Alle Sorten der verschiedenen Anbieter enthielten die fast gleich hohe Menge an Zucker.

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Studie
09/17/2015

Deckt ein Joghurt den Zuckerbedarf des Tages?

Ein neue Studie zeigt die Wahrheit über den Zuckergehalt von Fruchtjoghurts.

Ernährungswissenschaftler der deutschen Universität Hohenheim hatten Stichprobeneinkäufe von insgesamt 600 Fruchtjoghurts gängiger Marken getätigt. Das Ergebnis war erstaunlich: Alle Sorten der verschiedenen Anbieter enthielten die fast gleich hohe Menge an Zucker. Doch das war noch nicht alles, schreiben Paulina Schnur und Anja Schöner in ihrer Arbeit "Marktcheck: Zucker in Milchprodukten", die Ende Oktober bei der Jahrestagung des Reformprojekts "Humboldt Reloaded" präsentiert wird. "Praktisch alle Fruchtjoghurt-Sorten im Einkaufsregal waren deutlich höher gezuckert als notwendig."

Unfassbar: Ein Becher deckt Zuckerbedarf

Durchschnittlich maßen die Ernährungswissenschaftler 14,1 Gramm Zucker in 100 Gramm Fruchtjoghurt. Laut WHO sollte man allerdings nur etwa fünf Prozent des täglichen Energiebedarfs aus Zucker beziehen. "Mit einem einzigen Becher Fruchtjoghurt hat man das bereits fast erreicht", betont Biochemiker Lutz Graeve.

Norwegen macht es besser

Er fordert einmal mehr Maßnahmen von Politik und Lebensmittelindustrie und verweist in Sachen Alternativ-Angebote auf andere Länder. So sei es etwa bereits in Norwegen oder der Schweiz gelungen, Fruchtjoghurts mit unterschiedlichen Zuckergehältern auf den Markt zu bringen. In Norwegen haben Lebensmittelkonzerne etwa sechs verschiedene Süßungsstufen von 0 bis 13 Gramm zugesetztem Zucker im Sortiment. Und in der Schweiz reduzierte man in einem Produkt den Zuckergehalt gleich um 45 Prozent.