Drei ineinander verschachtelte Cortenstahlbecken zieren diesen Wiener Dachgarten.

© Katsey/ Kramer & Kramer

Wasser im Garten - Seite 2
05/25/2016

Wasser im Garten - Seite 2

Ob Naturpool oder Schwimmteich, Biotop oder Bachlauf: Moderne Wasserstellen spiegeln immer öfter die Architektur des Hauses wider und gehen eine ästhetische Verbindung mit dem Gebäude ein.

Brunnen, Bäche und Quellsteine

Sollte der Platz (oder das Budget) für ein Schwimmbad nicht reichen, kann man sich ein dekoratives Plätschern in den Garten, den Balkon oder auf die Terrasse holen. Schon ein Quellstein, der zum Beispiel auf einer Kiesfläche steht und in der das Wasser versickert, erzielt einen beruhigenden und zugleich belebenden Effekt. Kleine Bachläufe, die zwischen Steinen und über Kiesel mäandern, Zierteiche und Wasserfälle bereichern mit ihrem Rauschen und werden in jedem Garten zur Attraktion. Während stehende Gewässer für Ruhe sorgen und die Himmelsstimmung widerspiegeln, kann belebtes Sprudeln unangenehme Nebengeräusche wie Autolärm oder Flugverkehr übertönen. „Ein Wasserspeiher kann auf der kleinsten Fläche und in jeder Ecke des Gartens angebracht werden. Er bildet einen angenehmen Geräuschpegel und lässt lästigen Lärm in den Hintergrund treten“, nennt Alexandra Zauner ein Beispiel. Dem formalen Spielraum sind keine Grenzen gesetzt: Von streng geometrischen Formen bis hin zu verschlungenen Wasserläufen ist alles möglich, „sofern man sich bewusst ist, welcher persönliche Einsatz gefordert ist“, sagt Hinterhölzl. Denn selbst das kleinste Gewässer bedarf der Reinigung: „Durch permanente Sonneneinstrahlung sammeln sich Nährstoffe und es bilden sich Algen. Sie sind entweder händisch zu entfernen oder mithilfe von Chemie“, so der Gartenplaner. Die gestalterische Vielfalt ist jedenfalls bemerkenswert: Findlinge und Felsen erzielen ebenso dekorative Effekte wie Fässer, Holztröge oder alte Badewannen. Auch Glas- oder Cortenstahlbecken können zum Einsatz kommen. Ebenso reizvoll ist das Spiel mit unterschiedlichen Höhen: Angelegt auf mehreren Ebenen, können Bäche und Teiche aus dem Gartenniveau herausragen und optisch zusätzlich Spannung erzeugen.

Ein Zuhause für Gewächse und Tiere

Naturliebhaber sind hier an der richtigen Adresse: Wer einen nährstoffreichen Lebensraum für Flora und Fauna schaffen will, ist mit einem Zierteich oder einem Biotop am besten beraten. Es eignet sich zwar nicht zum Schwimmen, dafür stellen die sumpfigen Ufer ein Paradies für Wildtiere und Pflanzen dar. „Das Biotop ist ein komplett chemie- und technikfreies System, in dem Wasserpflanzen und Tiere gleichermaßen gedeihen können“, sagt Alexandra Zauner.

Mit einer Ausnahme: Fische und Enten haben wegen des enormen Fäkaleintrags Hausverbot. Zudem braucht ein Fischgewässer permanent Zufluss, der im Biotop nicht vorhanden ist.

Amphibien sind dagegen herzlich willkommen: Frösche, Unken und Lurche können sich hier dauerhaft ansiedeln. Allerdings sollte man bedenken, dass das Quaken der Frösche zu einer erheblichen akustischen Belastung führen kann. Angst vor Insekten ist übrigens unbegründet: „Gelsen haben natürliche Fressfeinde. Sie stellen daher ein weniger großes Problem dar“, schildert Zauner. Ein größeres Thema sind Algen, die sich aufgrund des nährstoffreichen Wassers bilden. Sie müssen händisch entfernt oder mit Netzen herausgefischt werden.

Doch der Aufwand lohnt sich: Biotope und Zierteiche leisten einen hohen ökologischen Eintrag. Sie wenden sich an Menschen, die einen unregelmäßigen, natürlichen Gestaltungsstil bevorzugen. Sie fügen sich aber auch in moderne Ambiente ein. Mithilfe von Gräsern und Bambus kann ein sanfter Übergang zu geometrischen Formen und Kanten gebildet werden. Ein Holzdeck dient der Begrenzung oder Umrahmung. Zugleich eignet es sich als Sitzplatz, von wo aus das Leben am und im Wasser aus nächster Nähe beobachtet werden kann.

