© Alpenverein Austria/Nicole Ruprecht

Wohnen
02/11/2019

Neue Seethalerhütte: Hoch hinaus

Mit dem futuristischen Neubau der Seethalerhütte am Dachstein beschreitet der Alpenverein Austria neue Wege. Urig war einmal.

Auf 2740 Meter Seehöhe wurde die neue Schutzhütte am Dachstein eröffnet und hat soeben ihren Winterbetrieb aufgenommen. Der Neubau der modernen Schutzhütte am mit 2995 Metern höchsten Berg der Bundesländer Steiermark und Oberösterreich war erforderlich, weil die alte Schutzhütte nicht mehr benutzbar war. Sie war in einer Senke errichtet worden, deren Eis durch den Rückgang des Permafrosts geschmolzen ist und die Hütte instabil gemacht hat. Hinzu kam, dass sie im Winter immer bis über das Dach zugeschneit war, daher musste sie im Winter immer schließen. Das hat sich mit der neuen Hütte geändert.

Den geladenen Wettbewerb des Alpenvereins Austria konnten die Innsbrucker dreiplus Architekten für sich entscheiden. Sie planten einen futuristischen Bau, der Wind und Wetter trotzt, aber dennoch Gemütlichkeit verspricht. Technisch spielt der kompakte Baukörper alle Stücke. Eine Fotovoltaikanlage versorgt die Hütte mit Strom, das Trinkwasser wird über das Dach gesammelt und gereinigt. Geheizt wird mit Holzpellets, ein mit Rapsöl betriebenes kleines Blockheizkraftwerk dient als Notstromaggregat. Die Fassade wurde mit witterungsbeständigen Metallschindeln verkleidet, die den extremen Bedingungen standhalten. Beim Bau und der Einrichtung wurden Massivholz und Holzwolle zur Dämmung eingesetzt. Lediglich das Dach ist aus Gewichtsgründen mit Kunststoff isoliert. Große Isolierfenster sorgen für natürliche Belichtung und geben den Blick auf die nahe gelegenen Gipfel frei.

Wichtig war dem Alpenverein, dass die Schutzfunktion der Hütte erhalten bleibt. Es gibt einen Winterraum, dadurch ist die Hütte jederzeit zugänglich. In Summe gibt es 22 Schlafplätze. Die neue Hütte ist ein wichtiger Stützpunkt für Bergretter und eine Schutzhütte für Alpinisten, die den Dachstein besteigen. Die Finanzierung des Neubaus in Höhe von zwei Millionen Euro kam teils von der öffentlichen Hand, ein Teil kam vom Alpenverein und ein weiterer Teil wurde über Crowdfunding finanziert.

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