Wohnen

Selbst ein Haus zu bauen, ist eines der schönsten Ereignisse im Leben. Und eines der anstrengendsten. Erst recht, wenn das Haus für mehrere Familien gedacht ist. So wie bei Michael Kerbler. Der bekannte Journalist hat sich vor gut drei Jahren mit 43 Erwachsenen zusammengetan und plant seitdem mit seinen künftigen Nachbarn ein mehrstöckiges Gebäude nahe dem Wiener Hauptbahnhof. "Gleis 21" nennt sich die Gruppe. Vor ein paar Wochen begannen die Bauarbeiten. "Das Gemeinschaftswohnprojekt verschlingt einen großen Teil meiner Freizeit", sagt Kerbler.

Große Nachfrage nach gemeinschaftlichen Wohnformen

Termine auf der Baustelle, Verhandlungen mit Banken und Wohnungsvergaben – all das, was normalerweise professionelle Wohnbaugesellschaften erledigen, stellen die "Gleisler" selbst auf die Beine. Drängt sich die Frage auf: Warum tun Menschen das, wenn es viel einfachere Wege zu einer eigenen Wohnung gibt? In Wien gibt es derzeit rund 20 sogenannte Baugruppen, die in Eigenregie und nach ihrem Geschmack ein Haus planen und bauen – so viele, wie noch nie. Obwohl die Gruppenmitglieder viel Zeit und Energie in ihre Häuser investieren müssen, reißt die Nachfrage nicht ab.