© Brigitte Lacombe

Homestory
06/17/2014

So leben Architekten

Künstlerin Francesca Moleteni kuratierte auf der Möbelmesse in Mailand die Ausstellung "Where architects live?". IMMO zeigt die Wohnungen international renommierter Baukünstler.

von Ankica Nikolić

Zaha beschreibt sich selbst als einen Zigeuner ohne festen Wohnsitz. Ihre Erinnerungen liegen in ihrem Elternhaus in Bagdad, aber sie lebt jetzt in einem offenen Raum in London. Große Dachfenster sorgen für ausreichend Licht auch an regnerischen Tagen.

Einige ihrer frühen Entwürfe, hängen an den Wänden. Und es gibt eine Vielzahl von Porträts, Möbelstücken und Objekten, Formen, die den Raum definieren. Man trifft auf eine neue Avantgarde, den Zaha-Hadid-Stil. www.zaha-hadid.com

Daniel Libeskind, New York 1989 eröffnete der polnische Architekt sein Büro in Berlin, nachdem er den Wettbewerb zur Gestaltung des neuen Jüdischen Museums gewonnen hatte.

Als Masterplaner des Ground-Zero-Areals in New York verlegte er den Hauptsitz des Unternehmens und seinen privaten Wohnsitz in den Big Apple. Sein Zuhause befindet sich im New Yorker Tribeca-Viertel.

„Er hat bereits in vielen Städten gelebt und gearbeitet. Wir haben versucht, daraus einen Querschnitt zu ziehen. Auffallend in der Wohnung waren die unzähligen Bücher, die man in Regalen und auf den Tischen fand“, beschreibt Francesca Molteni. www.daniel-libeskind.com

David Chipperfield, Berlin 1985 gründete er sein Architekturbüro in London. Mit dem Gestaltungsauftrag für das Neue Museum in Berlin zog er nach Deutschland.

Neben Lehraufträgen an renommierten Universitäten kuratierte er 2012 die Architektur Biennale in Venedig. Sein Wohnhaus in Berlin Mitte beheimatet im Innenhof sein Studio  und eine öffentlich zugängliche Kantine. Das Haus ist aus Beton und besticht durch große Fenster, die einen Blick auf die Straße und den Hof gewähren.

Im Inneren findet man italienische Möbel aus den 1950er- und 1960er-Jahren  sowie zwei Farben: Das Grün des Samt-Sofas und das Orange eines Bücherregals, welches den Raum zwischen der Küche und dem Wohnzimmer trennt. www.davidchipperfield.co.uk

Marcio Kogan, Studio MK27, Sao Paolo Er zählt zu den bekanntesten Architekten Brasiliens. Seinen Abschluss macht er im Jahr 1977 an der Universidade Presbiteriana Mackenzie. Drei Jahre später gründete er sein eigenes Architekturbüro studio MK27.

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Seit über 35 Jahren wohnt er auf der zwölften Etage seines ersten Wohnbauprojekts, welches er nach einem Wettbewerbsgewinn realisieren konnte.

Ein riesiger Fensterrahmen gibt einen unverbauten und atemberaubenden Blick über die gesamte Stadt frei. Der Raum ist voll von Werken, Stücken, Schmuck und Reiseandenken. www.marciokogan.com.br

Bijoy Jain, Studio Mumbai, Mumbai Der indische Baukünstler Bijoy Jain wuchs in Mumbai auf, studierte an der Washington University in St. Louis Architektur und arbeitete nach dem Abschluss in Los Angeles und London.

1995 kehrte er nach Indien zurück und gründete an der Konkan-Küste südlich von Mumbai  2005 das Studio Mumbai Architects.

„Es ist eine Stadt, eine Gemeinschaft, wo Bijoy Jain mit 60 Handwerkern lebt und arbeitet. Das ist Studio Mumbai. Bei seiner Installation ist das Wasser ein zentrales Element. Die Inspiration für die Videoausstellung lieferte mir sein Swimmingpool, den er inmitten alter Bäume eingebettet hat“, beschreibt Molteni.  

Im Inneren besticht das Haus von Bijoy Jain mit typisch traditionellen Stilelementen Indiens. www.studiomumbai.com

Massimiliano und Doriana Fuksas, Paris Das italienische Architektenpaar arbeitet seit 1985 zusammen. Zu den bekanntesten Entwürfe von Massimiliano Fuksas zählen etwa  das Mailänder Messegelände in Rho (hier findet auch die jährliche Möbelmesse statt) sowie die Vienna Twin Towers am Wienerberg.

Ihr Zuhause am Pariser Place des Vosges ist laut Francesca Molteni der Inbegriff des Minimalismus:

„Ein Tisch, ein Fenster, ein königlicher Platz, Statuen und Pferde. Es ist sehr clean und schick. Man findet zahlreiche Original-Entwürfe von  Jean Prouvé  sowie unzählige Kunstwerke. Eine perfekte Komposition.“ www.fuksas.it

Shigeru Ban, Tokio Der japanische Architekt wurde heuer mit dem renommierten Pritzker-Preis (dem Nobelpreis der Baukunst) ausgezeichnet.

Sein Zuhause befindet sich mitten im Hanegi-Wald, in einem ruhigen Viertel von Tokio:

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„Sein Haus hat er in Form einer Ellipse konzipiert und es um die umliegenden Baumlandschaft herum gebaut, damit man diese nicht fällen muss. „Ich war beeindruckt vom Gebäude und den ausdrucksstarken Räumen. In einem Zimmer etwa gab es nur einen runden Tisch, einen ,Terragni‘-Stuhl, eine griechische Maske und wahnsinnig viel Licht – nichts anderes. Doch der Raum hatte eine unglaubliche Energie“, beschreibt Francesca Molteni. www.shigerubanarchitects.com

Mario Bellini, Mailand Der italienische Architekt lebt und arbeitet in Mailand und entwickelte Produkte für Firmen wie Lamy, Brionvega und Olivetti.

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„Mario liebt die Mailänder Stadtkultur. Er wohnt in einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, welches von  Piero Portaluppi überarbeitet worden ist. Der Wohnraum wurde rund um eine neun Meter hohe Bibliothekstreppe gebaut.

Bücher, Kunstwerke und Objekte sollen an Studienmalerein der Künstlerin Antonello da Messina erinnern. Derzeit arbeitet er an einem Entwurf für einen weißen Würfel, sein neues Zuhause. Zumindest ist das sein Traum“, erklärt Molteni. www.bellini.it

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