Pop Up Stores: Das moderne Shop-Konzept

Pop Up Stores boomen in Wien
Foto: Ela Angerer

Vorübergehende Shops, die sich in leer stehenden Immobilien ein mieten, werden immer beliebter. IMMO hat zwei davon besucht.

Die Idee stammt aus der New Yorker Underground-Szene und findet inzwischen weltweiten Anklang: In leer stehenden Geschäften werden temporäre Shops für Mode, Kunst und Musik eröffnet. Heute gibt es auch Pop-up-Restaurants (die meisten davon in Berlin) und in den USA kupfern große Marken wie Adidas, Louis Vuitton oder der Einzelhandelsriese Wal-Mart das Konzept ab.

Weil Pop-up-Stores jenseits etablierter Einkaufsstraßen funktionieren und im Vergleich zu herkömmlichen Geschäftslokalen kaum Miete kosten, organisieren sich auch hierzulande immer mehr Kreative in solchen Projekten.

Einer der auffälligsten Pop-up-Stores befindet sich derzeit auf der Westbahnstraße 11 - 13, 1070 Wien: 365 The Fox House präsentiert sich als Galerie, Shop und Café. Die Fassadengestaltung stammt vom Street-Art-Künstler Roa.
(Foto: Ela Angerer) Im Sommer 2012 soll das Haus abgerissen werden, bis dahin konnte sich das Fox House günstig einmieten. Wann genau die Abrissbirne kommt, wissen die Betreiber noch nicht.
(Foto: Ela Angerer) Shop-Managerin Tess Werner empfängt uns in der Galerie.
(Foto: Ela Angerer) Nicht nur die Miete, auch die Innenraumgestaltung muss günstig sein. Die Auslagen werden mit wenig Aufwand kreativ gestaltet.
(Foto: Ela Angerer) Die präsentierte Mode stammt von österreichischen Designern - viele davon sind als Newcomer hier erstmals zu entdecken.
(Foto: Ela Angerer) Das Angebot reicht von cooler Avantgarde bis zu tragbarer Alltagskleidung, meist sind es Einzelstücke.
(Foto: Ela Angerer) Neben Kleidung kann man im Fox House auch Kunst- und Modemagazine kaufen.
(Foto: Ela Angerer) Rund 20 verschiedene Künstler und Kreative stellen derzeit im Fox House aus, regelmäßig gibt es neue Vernissagen. Eine eigene Internetseite betreiben die Veranstalter nicht - Interessierte erhalten laufend neue Infos über Facebook.
(Foto: Ela Angerer) Kreatives Textil-Design gibt es auch zu sehen, hier ein Polster-Unikat.
(Foto: Ela Angerer)
  Konzeptkunst im Durchgang zwischen Galerie und Shop.
(Foto: Ela Angerer) Eine der aktuellen Ausstellerinnen ist die Designerin Stefanie Nolz. Ursprünglich hat sie Architektur studiert, jetzt betreibt sie ein eigenes Atelier für Damen-, Herren- und Kindermode unter dem Label NOLZ.
(Foto: Ela Angerer) Alle Entwürfe von NOLZ werden aus Biostoffen gefertigt und sind fast immer flexibel tragbar. Der Ausschnitt dieser Bluse etwa kann mit zwei Magneten je nach Lust und Laune verstellt werden.
(Foto: Ela Angerer) Hier zeigt die Designerin wie das Magnet-Prinzip funktioniert.
(Foto: Ela Angerer) Weiters gibt es von NOLZ handgestrickte Armreifen...
(Foto: Ela Angerer) ...diese werden am besten mehrfarbig getragen.
(Foto: Ela Angerer) Die tragbare Avantgarde von NOLZ soll es auch nach dem Ende von Fox House weiterhin in Pop-up-Stores zu kaufen geben.
(Foto: Ingo Pertramer) Die Wiener Westbahnstraße war lange Zeit eine eher verschlafene Einkaufsstraße (hier eine Blumenhandlung). Durch eine ganze Reihe von neuen innovativen Shops kehrte plötzlich reges Leben in das Grätzel ein.
(Foto: Ela Angerer) Nun befindet sich neben einem klassischen Modeatelier...
(Foto: Ela Angerer) ... der erfolgreiche Polaroid Impossible Store in der Westbahnstraße 38.
Auch er ist ein Pop-up-Shop und wird demnächst übersiedeln. Ab Mitte April befindet sich der Impossible Project Space in der Kaiserstraße 74.
(Foto: Ela Angerer) Obwohl sich das Geschäft hier nur vorübergehend befindet, wurde Wert auf eine besondere Shop- und Fassadengestaltung gelegt. Die Malerei stammt von der Künstlerin Frau Isa.
(Foto: Ela Angerer) Ob Mode, Wohnen oder Kunst - der Retro-Look ist ein angesagter Trend und so erlebt auch die Polaroidfotografie einen neuen Hype. Nachdem die Firma geschlossen hatte, übernahmen junge Kreative das Werk. Nun werden in Holland wieder neue Polaroidfilme und -kameras produziert.
(Foto: Ela Angerer) Im Shop werden auch die Ergebnisse der unterschiedlichen Kamera- und Film-Typen präsentiert.
(Foto: Ela Angerer) Eva Mühlbacher, Mitarbeiterin im Impossible Store, zeigt uns die Polaroidkamera SX70.
(Foto: Ela Angerer) Auch die Innenraumgestaltung stammt von der Künstlerin Frau Isa.
(Foto: Ela Angerer) Hier ein anders Fassadenmotiv.
(Foto: Ela Angerer) Ironie ist Teil des Shop-Konzepts: Die Auslagen sind auch mit Werbemotiven aus den 1970er-Jahren dekoriert.
(Foto: Ela Angerer) In die Westbahnstraße war der Impossible Store ursprünglich wegen der Nähe zur Galerie Westlicht gezogen. Die Fotogalerie in der Westbahnstraße 40 versteht sich als Schauplatz für Fotografie und wurde als Privatinitiative von Liebhabern und Kamerasammlern gegründet.
(Foto: Ela Angerer) Derzeit läuft in der Galerie Westlicht die Ausstellung Platon - Gesichter der Macht (bis 22. 4. 2012).
(Foto: Ela Angerer) Gezeigt werden die Portraits des New Yorker Fotografen Platon von politischen Führern unserer Zeit.
(Foto: Ela Angerer) Auch Pop-up-Stores werden erwachsen: Bis Mitte April kann man sich für Polaroidfotografie noch im Impossible Store in der Westbahnstraße 38 interessieren. Danach übersiedelt der Shop in die Kaiserstraße 74 und wird dort erstmals eine fixe Adresse haben.
(Foto: Ela Angerer)