Ein Sonnenplatz am Wasser

Poolbesitzer stehen vor der Herausforderung, das Umfeld zu gestalten, um das kühle Nass erlebbar zu machen. Dazu zählen Terrassen, die das Wasser mit dem Festland verbinden. Sie können auch den Innenraum erweitern und zum großzügigen Wohnzimmer im Freien werden – sofern das Gewässer nah am Haus angelegt ist. Will man die Plattform nur zum Reinspringen nutzen oder um die Füße ins Wasser baumeln zu lassen, reicht eine Breite von rund zwei Metern. Sollen auch Liegen und Loungemöbel darauf Platz finden, sollte man drei bis vier Meter einkalkulieren.

In punkto Materialwahl tendieren viele Gestalter zu Ipé – ein tropisches Holz, das besonders hart und widerstandsfähig ist. Lärche, Thermoesche oder Thermokiefer stellen heimische Varianten dar, sind jedoch weniger robust und anfälliger für Splitter. Großformatige Betonplatten, Sand- oder Kalkstein sind eine weitere ästhetische Lösung, schlagen sich aber in den Kosten nieder. Alexandra Zauner: „Ich empfehle Holz. Es ist nie zu heiß oder zu kalt ist. Stein kann sich – je dunkler er ist – stark aufheizen. Mit einem Holzdeck kann man sich sogar die Liegemöbel sparen.“ Eine Alternative zu Echtholz stellt Wood Plastic Composite (WPC) dar. Hinterhölzl: „WPC ist ein Mix aus Kunststoff und Holzfasern. Es ist beständig und pflegeleicht, kann sich aber stark erhitzen. Allerdings handelt es sich dabei um kein Naturprodukt.“

Flache Trittsteine oder Holzstege erlauben das Überqueren der Regenerationszone. Treppen, gemauert und mit Natursteinen belegt, aus Holz oder Edelstahl, gewähren einen bequemen Einstieg. Auch Leitern erleichtern den Zugang ins Wasser. Sie können – je nach Pooldesign – in Holz oder Edelstahl ausgeführt sein.

Technische Raffinessen

Wer abends nicht in ein schwarzes Loch schauen will, zaubert mit einer Unterwasserbeleuchtung eine idyllische Stimmung. Je architektonischer die Anlage gestaltet ist, desto sinnvoller ist der Einsatz von Scheinwerfern. Sie werden im Badebereich etwa 40 Zentimeter unterhalb der Oberfläche in einem Abstand von rund drei Metern eingebaut. Bei naturnahen Gewässern ist eine Beleuchtung nur bedingt sinnvoll, da die Scheinwerfer eine hohe Transparenz des Wassers erfordern. Außenduschen zählen längst zum Standard und sind nicht nur für Poolbesitzer ein Vergnügen. Sie fördern die Hygiene und regen die Durchblutung der Haut an. Solarduschen fangen Sonnenenergie für eine Warmdusche ein. Aus Edelstahl in Kombination mit Glas oder Holz setzen sie auch einen gestalterischen Akzent und werden zum Blickfang. Für Bahnenzieher ist eine Gegenstromanlage unverzichtbar. Sie ermöglicht gemächliches Schwimmen wie sportliches Training. Massagefunktionen, Luftperlbäder und LED-Ambientelicht ist für Wellnessfreunde das Richtige. „Sogar Unterwassermusik wird nachgefragt, auch wenn das die Ausnahme ist“, sagt Zauner.

Über eine Beheizung müssen sich Schwimmteichbesitzer weniger Gedanken machen. Die seichte Regenerationszone heizt sich ohnehin schnell auf und befördert warmes Wasser in den Schwimmbereich. Im Schatten allerdings oder bei einem Naturpool kann technische Unterstützung sinnvoll sein. Man kann so die Temperatur konstant halten und den Badespaß früher beginnen und später enden lassen. In letzter Konsequenz sollte auch die Wärmegewinnung ökologisch mittels einer Solaranlage erfolgen. Mit ihrer Hilfe kann im Sommer, wenn Gefahr zur Überhitzung besteht, das Wasser auch gekühlt werden.

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