© novembre by giovanni gastel

Interview
11/14/2013

Fabio Novembre über seine Erfolgsformel

Fabio Novembre ist über 20 Jahre im Geschäft, geht für führende Hersteller ans Werk und stellt seine Entwürfe in Kunstgalerien aus. IMMO hat den Designer nach seiner Erfolgsformel gefragt.

Für gewöhnlich finden Interviews im Stehen oder Sitzen statt. Das sieht Fabio Novembre bei der Präsentation seines neuen Stuhls „F3“ für den Outdoor-Möbelhersteller Vondom anders.

Der Italiener bevorzugt bei unserem Treffen in der Mailänder Therme ein Wasserbett und erzählt im Liegen, welche Faktoren zum Erfolg in der Designbranche führen.

Rückblickend betrachtet: Haben Sie je etwas entworfen, mit dem Sie heute nicht mehr zufrieden sind?

Nein. Alles was ich tue, bezeugt meine Anwesenheit auf diesem Planeten. Ich bin für meine Entscheidungen verantwortlich und ich bereue nichts.

Sie sind über 20 Jahre in der Branche. Gibt es eine Firma, für die Sie noch gerne etwas gestalten möchten?

Ich bin 46 Jahre alt und werde immer wählerischer, mit wem ich zusammenarbeite. Zum einen ist es eine Frage der Herausforderung. Ich muss mich selbst verwirklichen können. Und es ist eine Frage der Empathie: Die persönliche Beziehung ist ausschlaggebend.

Der Stuhl „F3“ für Vondom ist Teil einer Serie, bei der Ross Lovegrove und Ora Ito mitgearbeitet haben. Gab es unter Ihnen je ein Konkurrenzdenken?

Nein, erstens verstehen wir drei uns sehr gut. Ross, Ora und ich haben uns wirklich gefunden. Wir sind ein absolutes Dream-Team. Zum Zweiten gibt es im Design keinen Wettbewerb.

Was meinen Sie damit?

Ich habe noch nie in meinem Leben Neid empfunden. Es macht mich glücklich, schöne Dinge von anderen zu sehen. Ich bin nicht eifersüchtig, sondern ein Fan von Ideen und Menschen. Deshalb habe ich rund 6000 Telefonnummern in meinem Handy gespeichert.

Sie telefonieren mit 6000 Personen?

Ja, ich rufe sie selbst an und spreche mit ihnen. Wir wurden nicht geboren, um allein zu sein, sondern um unsere Gedanken mit anderen zu teilen.

In der Branche werden aber viele Wettbewerbe veranstaltet. Führt das nicht zwangsläufig zu Neid und Missgunst?

Wettbewerb entsteht nur, wenn alle das Gleiche machen. Wenn man seine eigenen Ideen umsetzt, passiert das nicht. Das Problem ist, dass viele nicht ihre eigene, sondern die Vision anderer verwirklichen. Wer eine persönliche Sicht auf die Dinge entwickelt, wird in keiner Konkurrenz stehen. Das ist wie bei Musikern: Da spielt auch jeder seinen eigenen Song.

Die eigene Sichtweise ist also der Schlüssel zum Erfolg?

Absolut. Man muss individuell sein, aber auch persönlich – und darin liegt ein großer Unterschied. Individualität bzw. Teamfähigkeit sind wichtige Eigenschaften. Aber wer etwas erreichen will, braucht Persönlichkeit.www.novembre.it

Fabio Novembre wurde 1966 in Lecce geboren. Er absolvierte ein Architekturstudium in Mailand, wo er 1994 – nach Aufenthalten in New York und Hongkong – sein Studio gründete. Zu Beginn entwarf er innenarchitektonische Objekte. Seit 2001 widmet er sich verstärkt dem Design von Möbeln und ist unter anderem für Casamania, Cappellini und Driade tätig.

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