Wohnen
05.12.2011

Eva Beresin modernisierte das Thermalbad Vöslau

Eingangsbereich, Restaurant und die Kabanen im Thermalbad Vöslau wurden einer Frischzellenkur unterzogen. Die Innenarchitektin Eva Beresin zeichnet sich dafür verantwortlich.

Eva Beresin arbeitet als Innenarchitektin, Designerin und Künstlerin. In Wien hat sie sich etwa durch die Ausstattung des Restaurant Neni am Naschmarkt und durch die Konzeptionierung des Tel Aviv Beach am Donaukanal einen Namen gemacht. In den vergangenen drei Jahren hat sich Beresin im Thermalbad Vöslau um die Neugestaltung des Eingangsbereiches, des Restaurants, der Milchbar und der neuen Kabanen gekümmert. Im Interview erklärt sie, worauf es dabei ankommt:

IMMO: Frau Beresin, wie nähert man sich einem so altehrwürdigen Areal? Was ist hier als Innenarchitektin überhaupt möglich?

Eva Beresin:
Unser erster Gedanke war, dass wir hier nichts Prätentiöses, Übertriebenes schaffen wollten, sondern ganz im Gegenteil: Es sollte so aussehen, als wäre es schon immer da gewesen und sich gut in das Gesamtbild einfügen. Darüber hinaus müssen Bereiche wie das Restaurant, der Barbereich oder die neuen Kabanen aber natürlich vor allem funktional sein. Es ist wichtig, zu modernisieren, aber eben mit Gefühl.

Die von Ihnen eingerichteten Kabanen könnten auch in jedem internationalen Design-Magazin abgebildet sein. Wie kommt dieser gerade sehr angesagte Retro-Charme zustande?

Für die Kabanen habe ich Requisiten aus dem Vöslauer Werbefilm verwendet. Vieles entdeckt man auch auf Flohmärkten oder bei Altwarentandlern. Man muss dabei immer den Gesamteindruck im Kopf haben - ein schöner Stuhl und ein altes Bild bewirken mehr, als wenn man einen Raum mit zu viel Möbeln und Nippes vollstellt.

Worauf kam es bei der Gestaltung des Restaurants an?

Hier musste fast alles neu gemacht werden. Die Wände waren feucht und insgesamt war alles sehr abgewohnt. Natürlich wollten wir auch hier die Lust auf Sommerfrische wecken: Bar und Eingangsbereich sind aus Nuss gefertigt, Boden und Tische aus Eiche - da muss man aufpassen, denn das kann schnell sehr rustikal und brutal aussehen, was hier vollkommen fehl am Platz gewesen wäre. Wir haben deshalb die Eiche hell lasiert, um ihr mehr Leichtigkeit zu geben. Mit der Zeit bekommt das eine leicht graue Patina und hat den Eindruck, das war alles schon immer da. Holz ist übrigens nicht gleich Holz: Ich habe es auch hier bei einem Tischler im Lungau, den ich kenne, selbst zusammengesucht.

Wenn Sie das Areal jemandem erklären müssten, wie würden Sie dessen Vorzüge gegenüber anderen Bädern beschreiben?

Wir haben es hier mit einem architektonischen Juwel zu tun, noch dazu an einem sensationellen Standort aufgrund seiner Nähe zu Wien. Es ist ein idealer Kurplatz für Schnellentschlossene. Der Gedanke der guten alten Sommerfrische lebt hier weiter. Wenn jemand seine Zeit in einem Bad verbringen will gibt es wohl kaum einen schöneren Ort.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Interview