Eines der auffälligsten ereignet sich derzeit in Wien-Neubau: Bereits die Eröffnung der Fox-House-Galerie mit angeschlossenem Shop und Café wurde durch einen Facebook-Hype dermaßen gestürmt, dass die Westbahnstraße zwei Stunden lang blockiert war. 1500 Besucher hatten jede weitere Verkehrsbewegung unmöglich gemacht.

Wie lange Fox House noch hier bleiben wird können, wissen seine Initiatoren nicht. Das Gebäude soll im Sommer abgebrochen werden, vielleicht aber auch schon etwas früher. Bis dahin findet auf jeden Fall ein reger Austausch zwischen Besuchern, Kunden und Ausstellern statt.

Eine davon ist die Künstlerin Stefanie Nolz, die hier ihre Mode verkauft. Dabei handelt es sich um tragbare und vielseitige Kleidung aus biologischen Stoffen. Wie es nach dem Ende des Projektes weitergehen wird, weiß Nolz noch nicht, sie ist aber zuversichtlich: "Momentan schaue ich mich gerade nach neuen Vertriebswegen um. Ob allein oder wieder im Verbund mit anderen Kreativen, das Pop-up-Konzept bleibt natürlich auch weiterhin interessant."

Guter Dinge können viele der jungen Kreativen auch deshalb sein, weil ihnen das Internet vollkommen neue Werbemöglichkeiten bietet. Wer über credibility innerhalb einer gewissen Szene verfügt, kann seine Produkte und Ideen schnell und kostenlos über Netzwerke wie Facebook, Twitter und YouTube vermarkten.

Das Prinzip der temporären Geschäftsfläche hat auch der Impossible Polaroid-Shop genutzt. Zuerst waren die Betreiber zur Untermiete in einem Sportgeschäft, dann bezogen sie ein knappes Jahr das leer stehende Geschäftslokal in der Westbahnstraße. "Uns hat vor allem die Nähe zur Fotogalerie Westlicht gereizt", erklärt Mitarbeiterin Eva Mühlbacher. Im April wird wieder übersiedelt: Diesmal geht es in die Kaiserstraße und dort wird man dann sogar fix bleiben. Die Fans der analogen Fotografie werden folgen – so oder so.

(Foto: Ela Angerer)

(Text: Ela Angerer / Fotos: Ela Angerer & Ingo Pertramer) Erstellt am
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