Verein verhilft kranken Kindern zu Echthaarperü­cken

Haarfee
Foto: Bubu Dujmic Michelle erhielt als erstes Mädchen in Österreich eine Echthaarperücke des Vereins Haarfee.

Friseurkunden erhalten einen kostenlosen Haarschnitt, im Gegenzug spenden sie ihre Haare für Perücken.

Der Verlust der Haare durch Krankheit oder andere Schicksalsschläge ist für Kinder und ihre Familien eine große emotionale und finanzielle Belastung. Oft werden sie von Gleichaltrigen gehänselt oder ausgegrenzt. Der gemeinnützige Verein Haarfee verhilft Kindern, die in Folge einer Chemotherapie, schweren Verbrennungen oder Krankheiten ihre eigenen Haare verloren haben, zu einer Echthaarperücke.

Die Kosten für diese natürlich aussehende Haarpracht betragen rund 1.500 bis 3.000 Euro, die Krankenkassen übernehmen aber oftmals keine Beteiligung. Für Yochai Meyorach vom Wiener Salon "folgeeins" Anlass, den Verein Haarfee zu gründen. "Haare sind Teil unseres Selbst und durch den Haarverlust leidet oftmals auch das Selbstwertgefühl der Kinder. Es bedeutet mir viel, den Betroffenen mit Hilfe einer Echthaarperücke ein Stück Lebensfreude zurückgeben zu können", so Meyorach.

Haarschnitt gegen Zopfspende

Das Konzept: Seine Kunden erhalten einen kostenlosen Haarschnitt, wenn diese ihre abgeschnittene Haarpracht der Haarfee spenden. Der Verein lässt die Haarspenden dann zu Echthaarperücken verarbeiten. Die erste Perücke wurde kürzlich an ein Mädchen übergeben.

Für die Herstellung einer Echthaarperücke werden durchschnittlich fünf Zöpfe sowie Geldspenden benötigt. Bisher wurden mehr als 100 Zöpfe gespendet und 22 Perücken in Auftrag gegeben. Die Länge der abgeschnittenen Haare sollte zumindest 25 cm betragen, sie sollten nicht gefärbt oder beschädigt sein.

Haarfee Foto: Bubu Dujmic Michelle mit Vereinsgründer Yochai Meyorach Die österreichische Kinder-Krebs-Hilfe freut sich über das Engagement der Haarfee: "Der Verlust der Haare macht die Krebserkrankung für die meisten Patientinnen und Patienten nach außen hin erst sichtbar. Vor allem viele Jugendliche leiden sehr unter dem Verlust, da das Aussehen in diesem Alter für viele eine wahnsinnig wichtige Rolle spielt - es sind nicht nur Haare, die verloren werden, es geht vielmehr um Selbstakzeptanz, Selbstbewusstsein und den Wunsch, attraktiv zu sein“, sagt Anita Kienesberger, Geschäftsführerin Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe. Die Echthaarperücken verschaffen den Kindern in der Zeit, bis die eigenen Haare wieder nachwachsen, ein Gefühl von Sicherheit und Normalität.

Das Projekt gibt es bereits in vielen anderen Ländern wie etwa in den Niederlanden, Israel, in den USA oder Kanada. In Wien konnten neben "folgeeins" zwei weitere Friseure für die gute Sache gewonnen werden - die Haarfee sucht aber noch Unterstützung von Friseuren in anderen Städten. 

(kurier) Erstellt am
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