An die bergige Umgebung erinnert der Neubau aus Misaporbeton in Graubünden.

© DVA/ Thomas Drexel

Buchtipp
09/11/2016

100 erlesene Eigenheime

Wie soll das zukünftige Traumhaus aussehen? Inspiration dafür liefert ein Band, der hundert Beispiele gelungener Architektur vorstellt – von außergewöhnlichen Bauformen bis zu kostengünstigen Lösungen.

Nach bereits zwei erfolgreichen Ausgaben begab sich Autor Thomas Drexel erneut auf die Suche nach beeindruckenden Einfamilienhäusern, vornehmlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für die exzentrischen Modelle zeichnen allerdings häufig Architekturen außerhalb verantwortlich: Etwa ein Ferienhaus an der spanischen Costa Brava, das in Form verschiedener Kuben mit Blicks aufs Meer überzeugt. Oder eine beeindruckende Stahl-Glas-Konstruktion mitten in der Innenstadt von Washington, auf einer Parzelle von sage und schreibe 45 Quadratmetern. Sie alle porträtiert Drexel im Rahmen einer Beschreibung und versieht sie mit Bildern, Grundrissen und den wichtigsten Daten.

Heimische Projekte nehmen ebenso einen prominenten Platz ein. Etwa jener Bungalow, den der österreichische Architekt Thomas Moosmann am Stadtrand von Wien gestaltet hat. Anstelle einer riesigen Villa entschieden sich die Bauherren für ein kompaktes Haus, das mit raumhohen Verglasungen die Natur ins Innere holt. Auch wenn die Wohnfläche im Vergleich zum Außenbereich klein scheint, führt diese Konstruktion zu einem größeren Raumerlebnis. Einen Höhepunkt der Verzahnung von Wohn- und Außenbereich stellt die Dachplatte dar, die einen großen Teil der Terrasse überspannt.

"Kriterium für die Auswahl der Projekte war die architektonische Qualität, nicht ein günstiger Preis", schreibt Thomas Drexel. Freilich sind viele Beispiele eher zum Schwelgen als zum Nachbauen geeignet. Doch der Autor stellt auch sehenswerte Low-Budget-Objekte vor, die mit ungewöhnlichen Ideen und einer klugen Planung das Beste herausholen.

Der Traum vom skandinavischen Haus in Hannover ließ sich für eine Familie mit Kindern um knapp 242.000 Euro realisieren. Offen, mit viel Holz und hellen Oberflächen sollte das Eigenheim sein. Aufgrund der geringen Hausbreite konnte auf teure statische Maßnahmen verzichtet werden. Im Inneren ersetzt beispielsweise ein Regal einer schwedischen Möbelkette die kostenintensive Treppenbrüstung. Dennoch präsentiert sich das Haus alles andere als billig – vom loftartigen Essbereich bis zum äußeren Erscheinungsbild, einer Kombination aus Glas, Lärchenholz und weißer Putzfassade, wurde ein hochwertiger Wohnraum geschaffen.

Buchtipp

Eine Sammlung an vorbildlichen Einfamiliendomizilen mit zeitgemäßer Gestaltung: „Aktuelle Top 100 Häuser“ von Thomas Drexel.
Erschienen bei DVA, € 30,90