Wohnen 05.12.2011

Interieur-Ideen aus aller Welt

Lichtdurchflutetes Apartment am Wasser oder buntes Wochenendhaus: Ein neues Buch öffnet die Türen zu Wohräumen rund um den Globus.

Charmant dekorierte Landhäuser mit angrenzenden Weingütern werden prinzipiell von weltmännischen Franzosen bewohnt, während der Brite in gemütlichem Shabby-Chic und Laura-Ashley-Blütenwahnsinn schwelgt. Der kühle Schwede hingegen hält es in seinem perfekt eingerichteten, rot gestrichenen Holzhaus mit der minimalistischen Grundregel Nummer 1: Weniger ist mehr. Solche und ähnliche Klischees, die mit dem traditionellen Einrichtungsstil eines Landes verbunden werden, gibt es viele. Dass diese starren Kategorien in der heutigen Zeit aber längst ihre Bedeutung verloren haben, beweist Angelika Taschen in ihrem neuen Buch "Interiors Now!". Sie lädt zu einer Design-Reise ein und zeigt abwechslungsreiche Häuser und Apartments rund um die Welt.

Station I: Schanghai Zarte Blüten und helle Pastelltöne erwarten den Besucher in einer Stadtwohnung in der chinesischen Industriestadt. "Das Apartment war vorher mit ziemlich hässlichen, schweren Stücken möbliert. Viele davon habe ich verschenkt, den Rest mit Stoffen überzogen oder angestrichen", erzählt Wohnungsbesitzer und Stylist Frank Visser. Entstanden ist ein luftiges, leichtes Raumklima, das feminine Blumen- und Schmetterlingsmotive, Art-déco-Möbel und Flohmarkt-Schätze miteinander verbindet. Der Hausherr entschied sich bewusst für die hellen Farbtöne, die ihn an chinesische Früchte, Nylon-Regenmäntel oder die Stadttaxis von Schanghai erinnern.

Shangai, China: Auf 120 Quadratmetern schuf sich der Stylist Frank Visser einen Ruhepol inmitten von Großstadthektik. Er kombiniert helle Pastelltöne, Art-déco-Möbel und Flohmarkt-Stücke.
© Bild: Taschen Verlag/ Mirjam Bleeker

Station II: Pocanos In die Kategorie "Bunter Hund" fällt ein Haus im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania. Der lebendige Stoff-, Farb- und Mustermix sorgt für ständige Bewegung im offenen, 130 Quadratmeter großen Domizil. "Eine der schönsten Entwicklungen der letzten Jahre ist es, dass immer mehr Menschen Zeit, Liebe und Gedanken investieren, um ihren ganz persönlichen Einrichtungsstil fernab von vorgefertigten Schrankwänden zu entwickeln", sagt die Interieur-Expertin Taschen. So trifft die blumige Tapete in der Küche, auf den rosa Streifen-Look der Bildergalerie, Details, wie Vasen oder Kunstobjekte runden das persönlicheGesicht des Zuhauses ab.

Shangai, China: Auf 120 Quadratmetern schuf sich der Stylist Frank Visser einen Ruhepol inmitten von Großstadthektik. Er kombiniert helle Pastelltöne, Art-déco-Möbel und Flohmarkt-Stücke.
© Bild: Taschen Verlag/ Mirjam Bleeker

Station III: Brüssel Rustikaler Holzboden und große, silberne Industrielampen treffen sich in der Küche eines neu gestalteten Lofthauses in Brüssel. Es galt, einen funktionellen Innenraum zu schaffen, der den historischen Charakter des Hauses respektiert. So wurde die Backsteinstruktur der Wände erhalten, aber in einigen Räumen weiß übermalt. Gemütliche Klassiker von Eames oder Mies van der Rohe werden in den hohen, lichtdurchfluteten Räumen gekonnt mit rustikalen Elementen, wie Sichtbeton kombiniert.

Shangai, China: Auf 120 Quadratmetern schuf sich der Stylist Frank Visser einen Ruhepol inmitten von Großstadthektik. Er kombiniert helle Pastelltöne, Art-déco-Möbel und Flohmarkt-Stücke.
© Bild: Taschen Verlag/ Mirjam Bleeker

Station IV: Amsterdam Minimalistischer geht es in der Wasserstadt Amsterdam zu, in der ein loftartiges Apartment mit hohen Decken und großen Fenstern entstanden ist. Dunkle Hölzer, Nomadenteppiche und Vintage-Möbel sorgen für gemütliches Ambiente im Wohnraum, der sich ganz Richtung Wasser ausrichtet. Designerstücke wie die schwarzen und weißen Netz-Stühle von Harry Bertoia oder der dunkle, geschwungene Klassiker "Swan" von Arne Jacobsen fügen sich gekonnt in die ruhige Gestaltung ein.

Buchtipp In "Interiors Now!" präsentiert Angelika Taschen inspirierende Apartments und Häuser rund um den Globus. Erschienen im Taschen-Verlag, € 30,90.

( ce ) Erstellt am 05.12.2011