieder", erklärt Jann. Mittlerweile können Marienkäfereier im Fachhandel gekauft werden. Diese ermöglichen, den Nützling als vorbeugende Maßnahme im Garten anzusiedeln. Ist der Blattlausbefall schon weit fortgeschritten, sollte man versuchen, die Tiere mit einem Wasserstrahl abzuwaschen oder betroffene Triebe abzuschneiden. Schädlingsbekämpfungsmittel auf Schachtelhalm- oder Schmierseifenbasis können ebenfalls Abhilfe schaffen.

Spinnmilben befinden sich häufig an der Blattunterseite, wo sie sich durch punktförmige, helle Saugstellen bemerkbar machen. Präparate aus Bestandteilen des Niembaumes sind ein wirksames biologisches Mittel und auch der Einsatz von Raubmilben kann helfen. Die Nützlinge, die es im Gartenfachhandel zu kaufen gibt, werden direkt auf den befallenen Pflanzen ausgebracht und beginnen die Spinnmilben und ihre Eier auszusaugen. Da sich die Raubmilben bei guten Nahrungsangebot von selbst vermehren, stellt sich mit der Zeit ein Gleichgewicht ein und die Spinnmilben richten keinen nennenswerten Schaden mehr an.

Der Dickmaulrüssler hat sich in den letzten Jahren zu einem besonders häufig vorkommenden Schädling entwickelt. Vor allem Zierpflanzen wie Buchsbäume und Kirschlorbeer sind bei den Tieren sehr beliebt. Erwachsene Dickmaulrüssler sind mit Kontakt-Insektiziden nur sehr schwer zu bekämpfen, da sie versteckt leben. Zur Befallskontrolle werden die nachtaktiven schwarzen Käfer mit gelben Punkten am besten bei Dunkelheit mit einer Taschenlampe aufgespürt.

Wird Befall festgestellt, heißt es schnell zu handeln. Häufig helfen mit Holzwolle gefüllte Blumentöpfe, die unter den befallenen Pflanzen aufgestellt werden. Die Käfer verkriechen sich tagsüber darin und können so täglich eingesammelt werden. "Die Larven wird man dagegen am besten mit parasitären Nematoden (Fadenwürmer) los, die man in den Boden einspült", sagt Jann. Diese gibt es bereits unter 20 Euro im Fachhandel zu kaufen. Sie töten die Schädlinge nicht nur innerhalb weniger Tage, sie haben auch eine nachhaltige Wirkung, da sich die Parasiten im Körper der toten Dickmaulrüssler-Larve weiter vermehren und so einem weiteren Befall vorbeugen.

Der asiatische Buchsbaumzünsler hat es ebenfalls auf Zierpflanzen abgesehen. "Zwar leben die Falter nur einige Tage, es sind aber auch eher die Raupen, die für Schaden sorgen", sagt Umweltberaterin Lanzinger. Bereits ab Mitte März sollten vor allem Buchsbäume auf die hell- bis dunkelgrünen Raupen mit schwarzen oder weißen Punkten abgesucht und abgeklaubt werden. "Die Schmetterlinge können mit Pheromonfallen eingefangen werden, um so den Befall einzuschränken."

Ist dieser allerdings schon weit fortgeschritten, helfen in vielen Fällen auch chemische Spritzmittel nicht mehr weiter und die Pflanzen müssen entsorgt werden. Dazu die Buchsbäume am besten in schwarze Müllsäcke packen und in die Sonne legen, bis alle Raupen darin sicher verendet sind und sich nicht mehr ausbreiten können. Danach kann man sie als Sondermüll entsorgen.

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