© Darko Todorovic

Architektur
01/13/2015

Neuer Schwung im Ländle

Das soeben eröffnete Montforthaus in Feldkirch verbindet optische wie akustische Ansprüche und steht für Kulturveranstaltungen, Vorträge und Kongresse zur Verfügung.

Bauen inmitten einer historischen Altstadt – man kann sich Einfacheres vorstellen. Weil aber eine Renovierung des alten Montforthauses, gelegen am Fuß der Schattenburg, dem Wahrzeichen Feldkirchs, überproportional hohe Kosten verursacht hätte, fiel die Entscheidung – trotz heikler Lage – für einen Neubau. Nach zweijähriger Bauzeit bei Kosten von 44 Millionen Euro ist das neue Montforthaus nun fertiggestellt.

Das Projekt wurde nach einem europaweitem Wettbewerb vom Bludenzer Büro Mitiska Wäger und dem Berliner Team Hascher Jehle geplant. Die Anforderung war, ein multifunktionales Gebäude zu errichten, das Schulbällen wie Kongressen, Sinfoniekonzerten und Vorträgen den passenden Rahmen bietet. Ziel war, das Haus lebendig zu gestalten. "Es soll nicht nur während Kongressen geöffnet sein", sagt Geschäftsführer Edgar Eller. "Ein Infopoint und das Ticketcenter des städtischen Tourismusamtes werden daher ab Jänner im Foyer den Betrieb aufnehmen."

Der Standort und die Kubatur des alten Hauses wurden beibehalten, doch der Korpus wurde zurückversetzt und gedreht "sodass er sich besser in die Stadt fügt und neue Blick- und Sichtverbindungen entstehen", sagt Eller. Ein neuer Platz – der "Montfortplatz" – ist auf diese Weise entstanden und erstreckt sich vor dem Eingang. 300.000 Pflastersteine wurden verlegt und ein Brunnen, der mit vielen Farbnuancen bespielt werden kann, installiert. Eine neue Wegverbindung hat sich über die Ziegelhofgasse eröffnet.

Der moderne Entwurf harmoniert mit der mittelalterlichen Altstadt und spannt den architektonischen Bogen über die Jahrhunderte gekonnt weiter. Er fügt sich widerstandslos in das Stadtbild – einerseits weil der Bau nicht einer Schuhschachtel gleicht sondern einer freien, organischen Form folgt. Zum anderen bildet die Fassade eine Analogie zum historischen Umfeld: Der verwendete Kalkstein und die Materialien der altehrwürdigen Burg harmonieren in ihrer Materialität, Farbigkeit und Körnung.

Die Tiefgarage, die Anlieferung und die 250 Quadratmeter große Küche wurden diskret ins Untergeschoß integriert. Dem Besucher erschließt sich das Haus vom Foyer im Erdgeschoß. Von dort gelangt man direkt in den großen Saal, der bis zu 3000 Personen Platz bietet. Im kleinen Saal finden 270 Personen Platz, des Weiteren gibt es noch vier Seminarräume. Das täglich geöffnete Restaurant im Dachgeschoß will kulinarische wie optische Maßstäbe setzen: Von der Terrasse genießt man einen einmaligen Blick auf die Schattenburg und die Dächer Feldkirchs.

Ein besonderes Thema war die Akustik: Das Montforthaus ist Konzertsaal und Vortragssaal zugleich – eine große Anforderung an die Technik. Während man für ein klassisches Konzert eine lange Nachhallzeit braucht, ist für eine gute Sprachverständlichkeit das Gegenteil notwendig. Um beides in einem Saal zu vereinen, wurden bewegliche Elemente aus Birnenholz an den Wänden, der Decke und auf der Bühne angebracht. Sie können so positioniert werden, dass sie schallabsorbierend oder schallreflektierend wirken. So kann die Nachhallzeit je nach Bedarf optimiert werden.
Die akustische Kompetenz wird nun seit der feierlichen Eröffnung am 2. Jänner laufend unter Beweis gestellt. Um sich als offener Treffpunkt für die Bürger und Gäste von Feldkirch zu etablieren, startet das Montforthaus eine eigene Veranstaltungsreihe. Im Rahmen der "Montforter Zwischentöne" (siehe Info Seite 7) werden künftig drei Mal jährlich Dialog und Musik in Form von Ausstellungen, Workshops, Filmvorführungen, Vorträgen, Lesungen und eigens konzipierten Konzertformaten angeboten. Architekturinteressierte können das Montforthaus zudem bei speziellen Führungen kennenlernen.

Seit 2. Jänner 2015 ist der Tourismuscounter mit Kartenbüro im Montforthaus Feldkirch zu finden (Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr).

Das Restaurant im Dachgeschoß ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Neben den regulären Veranstaltungen – unter anderem Bälle, Musicals, Ballettvorführungen oder Konzerte – finden von 16. Februar bis 1. März die ersten „Montforter Zwischentöne“ statt. Die Programmreihe greift Themen auf, die mit jahreszeitlich verbundenen Stimmungen, Bräuchen und Festen verbunden sind – dieses Jahr zum Thema „anfangen. Über das Beginnen“.

www.montforthausfeldkirch.com


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